Kommentar über den Erfolg von OpenStack und Möglichkeiten der Monetarisierung

"Es gibt kein Open Core in OpenStack"

| Autor / Redakteur: Boris Renski, CMO bei Mirantis / Florian Karlstetter

OpenStack basiert auf Open-Source, Geld verdienen lässt sich damit allein jedoch noch nicht.
OpenStack basiert auf Open-Source, Geld verdienen lässt sich damit allein jedoch noch nicht. (© V. Yakobchuk - Fotolia.com)

OpenStack gehört zu der am schnellsten wachsenden Open-Source-Bewegung der IT-Geschichte und lässt proprietären Mehrwert im Handumdrehen zum Standard werden, meint Boris Renski, Chief Marketing Officer bei Mirantis - und erklärt in einem Kommentar, warum.

Der gängigste Ansatz zur Monetarisierung von Open-Source-Software ist das „Open Core“-Modell, bei dem ein Open-Source-Projekt um proprietäre Mehrwert-Funktionen erweitert und in eine unterstützte Enterprise-Version gepackt wird. Eucalyptus, Alfresco und Cloudera haben in ihren jeweiligen Branchensegmenten diesen Ansatz gewählt. Mike Olson argumentiert in diesem Posting ebenfalls, dass „Open Core“ das einzige Modell in der Open-Source-Welt sei, das eine Chance habe, und möglicherweise hat er recht – doch wie kann man es anstellen, dass Open Core bei OpenStack funktioniert?

„Open Core“ erfordert einen „Core“

Trotz der anhaltenden Diskussionen mit dem Ziel, die Definition eines OpenStack-Cores zu präzisieren, glaube ich nicht, dass irgendwelche künstlichen, an der Kontrolle von Markenrechten festgemachten „Core“-Definitionen auf dem Markt einen großen Unterschied machen werden. OpenStack ist die am schnellsten wachsende Open-Source-Bewegung der Geschichte. Und während OpenStack mit beispielloser Geschwindigkeit wächst, macht die Reichweite von OpenStack Upstream-Initiativen jeden potenziellen proprietären Mehrwert zunichte, den irgendwer dem „Core“ hinzufügen könnte. Anders als bei Hadoop oder MySQL, Produkten mit einer klaren Definition, kann keiner wirklich sagen, was Upstream-OpenStack heute ist und wie weit es gehen wird.

OpenStack lässt Mehrwert im Handumdrehen zum Standard werden

Ein erster Vorbote dessen, was kommen würde, war das Projekt Ceilometer. In den Anfangstagen von OpenStack hatten mehrere Anbieter Vorstöße zur Monetarisierung von Metering und Billing unternommen. Ceilometer setzte dem schnell ein Ende, wurde zum Standard-Metering-System für OpenStack und nahm der „Mehrwert“-Dimension viel von ihrem Wert. Und mittlerweile beginnt Ceilometer auch am OpenStack-Monitoring zu nagen.

Die üblichste Mehrwertkomponente, über die sich OpenStack-Anbieter noch differenzieren, ist das Deployment und Management. Denken Sie an Canonical Juju, Dell Crowbar (standardmäßig in der SUSE-Distribution verwendet), StackOps, Fuel etc. Nun kommt aber TripleO und Tuskar. Schluss mit der Differenzierung mittels Deployment und Management.

Das jüngste Beispiel sind die OpenStack-Vorstöße in den PaaS-Bereich über das Projekt Solum und gewisse Heat-Blueprints, die den Bereich Konfigurationsmanagement bedrohen.

Aber was macht das eigentlich?

Wenn Sie heute OpenStack mit einer proprietären Mehrwertkomponente bündeln und einem Kunden verkaufen, besteht stets das Risiko, dass binnen kurzem upstream eine native OpenStack-Implementierung dieser proprietären Komponente verfügbar wird. Sobald das geschieht, sitzt Ihr Kunde mit einem Fork da, der von der breiteren OpenStack-Community nicht unterstützt wird.

Boris Renski, CMO bei Mirantis
Boris Renski, CMO bei Mirantis (Bild: Mirantis)

Die bisherige Geschichte von OpenStack hat gezeigt, dass die Verbreitung eines jungen Projekts in der Community immer erfolgreicher ist als der Versuch, proprietäre Software mit einer Menge Code als Open Source zu veröffentlichen. „Ach, ich mach’s einfach Open Source, wenn OpenStack meine Mehrwert-Komponente upstream implementiert“ – das funktioniert nicht. Sobald Sie den propietären Weg einschlagen, haben Sie einen Fork, und von da gibt es keinen Weg zurück.

Angesichts der Tatsache, dass die meisten, die heute OpenStack nutzen, dies in erster Linie wegen der Community-Dynamik tun und die Funktionalitäten erst mit großem Abstand an zweiter Stelle folgen, werden diejenigen, deren Geschäftsmodell im Verkauf von „OpenStack Forks“ mit reichhaltigeren Funktionen besteht, wahrscheinlich nicht überleben.

Die Diskussion wirft zugleich eine Frage auf. Wenn in OpenStack kein Open Core steckt und in Open Source kein Geld außer mittels Open Core, wer wird dann das OpenStack-Spiel gewinnen?

Ergänzendes zum Thema
 
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