Radwares Cloud-Prognosen für 2021 Mehr Multi-Cloud, mehr Sicherheit und höhere Kosten

Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Corona-Krise hat den Zeitplan für den Übergang in die Cloud für viele Unternehmen beschleunigt. Doch damit sind die Probleme nicht vom Tisch, warnt Security-Spezialist Radware.

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Im neuen Jahr werden Multi-Cloud sowie deren Absicherung und Kosten weiter die bestimmenden Themen für Unternehmen bei der digitalen Transformation sein.
Im neuen Jahr werden Multi-Cloud sowie deren Absicherung und Kosten weiter die bestimmenden Themen für Unternehmen bei der digitalen Transformation sein.
(Bild: © kras99 - stock.adobe.com)

Die Ausfälle bei vielen der größten Cloud-Service-Provider und die jüngsten Hacker- und Ransomware-Angriffe zeigten laut Radware die Herausforderungen in Bezug auf Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit von Cloud-Umgebungen. Für das Jahr 2021 prognostiziert Radware daher fünf wesentliche Trends:

Fortgesetzte Investitionen in Cloud-Migration und -Sicherheit
Unternehmen werden Multi-Vendor- und Multi-Cloud-Optionen erwägen, um sich gegen Ausfälle bei ihren primären Cloud-Anbietern abzusichern. Dabei werden umsatzrelevante Geschäftsanwendungen bei mehreren Anbietern gehostet werden, und Unternehmen werden Service Level Agreements verlangen und Hochverfügbarkeitslösungen einfordern. Die leichte Verfügbarkeit von ausgefeilten Hacking-Tools und Bots wird viele dazu zwingen, für den Schutz vor DOS-Attacken zu bezahlen. Zudem wird sich die Bereitschaft erhöhen, in die Ausbildung zu investieren, um Probleme wie Phishing und Social Engineering anzugehen.

Mehr Remote-Arbeiter
Unternehmen werden zunehmend in Lösungen zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit investieren - etwa durch Caching, Komprimierung, WAN- und Frontend-Optimierungen. Zudem werden sie eine Zero-Trust-Umgebung anstreben, um sicherzustellen, dass die Anwendungen nur von autorisierten und authentischen Anwendern genutzt werden. Dafür werden sie verstärkt auf Multi-Faktor-Authentifizierung, Single-Sign-On, Client-Authentifizierung und auf TLS 1.3 setzen.

Zunahme von Scraping- und Bot-Attacken auf Anwendungen
Unternehmen werden sich vermehrt für bessere Sicherheitstechnologien entscheiden, einschließlich Bot-Schutz, API-Sicherheit, Anwendungssicherheit und Technologien zur Vermeidung von Datenlecks. Weitere Gelder werden in Visibility- und Forensik-Tools in der Cloud fließen, um Transparenz für Management, Monitoring, Auditing, Compliance, Forensik und Troubleshooting zu erlangen.

Weiterhin mangelnde Multi-Cloud-Netzwerk- und Sicherheitsexpertise
Das Fehlen notwendiger menschlicher Expertise wird mehr Automatisierung bei der Konfiguration erzwingen, um Unternehmensnetzwerke und Sicherheitsrichtlinien zu implementieren – jetzt allerdings über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg. Verbesserte Automatisierungs- und Orchestrierungs-Tools werden aufkommen, um die Skalierbarkeit, Überwachung, Sicherheit und Optimierung von Anwendungen über mehrere Clouds hinweg zu unterstützen. In diesem Zusammenhang werden viele Managed Service Provider (MSP) Multi-Cloud-Expertise für Kunden anbieten – wenn diese bereit sind, dafür zu bezahlen.

Kostenfaktor von Cloud-Implementierungen wird wieder Thema
Nachdem das Metered- und Pay-as-you-grow-Preismodell einige Preisschocks für Unternehmen verursacht hat, die aufgrund der Pandemie zu einer reinen Cloud-Bereitstellung gezwungen waren, werden Unternehmen versuchen, die Kosten für Rechenleistung und Lizenzierung zu reduzieren. Elastische und flexible BYOL-Modelle (Bring Your Own License) in Multi-Cloud-Umgebungen werden in der Gunst von MSPs und großen Unternehmen steigen. Radware ist überzeugt, dass die Kosten für den Betrieb in der Cloud weiter steigen werden, da Kunden neben der Berechnung von Workloads auch für Sicherheit und Transparenz bezahlen werden.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de