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Studie von Goetzpartners Für IT-Dienstleister könnte die Lage kniffelig werden

Redakteur: Katrin Hofmann

Die IT-Budgets von Unternehmen befinden sich bei weitem nicht auf einem Höhenflug, und manche Firma versucht verstärkt internes IT-Know-How aufzubauen. Auch die Anforderungen an die externen Dienstleistungen wandeln sich, wie eine Umfrage von Goetzpartners bei deutschen Mittelständlern und Großbetrieben verdeutlicht.

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Die Rücklagen, die für IT-Externe zur Verfügung stehen, sind in vielen Branchen immer weniger üppig.
Die Rücklagen, die für IT-Externe zur Verfügung stehen, sind in vielen Branchen immer weniger üppig.
( © freshidea - Fotolia)

Die Ergebnisse einer Untersuchung von Goetzpartners zeigt, dass und wie ITK-Systemhäuser umdenken und ihre Strategie anpassen sollten. Denn CIOs und IT-Leiter deutscher Unternehmen erwarten in diesem Jahr um 7,4 Prozent sinkende Hardware-Ausgaben. Der branchenübergreifenden Befragung unter Mittelständlern und Großbetrieben zufolge könnten auch die Software-Budgets minimal (um 0,6 Prozent) zurückgehen, ebenso wie die Gelder für externe Dienstleistungen (-0,7 Prozent). Einige Teilnehmer der Studie streben sogar eine Reduzierung der IT-Dienstleister-Kosten um bis zu 50 Prozent an. Und auch für die kommenden Jahre bis einschließlich 2016 erhoffen sich die Befragten keine maßgebliche Veränderung hin zu Mehrausgaben in diesen Bereichen. Lediglich die Budgets für die externen Anbieter könnten weniger stark sinken als noch 2013 und 2014 (minus zwei Prozent).

Weniger Outsourcing angestrebt

„Grundsätzlich ist in Zukunft weniger Outsourcing geplant“, prognostizieren die Autoren der Untersuchung. Hingegen könnten die Budgets für interne IT-Mitarbeiter voraussichtlich in diesem Jahr um 2,9 Prozent und in den kommenden Jahren möglicherweise noch stärker steigen. Darüber hinaus sollen sich auch die IT-Ausgaben insgesamt verschieben: hin zu mehr Geld für die IT-Experten und weniger Geld für Hardware und Software. Eine Ursache dafür ist Goetzpartners zufolge der drohende beziehungsweise bestehende Fachkräftemangel, der nötiges Personal verteuere. Dieses kann dann nur dem einen Segment entzogen und in ein anderes geschoben werden, denn die absolute Höhe der IT-Budgets sei „in vielen Branchen“ wegen des gesamtwirtschaftlichen Umfelds insgesamt stagnierend.

Was zugekauft wird

Auch die Bereiche, in denen outgesourct wird, verändern sich zunehmend. Grundsätzlich besteht in Bezug auf die IT-Technik eine leichte Tendenz hin zu zentraleren Strukturen und Standardisierung. Besonders interessiert sind IT-Leiter und CIOs demnach an klar abgrenzbaren Leistungen fürs Outsourcing. „Je geringer die Komplexität der Leistung, wie beim Help Desk, und je innovativer, wie Software-as-a-Service (SaaS), desto wahrscheinlicher ist ein Zukauf der Skills beziehungsweise Kapazitäten“, erläutert Goetzpartners. So soll SaaS-Outsourcing bis 2015 um ein Drittel zunehmen.

Konzeptionelle IT-Tätigkeiten, die kaufmännische und strategische Planung und Organisation der IT, werden demzufolge von den befragten Unternehmen nur selten durch Externe unterstützt. Mit der Erarbeitung von Konzepten für die Umsetzung der Pläne wächst der externe Anteil schrittweise. Die Vergabe von Funktionen und Aufgaben im Bereich der Umsetzung schlägt durchschnittlich mit 18 Prozent am gesamten IT-Budget zu Buche. Den größten Kostenblock mit durchschnittlich 44 Prozent hat der Bereich Betrieb, Wartung und Support der Infrastrukturen.

Dennoch ziehen die Betriebe nach SaaS mit dem stärksten erwarteten Wachstum auch eine Ausweitung von Network-Outsourcing, Data-Center-Projekten (Cloud, Storage) oder Business Process Outsourcing in Betracht: Hier sind somit wohl am ehesten die komplexeren, beratungsintensiven Projekte zu erwarten. Dagegen ist eine Verstärkung des Full-IT-Outsourcings kaum geplant. Und ungeachtet der Tendenz zum Aufbau von mehr Inhouse-IT-Know-how gibt es nur punktuell Back-Sourcing-Bestrebungen, so dass Systemhäuser auch an dieser Stelle kaum mit Mehraufträgen rechnen können.

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