Mittlerweile gibt es das Phänomen der „Cloud-Migrationen der zwei Geschwindigkeiten“: Den Unternehmen, die sich schon vor zwei Jahren auf den Weg gemacht haben und ihre Migrationsprojekte bereits abgeschlossen haben, stehen die Firmen gegenüber, die noch im Prozess sind oder gerade beginnen, Anwendungen zu verlagern.
Kaum ein Technologietrend hat sich so schnell entwickelt, wie die Nachfrage nach Cloud Services.
(Bild: iQoncept - stock.adobe.com)
Unternehmen, die ihre Projekte jetzt starten oder sich mitten in der Cloud-Migration befinden, können von den Erfahrungen der Early Adopter profitieren und so den Umzug in die Cloud von Beginn an optimieren. Colt erhebt seit drei Jahren in seinen Cloud-Reports unter 500 IT-Entscheidern von Unternehmen aus Europa und Asien den Status der Cloud-Nutzung und -entwicklung. Während 2020 die Frage im Raum stand, ob die Cloud die Erwartungen erfüllt, verlagerte sich 2021 der Schwerpunkt auf die richtige Strategie und Technologie für die Umsetzung. 2022 steht ganz im Zeichen der (Zwischen-)Bilanz und Optimierung.
Die Cloud-Reports zeigen die Herausforderungen der Early Adopter und wie man sich diesen stellen kann, sowie Funktionen, die sie nicht von Anfang an in der Cloud-Strategie mitgedacht haben.
1. Vorbereitet in die Cloud
Early Adopter zeigen fünf Schritte auf, um vorbereitet in den Migrationsprozess zu starten. Als ersten Schritt empfehlen sie, einen ausführlichen Projektplan vorzubereiten. Sinnvoll ist es dabei, ein Projektteam einzusetzen, um die Durchführung zu beaufsichtigen. Bei der Erstellung des Projektplans kann ein Blick auf die Herausforderungen der Early Adopter helfen, um diese direkt in der eigenen Planung zu berücksichtigen.
Die größte Herausforderung, der sich die Early Adopter stellen mussten, war das Budget: Während der Cloud-Migration kamen häufig unerwartete Kosten hinzu, aufgrund nicht in Betracht gezogener Faktoren wie eine flexible Bandbreite oder auch nicht kalkulierte Verzögerungen im Migrationsprozess. Letztere waren mit besonders hohen Kosten verbunden. Verzögerungen um einen Monat haben bei den befragten Unternehmen im Durchschnitt Kosten von etwa 20.000 bis 60.000 Euro verursacht, bei einigen bis 100.000 Euro oder sogar mehr als eine halbe Million Euro. Letztere machen jedoch nur einen kleinen Prozentsatz aus.
Unerwartete Kosten lassen sich reduzieren, indem beispielsweise mehr Zeit für die Integration bestimmter Anwendungen und Systeme eingeplant wird, besonders wenn es sich um technisch komplexe Lösungen handelt.
2. Das passende Cloud-Modell finden
Die Wahl des richtigen Cloud-Modells ist der zweite Schritt für eine gute Vorbereitung. Unterschieden werden kann dabei generell zwischen den folgenden drei Cloud-Modellen: Software-as-a-Service (SaaS), Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS). Während bei SaaS die Software über Drittanbieter verfügbar ist, verwalten die Unternehmen bei IaaS ihre Anwendungen, Daten und Betriebssysteme selbst. PaaS liegt in der Ausgestaltung zwischen SaaS und IaaS in Bezug auf die innerbetriebliche Verantwortung. Viele Unternehmen kombinieren diese drei Modelle auch miteinander.
Das SaaS-Modell wird gerne implementiert, weil viele komplizierte Anwendungen darüber zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise um abteilungsübergreifende Geschäftsprozesse zu verbinden. Außerdem unterstützt es den standortunabhängigen Zugriff nahezu aller digitaler Geräte und ist damit besonders in Zeiten des Homeoffice beliebt. IaaS hingegen bietet eine bessere Datensicherheit und eine Kosteneinsparung, da die IT-Infrastruktur aus der Zentrale in ein Rechenzentrum verlagert wird. Mit PaaS können IT-Manager neue Anwendungen und Dienste schneller testen und implementieren und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
3. Auf den Partner kommt es an
Für einen erfolgreichen Umzug in die Cloud, muss man auch den richtigen Cloud-Partner finden. Das ist der dritte Schritt. Die Mehrheit der Early Adopter gab an, einen Multi-Cloud-Ansatz zu verfolgen und dadurch auch mehrere Cloud-Partner zu haben. Dies schafft zusätzliche Sicherheit und Redundanz, sollte ein Cloud-Anbieter beispielsweise von einem Cyber-Angriff getroffen werden. In so einem Fall kann die Arbeitslast in andere Clouds verlagert werden.
