Deutsche Startup-Metropole erhält Rückenwind durch Steve Ballmer

Gründerzentrum „Microsoft Berlin“ hebt Startups in die Business-Cloud

| Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Florian Karlstetter

Strahlende Gesichter: Steve Ballmer und Christian P. Illek begrüßen zusammen mit Rahul Sood und Stephan Jacquemot die neun Startups der ersten Klasse des Microsoft Ventures Accelerators in Berlin: Attaching.it, Babbo, Cringle, EvoMob, Makeapoint, MyLorry, Researchcluster, Sensorberg und UnlockYourBrain.
Strahlende Gesichter: Steve Ballmer und Christian P. Illek begrüßen zusammen mit Rahul Sood und Stephan Jacquemot die neun Startups der ersten Klasse des Microsoft Ventures Accelerators in Berlin: Attaching.it, Babbo, Cringle, EvoMob, Makeapoint, MyLorry, Researchcluster, Sensorberg und UnlockYourBrain. (Bild: Microsoft)

Das von Firmenchef und (noch) CEO Steve Ballmer Anfang November neu eröffnete „Microsoft Berlin“ Center verdeutlicht den rasanten Imagewandel bei jungen IT-Unternehmen. Wie StartUps von Microsoft profitieren können, hat Korrespondent Lothar Lochmaier für CloudComputing-Insider.de bei der Eröffnungsveranstaltung hinterfragt.

Trotz spannender Ideen ist der Weg von Internet- und IT-Startups bis zum Erfolg oftmals steinig. So auch bei MyLorry, ein junges Unternehmen, das sich dem Transportmarkt zugewandt hat. Die in der Hauptstadt angesiedelten Gründer werben mit dem Etikett der „ersten urbanen Logistikmarktplatz-Lösung weltweit“. Ein Sofa transportieren, ein Ticket für die Abendveranstaltung rasch noch über eine einfache App via Smartphone organisieren, all dies und noch viel mehr will das Unternehmen bald schon ermöglichen. Und vermittelt die passenden Transportfahrer über die einfache Buchung per App gegen Gebühr gleich mit dazu.

Startup-Center

Bis die individuelle Logistikvision 2.0 von MyLorry allerdings real erfolgreich werden kann, benötigen die Gründer neben einem cleveren Konzept reichlich externe Unterstützung, Dazu gehört auch eine finanzielle Wachstumsspritze, die spätestens dann ins Spiel kommt, wenn die ersten Mitarbeiter eingestellt sind. Aber der erste Schritt zum erfolgreichen Markteintritt ist immerhin bereits gelungen. Denn seit kurzem können ausgewählte Unternehmensgründer wie die Gründer von MyLorry beim Microsoft Startup-Center direkt unter einem edlen Dach logieren und dort weiter an ihren Ideen feilen.

In entspanntem, aber professionellen Ambiente können derartige Ideen zur nächsten Business-Cloud angesichts der von Architekten und Designern hochwertig restaurierten und gestalteten Umgebung fast von alleine gelingen. Denn ganz im Kontrast zur Legende um den Microsoft-Mitgründer Bill Gates in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts müssen heutzutage IT Startups nicht mehr in einer schummrigen Garage an ihrem großen Durchbruch arbeiten.

Microsoft Ventures Accelerator

Immerhin eine ganze Etage in Berlins angesagtem Bezirk Mitte ist für die Startups in der ersten Jahrgangsklasse des deutschen Microsoft Ventures Accelerators reserviert worden. Beworben für das Programm hatten sich mehr als 300 Kandidaten. Am Ende blieben nur neun übrig, die ab kommender Woche unweit vom Brandenburger Tor einziehen.

Acht Startups stammen aus Deutschland, eines aus den Niederlanden. Letzteres Unternehmen erklärt im Gespräch mit CloudComputing-Insider.de: „Wir mussten einen harten Auswahlprozess durchlaufen“, so Mitgründer Bert Sinnema von Attaching, einem IT-Spezialisten, der unter anderem auf Basis von Windows Azure und Sharepoint an sicheren Lösungen für den Datentransfer zwischen Unternehmen arbeitet.

Ergänzendes zum Thema
 
Was verbirgt sich hinter der Idee „Microsoft Berlin“?

Als Haken an dem immer wieder von außen genährten Hype um die mutmaßliche europäische Gründermetropole Berlin entpuppt sich allerdings der Umstand, dass es bislang kaum einem der dort gegründeten IT- und Internet-Startups in den letzten beiden Dekaden gelang, weltweit mit einer gänzlich neuen Technologie oder Dienstleistung eine bahn brechende Wachstumsstory hinzulegen. Mit anderen Worten: Mehrheitlich agiert die junge IT-Szene nicht daran, eine ganz originelle Geschäftsidee zu entwickeln, sondern vielmehr dem Muster „Copycat“ zu folgen.

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