Sieben Stolpersteine auf dem Weg zum internationalen Parkett

Implementierung von ERP-Systemen auf internationaler Ebene

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4. Zentrale IT-Struktur als Basis

Mit Rücksicht auf die in vielen Regionen nach wie vor bestehenden Leitungsprobleme wählen Unternehmen für ihre ERP-Systeme in fernen Ländern immer wieder dezentrale Lösungen. Durch diesen Ansatz entstehen jedoch regelmäßig Probleme, beispielsweise bei der Datenkonsistenz oder beim Installieren von Programmänderungen und Upgrades. Die dabei entstehenden Kosten sind um ein vielfaches größer als die für die Nutzung zentraler Lösungen notwendigen teueren Verbindungen, zum Beispiel mit MPLS (Multiprotocol Label Switching).

5. Dokumentation

Die Geschäftsprozesse, die von ERP-Systemen abgebildet werden, sind heute zwar in der Regel vorschriftsmäßig dokumentiert, aber gerade bei internationalen Implementierungen wird häufig versäumt, die Dokumentation auch darüber hinaus aktuell zu halten und beispielsweise Änderungen über den gesamten Lifecycle hinweg nachzudokumentieren.

6. Vereinheitlichung von Geschäftsprozessen

Ein einheitliches ERP-System dient immer auch der Vereinheitlichung der Geschäftsprozesse. Dabei müssen bisher dezentral organisierte regionale Gesellschaften in das Gesamt-Modell integriert werden. Bei der Evaluierung unterschätzen Unternehmen diesen Aspekt häufig und setzen insbesondere den jenseits von IT und ERP-Systemen erforderlichen organisatorischen Aufwand zu gering an.

7. Berücksichtigung gesetzlicher Vorschriften

Dass die jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden müssen, ist die selbstverständliche Vorsaussetzung für den internationalen Einsatz eines ERP-Systems. Viele Unternehmen unterschätzen aber, wie viele Bereiche davon betroffen sind. So muss zwar ein einheitliches, zentrales Controlling aufgebaut werden, das alle Niederlassungen erfasst, dieses muss aber wiederum die lokalen Vorschriften in jedem Land berücksichtigen.

Die Implementierung eines neuen ERP-Systems auf internationaler Ebene ist in jedem Unternehmen ein überaus komplexer Vorgang, in den viele Stellen und Personen innerhalb und außerhalb involviert sind. Neben einer Vielzahl von Faktoren vom Kostenrechnungsmodell über Nummernkreise bis zur Datensicherung, spielen daher auch die so genannten weichen Faktoren eine wichtige Rolle: Zwischen Hersteller und Anwender muss schließlich auch die „Chemie“ stimmen, denn gerade auf internationaler Ebene, wo die Rahmenbedingungen noch einmal ein Stück komplizierter sind, lässt sich ein derartiges Projekt nur auf einer Basis gegenseitigen Vertrauens erfolgreich umsetzen.

Über den Autor:

Herbert Feuchtinger ist Director Consulting & Support bei IFS in Erlangen.

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