Deutsche Startup-Metropole erhält Rückenwind durch Steve Ballmer

Gründerzentrum „Microsoft Berlin“ hebt Startups in die Business-Cloud

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Das nächste große Ding in der IT: Hotspot Berlin

Das nächste große Ding in der Informationstechnologie, es dürfte somit erneut nicht in einer deutschen Ideenschmiede angerührt werden. Vermutlich macht wieder das Silicon Valley oder ein anderer Ort das Rennen. Die Verantwortlichen von Microsoft sehen das allerdings anders. „Wir möchten Innovationen in unserem Microsoft Berlin Center greifbar und erfahrbar machen“, sekundiert Deutschland-Chef Christian P. Illek. Er sieht das aufstrebende Berlin trotz der bislang begrenzten Erfolgsgeschichte neben London als kommenden „Hotspot“, zumindest was die europäische IT- und Internet Startup-Szene angehe.

Aber es sind nicht nur die neun frisch gegründeten Startups, die sich künftig in Berlins Mitte im fünften Stockwerk nahe der Computerwolke tummeln. Auf gleich mehreren Etagen gönnt Microsoft sich eine Imagekur, um gemäß dem Vorbild des Wettbewerbers Apple näher an seine Kunden heran zu rücken. Auf rund 3.000 Quadratmetern soll in dem historischen Gebäude „Unter den Linden 17“ so „ein zentraler Ort der Vernetzung und des Dialogs mit Kunden, Geschäftspartnern, Medien, Gründern, Politik und Gesellschaft“ entstehen.

Microsoft zum Anfassen

Derweil sind im Erdgeschoss die wachsenden Touristenströme in der deutschen Haupstadt zum Verweilen eingeladen. Dort können Interessenten in entspannter Atmosphäre nicht nur einen Kaffee trinken. Die Besucher dürfen in der Consumer-Lounge „Digital Eatery“ auch die Microsoft-Produkte anfassen und ausprobieren. „Wir laden bei uns auch die Endgeräte der Konkurrenz kostenfrei wieder auf, damit die Menschen sie mit jenen von uns besser vergleichen können“, lässt Deutschland-Chef Illek durchblicken.

Für ein bisschen Glamour soll auch der angrenzende Event-Bereich sorgen. Er bietet Platz für rund 400 Gäste. In der ersten Etage finden Gespräche mit Partnern und Geschäftskunden statt, darüber entstehen Büros für Microsoft-Mitarbeiter. Und das Dachgeschoss steht ganz im Zeichen der Gründerförderung. Eine ganze Etage ist hier für die insgesamt neun kreativen Startups reserviert.

Software, Cloud und mobile Apps

Ein besonderes Augenmerk bei neuen Geschäftsideen legt der Konzern dabei auf die Verknüpfung zwischen Software, Cloud, Internet und mobilen Anwendungen. Die Cloud-Strategie des Konzerns aus Redmond soll in diesem Herbst sowohl in der Öffentlichkeit als auch mit Blick auf die Geschäftskunden weiter vorwärts getrieben werden, etwa via Windows 8.1, Office 365 und diversen Serverprodukten.

Im Falle des Microsoft Berlin Centers steuert der Konzern allerdings kein eigenes Kapital in die junge IT-Gründerszene ein. Der Ideenbeschleuniger möchte vielmehr mit seiner neuen Gründeretage in Berlin vorrangig als Türöffner fungieren.

So erhalten Startups in einem Crashkurs den Zugang zu namhaften Kunden und Experten und können so ihre Ideen binnen kurzer Zeit dynamisch weiter entwickeln. Dabei können die Gründer für die Umsetzung ihrer Ideen alle Plattformen und Technologien ohne Beschränkungen frei wählen.

Rahul Sood leitet das weltweite Ventures-Programm bei Microsoft. Laut seiner Aussage spricht der bisherige Erfolg des Ansatzes für sich, gezielte Expertise statt Wagniskapital in der noch frühen und deshalb häufig nicht vorhersehbaren Entwicklungsphase bei Startups einzusteuern.

Er legt dazu konkrete Zahlen vor: Mehr als 85 Prozent von den bis dato weltweit geförderten 120 IT-Gründern sei es gelungen, eine erfolgreiche Anschlussfinanzierung auf die Beine zu stellen. Einige Startups seien zudem von anderen Unternehmen übernommen worden. Entscheidend für die spätere Erfolgsperspektive sei dabei der professionelle Zugang zum Know-how und zu den Ressourcen, betont Generalmanager Rahul Sood von Microsoft Ventures.

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