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Interdisziplinäre Teams und Cloud-Komponenten Erwartungsdruck erfordert dynamische IT

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Konsumenten haben sich an einfache und überall verfügbare Dienste gewöhnt. Das müssen auch Anbieter klassischer Produkte feststellen und nun nachziehen. Wie genau, das verrät Björn Böttcher – Data Practice Lead bei Crisp Research – im Interview.

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Vom schattigen Keller ins Rampenlicht: Mit der Digitalisierung wird die IT zum Star des Unternehmens.
Vom schattigen Keller ins Rampenlicht: Mit der Digitalisierung wird die IT zum Star des Unternehmens.
(Bild: Sergey Nivens - Fotolia.com)

Auf den kommenden Veranstaltungen der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2016 wird Björn Böttcher mit seiner Keynote einen Blick in die Zukunft wagen und die „IT-Infrastruktur 2020“ skizzieren. Welcher Weg Unternehmen dorthin führt, deutet der Analyst bereits jetzt im Interview an.

Die Digitalisierung ist derzeit in aller Munde. Warum der Wirbel, „digitale“ Techniken nutzen wir doch schon länger?

Björn Böttcher: IT-Organisationen müssen neben der seit Jahrzehnten bereits durchgeführten digitalen IT eine neue innovative IT-Infrastruktur bereitstellen. Damit verändert sich ebenso der Fokus der IT-Abteilung. Die IT tritt aus dem Schatten der dunklen Keller ins direkte Scheinwerferlicht des Unternehmens. Die neue dynamische IT steht im direkten Kontakt mit dem Kunden und verlangt daher eine schnelle Reaktionsfähigkeit und Anpassbarkeit. Die Qualität des Unternehmens oder der Marke hängt direkt von der operativen Qualität ab.

Können die Ubers und Airbnbs dieser Welt tatsächlich allen etablierten Geschäftsmodellen gefährlich werden, oder anders gefragt: Warum sollte ein gestandenes Unternehmen mit eingespielten Prozessen plötzlich so „agil“ handeln wie ein Start-up?

Böttcher: Der Erwartungsdruck auf Unternehmen wird stetig größer. Konsumenten übertragen die Erwartungshaltung von einfachen und überall verfügbaren Diensten auf alle Branchen und Produkte. Ferner verändern sich Produkte zu Diensten. Ein Beispiel dafür ist Ollie, die selbstfahrende, kognitive Mobilitäts-Lösung, welche in nur drei Monaten von einer gemeinschaftlichen Idee zu einem 3D-gedruckten Angebot wurde. Interaktiv, kommunikativ und autonom bringt er seine bis zu zwölf Passagiere von Punkt A zu Punkt B. Besitz von Produkten wird damit nachrangig, weil das Bedürfnis nach Mobilität auch ohne deren Besitz gestillt werden kann.

Welche strategischen Weichen müssen IT und Fachabteilungen heute schon stellen, um die Digitalisierung erfolgreich zu meistern?

Böttcher: Der Betrieb von Legacy-Anwendungen wird nicht schlagartig verschwinden und auch eine drastische Portierung von bestehenden großen monolithischen Applikationen ist nicht notwendig. Diese statische IT muss sich mit einer neuen dynamischen verbinden. Die Integration der neuen modernen und flexiblen IT, welche durch interdisziplinäre Teams und Cloud-Komponenten geprägt wird, muss innerhalb des Unternehmens ermöglicht werden. Dazu ist viel Lernen, eine Neuausrichtung des gesamten Unternehmens, neue Betriebsmodelle und Offenheit notwendig.

Björn Böttcher ist Gründer der ersten deutschen User Group für AWS und Azure.
Björn Böttcher ist Gründer der ersten deutschen User Group für AWS und Azure.
(Bild: VIT)

Zur Person:

Björn Böttcher leitet als Data Practice Lead bei Crisp Research die Research- und Beratungsaktivitäten zu den Themen Analytics, BI, datenbasierte Geschäftsmodelle und Künstliche Intelligenz. Als Gründer der ersten deutschen User Group für AWS und Azure und als Lehrbeauftragter für Informatik an der TU Hamburg hat er wesentliche Beiträge zur Entwicklung der Cloud-Community geleistet.

Erfolgreicher Start der #concloud: Auftaktveranstaltung am 13.9.2016 in Neuss

Impressionen vom ersten Konferenztag am 13.9.2016 finden Sie in nachfolgendem Artikel:

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