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Wo bleibt das Geld in der IT? Inhouse-IT contra Cloud-Services – die Argumente

| Autor / Redakteur: Jochen Michels / Ulrike Ostler

Wenn man sich mit den Optionen des Cloud Computing befasst, tauchen Fragen auf, wie: Warum können Cloud-Anbieter IT vergleichsweise günstig anbieten? Schauen wir uns den IT-Bereich in einem Unternehmen mittlerer Größe an.

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Es gibt zahlreiche Gründe für eine eigene IT und deren Infrastruktur. Doch was kostet sie eigentlich? Und ist sie das wert?
Es gibt zahlreiche Gründe für eine eigene IT und deren Infrastruktur. Doch was kostet sie eigentlich? Und ist sie das wert?
(Bild: VBM-Archiv)

Die Unternehmens-IT besteht – grob gesprochen – aus dem Beschaffen und Betrieb von Anwendungen und der Infrastruktur, die zu ihrem Betrieb nötig ist. Anwendungen werden fertig gekauft, angepasst oder neu selbst entwickelt. Außerdem müssen sie gewartet werden und den Anwendern steht ein Support zu. Das aber bindet fast ausschließlich Personal und Lizenzgebühren.

Die weiteren Ressourcen wie Test-Hardware, Entwicklungsrechner, Raum und Facilities fallen dagegen kostenmäßig kaum ins Gewicht. Fasst man den Teilbereich „Anwendungen“ zusammen, so dürfte er selten mehr als ein Drittel des IT-Budgets beanspruchen, auch wenn es in einzelnen Unternehmen einen Anteil von bis zu 60 und mehr Prozent gibt.

Grob eingeteilt gehen zwei Drittel der IT-Kosten in die Infrastruktur und ein Drittel verbleibt für das Rechenzentrum.
Grob eingeteilt gehen zwei Drittel der IT-Kosten in die Infrastruktur und ein Drittel verbleibt für das Rechenzentrum.
(Bild: VBM-Archiv)

So bleiben meistens zwei Drittel für die Infrastruktur, das heißt, für alles Weitere, was zum Betrieb erforderlich ist. Das ist in erster Linie das Rechenzentrum, außerdem die Peripherie. Damit meinen wir heute die Netzverbindungen und Endgeräte auf den Schreibtischen der Benutzer. Manchmal kommen auch technische Endgeräte wie Sensoren, Waagen, RFID oder Messgeräte hinzu. Rechnen wir für die gesamte Peripherie ein weiteres Drittel, so verbleibt für das Rechenzentrum (RZ) das letzte Drittel (siehe: Grafik 1).

Was kostet ein Rechenzentrum?

Praktisch bedeutet es, wenn das gesamte IT-Budget sich auf Euro 30 Millionen beläuft, dass dann für das Rechenzentrum rund 10 Millionen Euro jährlich anfallen. Selbst wenn für Anwendungen und Peripherie mehr ausgegeben werden müssen, bleibt für das RZ immer noch eine stattliche Millionensumme, die natürlich in jedem Einzelfall genau ermittelt werden muss.

Im Wesentlichen bestehen die IT-Aufgaben aus Rechnen und Speichern, Vernetzung und Archivieren.
Im Wesentlichen bestehen die IT-Aufgaben aus Rechnen und Speichern, Vernetzung und Archivieren.
(Bild: VBM-Archiv)

Wenden wir uns diesem Bereich zu, denn er ist der Kandidat für mögliches Cloud Computing. Und hier betrachten wir nicht, wie noch oft üblich, einzelne Anwendungen oder ganze Anwendungslandschaften wie ERP, CRM oder Branchenlösungen. Sondern wir wollen uns auf die reine Infrastruktur konzentrieren, also alles, was zum Betrieb der Anwendungen erforderlich ist.

Das ist natürlich zunächst die Rechner- und Speicher-Hardware mit der unerlässlichen Ausstattung an Software – angefangen vom Betriebssystem über die Middleware bis zum Datenbank-System. Ebenso gehören dazu die Räumlichkeiten mit Energie, Klima, Schutz, Sicherheit, Zugang und allen anderen Facilities, nicht zu vergessen das Personal einschließlich Management.

Rechnen, Speichern, Archivieren

Alle diese Kostenarten dienen im Endeffekt nur den typischen RZ-Diensten „Rechnen“, „Speichern“, „Archivieren“ mit der internen Vernetzung, die man auch aus der Cloud beziehen kann. Damit kein Missverständnis aufkommt: das Netz besteht in den meisten IT-Bereichen aus drei sehr verschiedenen Teilen:

  • 1. Die Vernetzung im Rechenzentrum zwischen Storage, Switches und Servern
  • 2. Die Verbindung zur Außenwelt der Benutzer – alles was den RZ-Raum verlässt
  • 3. Die Fern- und Teilnetze zu Außenstellen und innerhalb dieser.

Einige konkrete Beispiele der Beratungsarbeit zeigten bei einem Server-Pool von etwa 300 physischen (rund 800 logischen) Servern jährliche Kostenvolumina zwischen 2 und 7 Millionen Euro. Nun kommt die interessante Frage: wofür wird dieses Geld eingesetzt? Welches sind die Hauptkostenblöcke? Um zu einer Antwort zu gelangen, hilft der Vergleich mit einer Cloud-Lösung ein Stück weiter.

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