Eine große Mehrheit von Unternehmen geht davon aus, dass in drei Jahren die Hälfte ihrer Anwendungen in der Cloud läuft. Die Kunden wollen Geschwindigkeit, Kostenvorteile und Flexibilität einer Public Cloud mit der eigenen virtualisierten IT-Landschaft, sprich Private Cloud, verknüpfen, um so kostengünstiger und agiler im Markt tätig sein zu können.
Die Zeit ist reif und viele sind auch endlich bereit dazu: Hybrid Clouds setzen sich in Unternehmen immer mehr durch.
(Bild: ra2studio, Fotolia)
Das zeigt eine Marktstudie im Auftrag des IT-Consulters Avanade. „Eine Hybrid Cloud erlaubt es Unternehmen, das komplette Spektrum an Cloud-Lösungen zu nutzen“, erläutert Robert Gögele, Avanades General Manager für die DACH-Region. Das Marktforschungsinstitut Wakefield Research befragte im Oktober 2014 im Auftrag von Avanade rund tausend Vorstände, IT-Leiter und Fachbereichsleiter.
Die befragten Unternehmen gehen davon aus, dass in den nächsten drei Jahren mehr als die Hälfte ihrer Anwendungen und Dienste in der Hybrid Cloud eingesetzt werden. Das heißt: Sie beziehen Public-Cloud-Dienste, um ihre eigenen Lösungen zu ergänzen, wenn nicht sogar zu ersetzen.
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Aus dem Inhalt:
Hybride Clouds: Das Beste aus zwei Welten
Einheitliche Management für hybride Cloud-Lösungen
Zum Autor: Oliver Schonschek, Dipl.-Phys., ist IT-Fachjournalist und IT-Analyst. Sein Fokus liegt auf IT-Sicherheit und Datenschutz in allen Bereichen der IT wie Cloud Computing, Mobile Enterprise, Big Data und Social Enterprise.
Diese Dienste können sie unter anderem von Amazon Web Services, Rackspace, Google, Microsoft Azure oder von VMware beziehen. „In der Praxis selektieren meist die IT Abteilungen gemeinsam mit den Fachbereichen die verschiedenen Lösungen beziehungsweise Daten und entscheiden je nach Anwendung, welche in eine Public Cloud gehen und welche in der privaten Infrastruktur bleiben“, erläutert Avanade-Manager Gögele.
Bislang hat aber erst die Hälfte der befragten Unternehmen überhaupt eine Hybrid-Cloud-Strategie und nur eine Minderheit von acht Prozent versteht, wie das Potenzial einer Hybrid Cloud ausgeschöpft werden könnte. Hier ist offenbar noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Statt Cloud-Strukturen zu nutzen, führen 91 Prozent der Befragten einfach bestehende On-Premise-Anwendungen über eine Cloud-Infrastruktur aus, quasi als Hosted oder Managed Service. Dieser Wert liege signifikant höher als im weltweiten Vergleich, wo er 71 Prozent betrage, so Gögele.
Prioritäten und Herausforderungen
Die Gewährleistung der IT-Sicherheit ist aktuell die mit Abstand wichtigste Anforderung an die IT-Abteilungen. Dies bestätigt eine deutsche Hybrid-Cloud-Marktstudie der Marktforscher von IDC. Bei der Wahl externer Cloud-Services (Hosted oder Public) im Rahmen des Aufbaus von hybriden Cloud-Umgebungen legen demnach die IT-Verantwortlichen besonderen Wert darauf, dass die Anbieter ihre Rechenzentren in Deutschland betreiben, Verträge nach deutschem Recht abgeschlossen und Daten bei der Übertragung verschlüsselt werden. Auch fordern die IT-Entscheider Zertifikate, anhand derer die Einhaltung der Datenschutzgesetze nachgewiesen wird.
Integration des Cloud-Modells
Im Hinblick auf unternehmensinterne Herausforderungen gaben die befragten IT-Entscheider die Komplexität der hybriden IT-Umgebung und die Integration der eigenen IT-Umgebung mit den Cloud-Modellen als große Herausforderungen an. Sie müssen vieles anpassen, nicht zuletzt ihre Geschäftsprozesse und ihre IT. Bislang verlagern die Unternehmen – wie bereits oben beschrieben – lediglich Anwendungen in die Hybrid Cloud, ohne jedoch eigene Lösungen dafür zu schreiben.
Noch wichtiger aber ist für die Befragten die vollständige Kontrolle über die gesamte hybride IT-Umgebung. Damit sind IT-Verfügbarkeit, Nutzerzugriff und die Überwachung der Dienstgütevereinbarungen (SLA) gemeint. „Entscheidend ist ein End-to-End-Management der hybriden Cloud-Umgebung“, sagt IDC-Analyst Matthias Kraus. „Erst dann kann die IT-Abteilung ihren Nutzern aus den Fachbereichen IT-Leistungen in Form eines Service anbieten.“
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Bedeutung von Software-Defined Datacenter wächst
Aufbau und Management hybrider IT-Umgebungen sind deshalb nach Meinung von Kraus in einem breiteren Gesamtkontext zu betrachten. „In diesem Zusammenhang taucht der Begriff des Software-Defined Datacenter (SDDC) immer häufiger im Markt auf – dabei bündeln und automatisieren gekoppelte Software-Komponenten das Rechenzentrums-Provisioning und skalieren virtuelle und physische Ressourcen.“ So werde die Brücke zwischen der eigenen IT-Infrastruktur und externen Cloud-Services geschlagen.
Die Bedeutung von SDDC sieht der IDC-Analyst in den kommenden Jahren steigen: „Elf Prozent der IT-Entscheider gehen davon aus, dass das SDDC-Konzept bereits in ein bis zwei Jahren bedeutend ist. 35 Prozent erwarten, dass der SDDC-Ansatz eher mittelfristig (3-5 Jahre) ein wesentlicher Ansatz zum Management gemischter IT-Landschaften wird.“ Der Ansatz des SDDC befinde sich zwar noch in den Kinderschuhen, lediglich 13 Prozent der befragten Organisationen haben mit der Umsetzung eines SDDC begonnen. Allerdings gab rund ein Viertel an, SDDC in den kommenden 12 bis 24 Monaten zu implementieren.
Stand: 08.12.2025
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