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Die Potentiale von Anwendungen und Geräten ausschöpfen Mit applikationsgetriebenen Netzwerken fit für die Cloud

| Autor / Redakteur: Andreas Herden / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Netzwerke, Anwendungen und Endgeräte haben sich bislang unabhängig voneinander entwickelt. Doch angesichts der heutigen Leistungsanforderungen an Business Collaboration- und Cloud Computing-Dienste, ist das nicht mehr zeitgemäß. Als Basis für besser aufeinander abgestimmte Komponenten empfiehlt sich ein applikationsgetriebenes Netzwerk.

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Applikationsgetriebene Netzwerke sind die Basis für Cloud Computing und Mobile Device Integration
Applikationsgetriebene Netzwerke sind die Basis für Cloud Computing und Mobile Device Integration
(Bild: VIT)

Die Konsumelektronik war der Geschäftswelt schon immer einige Schritte voraus. Und so verwundert es kaum, dass die Erfahrungen von Mitarbeitern mit Cloud-Angeboten vor allem durch Lösungen von Amazon oder Dropbox geprägt sind. Sie wurden spezielle für die Cloud optimiert, sind einfach zu bedienen und ermöglichen ortsunabhängigen Zugriff sowie eine schnelle Bearbeitung. Den gleichen Komfort erwarten die Anwender daher auch von ihren geschäftlichen Anwendungen.

Dabei geht es insbesondere um Endgeräte und Applikationen. Das Netzwerk steht weniger im Mittelpunkt des User-Interesses, obwohl es die ausschlaggebende Komponente ist, um die Anwendungen optimal nutzen können. Egal, ob Sprach-, Video- und Multimedia-Daten oder spezialisierte Software, wie Bildarchive oder Kommunikationssysteme, das Netzwerk muss der gesamten Datenflut Herr werden.

Bei Netzwerken, die diesen Anforderungen gewachsen sind, spricht man häufig auch von ‚applikationsgetriebenen Netzwerken‘. Damit Unternehmen und Mitarbeiter das volle Potential von Anwendungen und Geräten ausschöpfen können, sollten folgende drei Maßnahmen ergriffen werden:

1. Zugänge vereinfachen

Der unkomplizierte Zugang zum Unternehmensnetzwerk ist für viele Nutzer immer noch ein Wunschtraum. Der Zugriff ist häufig auf bestimmte Geräte oder Orte limitiert, sodass die Benutzererfahrung variiert. Zudem müssen sich Anwender immer wieder neu anmelden.

Die erste Voraussetzung für ein applikationsgetriebenes Netzwerk ist daher eine universelle, rollenbasierte Identität für jeden Nutzer. Diese funktioniert ähnlich wie ein persönlicher Fingerabdruck und ermöglicht orts- und geräteunabhängigen Zugriff. Egal, ob via Kabel oder mittels drahtloser Verbindung, hier entstehen keine zusätzlichen Sicherheitsrisiken. Darüber hinaus reduziert sich der Verwaltungsaufwand.

Mit rollenbasierten Identitäten können Administratoren den Mitarbeitern automatisch vollständigen Netzwerkzugriff auf ihren Laptops ermöglichen, während beispielsweise der Zugang zu sensiblen Informationen auf ihren Smartphones eingeschränkt wird. Dieser Prozess ist transparent und die Mitarbeiter können sich mit den gleichen Zugangsdaten mit allen Netzwerk-Ressourcen verbinden. Das Konzept eines solchen universellen Zugangs ist nicht neu. Es war bisher aber vergleichsweise schwierig zu implementieren und zu verwalten.

2. Unternehmensweite Fabric implementieren

Herkömmliche Unternehmensnetzwerke bestehen aus unzähligen Komponenten, darunter Switches, Router und Endgeräte, die einzeln und manuell für alle Anwendungen konfiguriert werden müssen. Das erfordert viel Zeit und technisches Know-how, führt zu langen Ausfallzeiten und ist anfällig für Fehler.

Abhilfe schafft eine unternehmensweite Fabric-Architektur. Sie reduziert die Fehlerquellen, erhöht die Netzwerkstabilität und verringert die Latenzzeiten. Die Kontroll- und Managementschicht ist hier nicht einzeln pro Switch aktiv, sondern wird auf die gesamte Fabric ausgeweitet. Damit lassen sich nicht nur die Zugänge, sondern vor allem die Weiterentwicklung und die Konfiguration der Komponenten verbessern.

IT-Administratoren können Einstellungen zentral und einheitlich durchführen, anstatt jeden Switch manuell einzurichten. Laut einer Studie von Miercom und Avaya von 2011, lässt sich das Netzwerk dadurch bis zu 25 Prozent schneller konfigurieren als mit herkömmlichen Technologien. Basierend auf dieser Architektur können die Anwendungen zudem schneller auf gespeicherte Informationen zuzugreifen und somit effizienter arbeiten.

3. Die Anwendungen in den Mittelpunkt stellen

Der letzte Schritt hin zu einem applikationsgetriebenen Netzwerk ist die Auflösung von Technologiesilos. Da sich Anwendungen und Netzwerke über Jahre hinweg separat voneinander weiterentwickelt haben, ist es nicht verwunderlich, dass sie nicht optimal aufeinander abgestimmt sind.

Traditionell gewachsene Netzwerke behandeln Anwendungen nach wie vor als ganz normalen Datenverkehr, der zusammen mit unzähligen anderen Paketen transportiert werden muss. Das muss sich jedoch ändern, wenn Unternehmen von den vielen Vorteilen der modernen Cloud-Angebote profitieren wollen.

In applikationsgetriebenen Netzwerken liegt der Schwerpunkt daher auf der Integration von Anwendungen, um dem Nutzer die Dienste schneller und intelligenter bereitzustellen. Bei einer Videokonferenz kann das beispielsweise bedeuten, dass die Bildschirmauflösung automatisch vom System von High Definition auf Standard herabgesetzt oder dass auf reinen Audioempfang umgestellt wird, sollte die Bandbreite limitiert sein.

Wenn die Anwendungen genaueste Informationen über die Netzwerkkapazitäten erhalten, können sie Optimierungsprozesse automatisch einleiten, sodass das Netzwerk dem Nutzer die Cloud-Dienste in bestmöglicher Qualität bereitstellen kann.

Optimiert für die Cloud

Indem Unternehmen die Zugänge vereinfachen, auf eine unternehmensweite Fabric setzen und den Fokus auf die Anwendungen legen, schaffen sie die Basis für applikationsgetriebene Netzwerke.

Jede dieser Einzelmaßnahmen verbessert bereits die Unternehmensnetzwerke. Doch in Kombination entfalten sie ihr volles Potential, sodass Mitarbeiter von überall aus Anwendungen in bestmöglicher Qualität problemlos nutzen können.

Andreas Herden, Head of Networking EMEA bei Avaya
Andreas Herden, Head of Networking EMEA bei Avaya
(Bild: Avaya)

Außerdem reduzieren sie den täglichen IT-Verwaltungsaufwand. Administratoren profitieren beispielsweise vom geringeren Konfigurationsaufwand beim Ausrollen unternehmensweiter Dienste, das statt vieler Wochen nur noch wenige Minuten in Anspruch nimmt.

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Andreas Herden, Head of NetworkingEMEA bei Avaya

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