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Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung mit professionellen IT-Testing-Services IT-Testing: Spagat zwischen Qualität und Effizienz

| Autor / Redakteur: Lars Hinrichsen * / Florian Karlstetter

Die Anforderungen an das IT-Testmanagement steigen. Der Grund: Die Softwareentwicklung wird in immer kürzere Release-Zyklen gezwungen. Fach- und IT-Seite können eine umfassende Qualitätssicherung nur mit großem Aufwand leisten.

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Lars Hinrichsen, Senior Manager Managed Testing und Quality Assurance von Steria Mummert Consulting.
Lars Hinrichsen, Senior Manager Managed Testing und Quality Assurance von Steria Mummert Consulting.
( Archiv: Vogel Business Media )

Unternehmen wollen neue Produkte möglichst als Erster vermarkten. Gleichzeitig wird Software jedoch immer komplexer und die abgebildeten Prozesse immer kritischer. Fehler und Funktionsstörungen kann sich kein Betrieb leisten. Viele Firmen geraten so in ein Spannungsfeld zwischen Qualität und Umsetzungsdruck.

Das Aufgabenprofil des Testens hat sich enorm erweitert. IT-Tests gehen schon lange über die Gewährleistung einer fehlerfreien Software hinaus. Zur Qualitätssicherung gehört heute ebenfalls die Prüfung, dass alle geplanten Anforderungen fachlich und technisch vollständig sowie korrekt umgesetzt werden.

Dieses Ziel kann unter Effizienzgesichtspunkten nur erreicht werden, wenn Testingaspekte schon sehr früh in den Entwicklungsprozess einfließen – im Idealfall beginnend mit dem Review der Dokumentation einer jeden Softwareanforderung. Um im Zeitplan zu bleiben, wird deshalb der Ruf nach strafferen Abläufen laut. Neue Fragestellungen drängen in den Fokus. Unternehmen sind gefordert, die Auswahl der richtigen Testinfrastruktur, die geforderten Testabdeckungsgrade, Automatisierungsstrategien sowie die Verbindung von Anforderungs- und Defect-Management stringent aufeinander abzustimmen.

Testen mit System steht erst am Anfang

Noch führen Unternehmen Softwaretests allerdings nur selten systematisch durch. Viele Teams testen nebenher. An die Stelle klarer Ziele treten häufig vage, nicht operationalisierbare Vorstellungen. Meist entscheiden die Verantwortlichen erst am Projektende, welche Funktionen der Software überprüft werden sollen, und begnügen sich dann lediglich mit Stichprobentests. Dazu kommt, dass genaue Vorgaben über das angestrebte Qualitätsniveau fehlen.

In der Regel gibt es keine eindeutige Definition, welche Kennzahlen die Güte der entwickelten IT-Anwendung anzeigen sollen. Über den Testverlauf entscheiden dann allein die Kreativität und die Erfahrung des Testingenieurs. Zudem fehlt häufig das nötige Training für diese Arbeit. Speziell ausgebildete Testprofis sind selten im Einsatz, denn Unternehmen scheuen die Zusatzkosten für die Qualifizierung.

Zeitmangel als Qualitätskiller

Testprofis wissen: Der Kardinalfehler beim Testen ist fast immer der zu späte Beginn. Damit werden mögliche Fehler erst am Projektende entdeckt. Nötige Change Requests können nur unter enormen Zeitdruck umgesetzt werden, wodurch das Risiko weiterer Fehler steigt. Tauchen Softwaremängel erst kurz vor Aufnahme des Regelbetriebs auf, dauert die Korrektur zudem deutlich länger und benötigt mehr Mitarbeiter, als wenn Tests frühzeitig geplant und eingebaut werden. Der Mehraufwand für eine nachträgliche Fehlerbeseitigung beträgt in der Regel das Fünffache. Organisatorische Defizite beim Testen gehen damit nicht nur zu Lasten der Qualität, sie verteuern das Projekt unnötig.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie wichtig es ist, Qualitätssicherung und Testing nicht als Nebensache zu betrachten, sondern vielmehr als Managementdisziplin einzustufen.

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