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Win-win-Situation für Business und IT Heute war gestern: Digitale Transformation der Kundenbeziehung

| Autor / Redakteur: Frank Engelhardt * / Elke Witmer-Goßner

Deutschlands Wirtschaft geht es gut. Zwar gibt sich das Wachstum moderat, dennoch zeigt die Trendkurve weiter nach oben, trotz globaler Krisen und einer weltweit insgesamt verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Schlussfolgerung aus den aktuellen Konjunkturdaten müsste demnach lauten: alles ist gut, weiter so.

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Geschäftsmodelle müssen heute mit dem Ziel modernisiert werden, dass der Kunde und seine Zufriedenheit im Zentrum der Unternehmensaktivität stehen. Nur so werden künftig alle auf ihre Kosten kommen.
Geschäftsmodelle müssen heute mit dem Ziel modernisiert werden, dass der Kunde und seine Zufriedenheit im Zentrum der Unternehmensaktivität stehen. Nur so werden künftig alle auf ihre Kosten kommen.
(Bild: © Sergey Nivens - Fotolia)

Dennoch überwiegen kritische Stimmen wie beispielsweise aus dem Münchner Kreis, einem renommierten Thinktank mit Mitgliedern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Als „Schwachstelle der deutschen Wirtschaft“ hat die Gruppe in einer vor einigen Monaten publizierten Studie die „schleppende Digitalisierung“ ausgemacht. Der Untersuchung zufolge verharrten Unternehmen hierzulande in alten Geschäftsmodellen, kleinteiligen fachzentrierten Denkweisen und hielten nicht Schritt mit der Geschwindigkeit, in der sich digitale Märkte entwickelten.

Digitale Reise mit angezogener Handbremse

Dass der Digitale Wandel keine Modeerscheinung ist, die bald vorübergehen wird, liegt auf der Hand. Vor dem Hintergrund des anbrechenden Industrie 4.0-Zeitalters, das besonders für den führenden Industriestandort Deutschland eine enorme Bedeutung hat, mobilisiert auch die Bundesregierung mit ihrer „Digitalen Agenda“ Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung, sich der Digitalen Transformation auf allen Ebenen zu öffnen. Berlin selbst indes macht, nach einem genauen Blick auf die Agenda, im Grunde genommen lediglich im Hinblick auf den Breitbandausbau Nägel mit Köpfen.

Für Unternehmen, egal ob Start-up, etablierter Mittelständler oder Konzern, ist die Findung der richtigen Digitalisierungsstrategie eine anspruchsvolle Aufgabe. Fakt ist: Stand heute ist die Mehrzahl der Unternehmen noch nicht so weit, wie sie schon sein könnte. Das Beratungshaus Pierre Audoin Consultants hat den Status quo mit dem Fokus auf IT- und Marketingabteilungen im Auftrag der Cloud Company Salesforce beleuchtet. So verfügten unter den 150 befragen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern lediglich 28 Prozent über eine Digitalisierungsstrategie. Immerhin 58 Prozent setzen bereits einzelne Projekte um.

Diese Zahlen weisen nicht nur darauf hin, dass Unternehmen in Deutschland noch Schwierigkeiten haben, die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen und in erfolgreiche Betriebsmodelle zu übersetzen. Insbesondere vor dem Hintergrund der hitzigen Debatte um Industrie 4.0 entsteht eine neue Gefahr: dass die Industrie hierzulande in eine Art „digitalen Aktionismus“ zu verfallen droht. Dies könnte geschehen, wenn sich der Blick auf die Chancen der Digitalisierung zu sehr auf die Fertigungsprozesse an sich verengt und in Folge die Bestrebungen allein auf die „Smart Factory“ gerichtet werden. Die Vernetzung der Produktionsetage mit dem Top Floor mit dem Ziel einer weitgehend selbststeuernden Fertigung alleine greift zu kurz. Denn Industrie 4.0 ist nur ein Teil der umfassenden digitalen Transformation, die Unternehmen über alle Branchen und Sektoren hinweg bewältigen müssen.

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