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Windows Virtual Desktop in Azure Kosten und Lizenzierung von Cloud-Desktops

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Mit Windows Virtual Desktop stellt Microsoft eine Cloud-Version seiner Remotedesktopdienste zur Verfügung. Für Anwender verhält sich die Bedienung ähnlich wie eine Verbindung zu einem Remotedesktop-Sitzungshost. Wir geben einen Überblick zum Preis und zur Lizenzierung.

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Der cloud-basierte Ansatz von Windows Virtual Desktop erspart den Betrieb eigener Server oder sogar ganzer Rechenzentren.
Der cloud-basierte Ansatz von Windows Virtual Desktop erspart den Betrieb eigener Server oder sogar ganzer Rechenzentren.
(Bild: © SasinParaksa - stock.adobe.com)

Mit Windows Virtual Desktop können Unternehmen in Microsoft Azure einen Cloud-Dienst buchen, der es ermöglicht, dass sich Anwender direkt mit einem Desktop oder veröffentlichten Anwendungen verbinden können. Die Funktionsweise entspricht der vom Einsatz einer RDS-Umgebung, mit dem Unterschied, dass weder im Rechenzentrum noch in der Cloud Server betrieben werden müssen.

Aus Sicht von Unternehmen ist Windows Virtual Desktop die Weiterentwicklung der Remotedesktopdienste, nur eben aus der Cloud. Anwender können von zahlreichen Geräten auf den Desktop oder die Apps von Windows Virtual Desktop zugreifen. Dazu gehören neben Windows-PCs und Thin-Clients auch Rechner mit macOS, Linux und Endgeräte mit Android oder iOS. Die Konfiguration der Serverdienste wird von Microsoft übernommen und erfordert keinerlei Eingreifen von Unternehmens-Administratoren. Wer bereits auf Virtual Desktop Infrastructure-Lösungen setzt, kann diese meistens über Schnittstellen mit Windows Virtual Desktop erweitern.

Sicherheit in Windows Virtual Desktop

In vielen Fällen wird Windows Virtual Desktop zusätzlich für Anwender bereitgestellt, wenn im Netzwerk ein lokales Active Directory vorhanden ist. Die Anmeldedaten von Active Directory können mit Azure AD Connect zu Azure AD synchronisiert werden. Das bedeutet, dass sich Anwender nur einmal anmelden müssen und anschließend mit allen Ressourcen im lokalen Netzwerk, in Microsoft 365/Office 365, Microsoft Azure und damit auch Windows Virtual Desktop arbeiten können. Bezüglich der Sicherheit können Richtlinien in Azure AD, bei entsprechender Konfiguration auch Gruppenrichtlinien, und vor allem auch Richtlinien in Microsoft Azure genutzt werden.

Die verwendeten VMs von Windows Virtual Desktop werden nicht direkt mit dem Internet verbunden und erhalten keine öffentliche IP-Adresse. Der Zugriff erfolgt über strenge Regeln und Mechanismen in Microsoft Azure, mit denen sich die Anwender und die Desktops verbinden. Azure sorgt anschließend für das sichere Routing. Zur Verwaltung der Desktops können auch Lösungen wie Microsoft Intune verwendet werden.

RDS-Sitzungshosts, Gateways, Lizenzserver, Connection-Broker und Remotedesktop Web Access als Dienst nutzen

Wo in lokalen Rechenzentren noch RDS-Sitzungshosts, Gateways, Lizenzserver, Connection-Broker und Remotdestop Web Access konfiguriert werden mussten, reicht es in Windows Virtual Desktop aus einem Image für einen Windows 10-Computer auszuwählen oder zu erstellen und dieser der Umgebung zuzuweisen. Der Rest der Einrichtung erfolgt im Webportal von Microsoft Azure.

Bei Windows Virtual Desktop handelt es sich um einen verwalteten Dienst in Azure, den Unternehmen nur buchen und konfigurieren müssen. Mit dem Desktop-as-a-Service-Ansatz benötigen Unternehmen keine eigene Hardware mehr, sondern können auch mit vorhandenen PCs, die etwas älter sind oder Thin-Clients alle Funktionen von Windows 10 nutzen, und das noch von überall in der Welt, auch unterwegs und aus dem Home-Office.

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Überblick zu Windows Virtual Desktop

Für die Verbindung wird allerdings der Zugriff auf einen virtuellen Windows 10-Computer benötigt, der in Azure als Multisession-Umgebung aufgebaut wird. Das bedeutet, dass Administratoren ein Image mit Windows 10 Enterprise Multisession in Azure anpassen und in Windows Virtual Desktop (WVD) integrieren. Anschließend können sich Anwender an Azure Active Directory anmelden und mit dem Desktop oder veröffentlichten Anwendungen in der WVD-Umgebung arbeiten.

Neben Windows 10 kann in WVD auch noch mit Windows 7 gearbeitet werden. Hier erhalten Unternehmen weiterhin technischen Support und auch Updates. Sinnvoll ist das, wenn Unternehmen Legacy-Anwendungen betreiben, mit die nicht auf Windows 10 umgestellt werden können, gleichzeitig lokal aber die veralteten PCs abgeschafft werden müssen.

Die Benutzer arbeiten mit WVD genauso wie bei lokalen Arbeitsplätzen mit Windows 7 oder Windows 10. Das „Look and Feel“ entspricht vollständig dem von Windows 7 und Windows 10. Durch die Möglichkeit mehrere Benutzer mit einer virtuellen Maschine mit Windows 10 zu verbinden, können jetzt auch im Desktop-Betriebssystem Windows 10 Benutzer so arbeiten, wie früher mit RDS auf einem Server.

Persistente Benutzerprofile nutzen

In Windows Virtual Desktop gibt es genauso Benutzerprofile, wie auf Windows 10-Rechnern im Netzwerk. Allerdings werden diese nicht in den virtuellen Computern gespeichert, mit denen sich die Anwender verbinden, sondern in eigenen Containern in Microsoft Azure. Dazu wird die FSLogix-Technologie verwendet.

Lizenzierung von Windows Virtual Desktop

Die Zugriffsrechte auf Windows Virtual Desktop ist in Windows 10 in vielen Verträgen bereits integriert. RDS-Lizenzen, wie beim Einsatz von eigenen Servern, ist beim Einsatz von WVD nicht notwendig. Um WVD richtig zu lizenzieren, sind zwei verschiedene Lizenzen notwendig, die Software-Lizenz für den Einsatz von WVD und die Lizenzierung der dazu notwendigen Infrastruktur auf Microsoft Azure.

Für den Einsatz von Windows Virtual Desktop ist eine Abonnement-Lizenz notwendig. Diese Lizenzen sind entweder in Windows 10 Enterprise enthalten, abhängig von der Lizenzversion, oder werden über Microsoft 365 Business zur Verfügung gestellt, zum Beispiel in den Editionen E3 und E5. Bei der Lizenzierung von Windows 10 im Unternehmen sollte möglichst darauf geachtet werden eine Lizenz zu erwerben, die Windows Virtual Desktop abdeckt.

Für die Ausführung von WVD in Azure werden natürlich Infrastrukturdienste in Microsoft Azure benötigt. Dazu gehören der Speicher den WVD in Azure nutzt sowie den Container für die Profile der Benutzer. Auch die Verwendung von Azure Active Directory muss lizenziert werden. Ebenfalls wichtig sind die Netzwerkkomponenten und die verwendete Bandbreite. Trotz dieser Kosten ist mit einer deutlichen Einsparung im Vergleich zu lokal betriebenen Windows 10-PCs zu rechnen.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist