Souveräne Cloud-Services Infomaniak baut Managed Services in Schweizer Public Cloud aus

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Infomaniak erweitert seine Public Cloud um Managed Kubernetes, Database-as-a-Service und GPU-Instanzen. Die vollständig in der Schweiz betriebene Infrastruktur sei eine Alternative zu Hyperscalern wie AWS und Azure, ohne dass größere Anpassungen an bestehenden Anwendungen nötig wären.

Die Public Cloud von Infomaniak wird ausschließlich in Schweizer Rechenzentren betrieben, die vollständig von Infomaniak konzipiert, betrieben und gewartet werden.(Bild:  Infomaniak)
Die Public Cloud von Infomaniak wird ausschließlich in Schweizer Rechenzentren betrieben, die vollständig von Infomaniak konzipiert, betrieben und gewartet werden.
(Bild: Infomaniak)

Eigenen Angaben zufolge hat Infomaniak in den vergangenen eineinhalb Jahren eigene Software-Layer entwickelt, um höherwertige Services anbieten zu können. Die bislang auf OpenStack-Komponenten wie Compute-Instanzen, Storage und Netzwerk basierende Plattform wurde demnach um mehrere Managed Services ergänzt.

Der Managed-Kubernetes-Service (Kubernetes-as-a-Service, KaaS) übernimmt laut Anbieter die gesamte Orchestrierungsschicht – von Cluster-Erstellung über Hochverfügbarkeit bis zu Updates nach dem Rolling-Update-Prinzip. Eine kostenlose geteilte Variante steht für Tests zur Verfügung, dedizierte Angebote mit SLA umfassen mehrere Control-Plane-Instanzen. Die Worker-Nodes laufen auf der Public Cloud und können per horizontalem Autoscaling an die Auslastung angepasst werden.

Bei Database-as-a-Service (DBaaS) stellt Infomaniak sofort nutzbare Datenbank-Cluster bereit. Kunden können zwischen Einzelinstanzen ohne SLA oder Clustern mit zwei bis drei Knoten und unterschiedlichen SLA-Stufen wählen. Die Datenbanken werden nach Herstellerangaben über mehrere unabhängige Verfügbarkeitszonen verteilt. Der Service umfasst konfigurierbare tägliche Backups, anpassbare Aufbewahrungsfristen, Point-in-Time-Recovery und dynamische Skalierung.

GPU-Instanzen und KI-Services in der Schweiz

Für rechenintensive Workloads bietet Infomaniak GPU-Instanzen mit Pass-through-Zugriff an. Verfügbar seien Modelle von Nvidia, darunter L4, T4, A2 sowie A100 und L40S. Die GPU-Ressourcen lassen sich nativ in Kubernetes-Umgebungen und Public-Cloud-Instanzen integrieren.

Zusätzlich stellt der Anbieter KI-Services über eine OpenAI-kompatible API bereit. Unternehmen sollen damit Open-Source-KI-Modelle nutzen können, die in Schweizer Rechenzentren gehostet werden. Die Anwendungsfälle reichen laut Infomaniak von Dokumentenanalyse über Audiotranskription bis zur Integration in Business-Anwendungen. Die Services ließen sich mit GPU-Ressourcen und Kubernetes-Clustern kombinieren.

Migration ohne größere Anpassungen

„Wenn ein Unternehmen die Resilienz und Unabhängigkeit seiner IT gegenüber den GAFAM stärken möchte, ist die Public Cloud mit Abstand das einfachste Vorhaben“, erklärt Martial Fol, Head of Infrastructure bei Infomaniak. Im Gegensatz zur Migration von Kollaborationstools oder Fachanwendungen ändere sich für Endnutzer nichts.

Dank offener Standards soll der Wechsel zur Infomaniak Public Cloud schrittweise und reversibel möglich sein. Auf AWS oder Azure betriebene Architekturen könnten nach Angaben des Anbieters ohne grundlegende Anpassungen der Anwendungen migriert werden, wobei bestehende DevOps-Praktiken, Automatisierungstools und Sicherheitsstandards erhalten blieben.

Die Services sind über API, Terraform und die Infomaniak-Oberfläche verfügbar.

Datensouveränität und Nachhaltigkeit

Die Infrastruktur wird ausschließlich in Schweizer Rechenzentren betrieben, die nach Unternehmensangaben vollständig von Infomaniak konzipiert, betrieben und gewartet werden – mit Personal in der Schweiz und ohne Outsourcing. Sämtliche Verarbeitungs- und Speicherprozesse fänden in der Schweiz statt und gewährleisteten eine strikte Einhaltung der DSGVO sowie des Schweizer Datenschutzgesetzes (DSG).

Die Rechenzentren werden zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben. Ein wesentlicher Teil des Stromverbrauchs werde in Form von Wärme zurückgewonnen und in Fernwärmenetze eingespeist, so der Anbieter.

Partnernetzwerk und Testguthaben

Infomaniak hat zudem die Infomaniak Academy gestartet – ein Zertifizierungsprogramm für Entwickler, Integratoren und Partner. Zum Start bietet die Akademie strukturierte Lernpfade rund um die Public Cloud und kSuite Pro an.

Ein Netzwerk zertifizierter Partner soll Unternehmen bei der Migration begleiten. Für Tests stellt Infomaniak 300 Schweizer Franken oder 300 Euro Cloud-Guthaben zur Verfügung, die nach Aktivierung mit Kreditkarte drei Monate lang gültig sind.

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