4. Leistungsfähige Anbindung entscheidend
Damit dies ohne Probleme funktioniert, benötigt man jedoch eine entsprechende Anbindung an die Cloud. Das ist der vierte Schritt, den die Early Adopter empfehlen. Für eine adäquate Nutzung der Cloud ist eine Anbindung über ein Glasfaser-Netzwerk die beste Lösung, da nur diese die notwendige Kapazität zur Verfügung stellen kann. Man sollte sich auch Gedanken machen, welche weiteren Eigenschaften für die Verbindung benötigt werden.
Stand: 08.12.2025
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Early Adopter empfehlen die Wahl einer flexiblen Bandbreite, die sich den Projektanforderungen anpassen kann. Viele gaben an, dies nicht mitgedacht zu haben. Nach der Cloud-Migration stellten sie fest, dass das Optimieren und Erweitern der Cloud durch zusätzliche Anwendungen die Kapazität der gewählten festen Bandbreite übersteigt. Eine flexible Bandbreite hingegen kann sich den benötigten Kapazitäten der Cloud-Optimierung anpassen.
Des Weiteren ist es ratsam, die Cloud über einen privates Glasfaser-Netzwerk anzuschließen. Nur so wird eine gute Performance der Cloud garantiert. Außerdem ist es empfehlenswert, einen Netzwerk Partner für die Anbindung an die Cloud zu wählen, der bestehende Beziehungen zu verschiedenen Cloud-Anbietern hat und diese anbinden kann. Eine gute Zusammenarbeit des Partners mit den Cloud-Anbietern mindert bei Ausfällen die Risiken durch Redundanz. Durch die Zusammenarbeit kann einfach auf andere Clouds umgeschaltet werden.
5. Informationsfluss sicherstellen
Der letzte Schritt für einen erfolgreichen Umzug in die Cloud ist eine geeignete Kommunikationsplattform. Die Migration in die Cloud betrifft nicht nur die IT-Abteilung, sondern das gesamte Unternehmen. Somit ist es wichtig, die Bedürfnisse der einzelnen Abteilungen an die Cloud zu berücksichtigen. Aber auch während des Umzugs ist es relevant, den Informationsaustausch mit den Mitarbeitern und zwischen den Teams zu erhalten, die direkt an der Migration beteiligt sind.
Kontinuierliche Optimierung
Cloud-Migration ist ein laufender Prozess. Selbst wenn man schon mitten in der Migration steckt oder diese sogar schon abgeschlossen ist, lohnt es sich flexibel nachzusteuern. Gerade Unternehmen, die in ihrer Cloud-Strategie gut gerüstet sind, sollten sich jetzt auf die Optimierung konzentrieren, um alle Vorteile nutzen zu können.
Egal an welchem Punkt der Cloud-Migration man sich befindet, ist es wichtig, konstant darauf zu achten, dass die Technologie den Bedürfnissen des Unternehmens angepasst wird. Dabei gilt es zu überlegen, welche Technologie wozu verwendet wird und warum. Außerdem sollte die Cloud-Strategie auf die Unternehmensziele ausgerichtet sein.
Wenn Cloud-Strategie und Geschäftsziele harmonieren, kann die Cloud dabei unterstützen, diese Ziele zu erreichen. Die Optimierung muss über die Cloud-Migration hinaus weitergedacht werden, denn die Technologie entwickelt sich laufend weiter. Wer das berücksichtigt, wird mit bestmöglicher Sicherheit, zielgerichteteren Investitionen und verbesserter Leistung belohnt.
Mitgehen, statt Stehenbleiben
Alles in einem sollte man eines vermeiden: Stillstand. Egal an welchem Punkt man sich befindet, ob ganz am Anfang, mitten in der Cloud-Migration oder sogar bereits am Ende – es gibt immer Möglichkeiten für Unternehmen neue Technologien einzusetzen, in die Cloud zu migrieren, die Nutzung zu optimieren und so das Beste aus der Cloud herauszuholen.
* Der Autor Oktay Tekin ist Director Sales Engineers Central & Eastern Europe bei Colt Technology Services.