Klassische SQL- und Client-/Server-Infrastruktur – ein Auslaufmodell?

Einsatz von NoSQL in SOA-basierten ERP-Systemen

| Autor / Redakteur: Ditmar Tybussek * / Florian Karlstetter

NoSQL und eine konsequent SOA-basierte Anwendungsarchitektur als Antwort auf stetig steigende und uneinheitliche Datenbestände.
NoSQL und eine konsequent SOA-basierte Anwendungsarchitektur als Antwort auf stetig steigende und uneinheitliche Datenbestände. (Bild: lassedesignen - Fotolia.com)

Der Einsatz der Datenbanksprache SQL hat die Bearbeitung von Datenbeständen grundlegend verändert und sich über viele Jahre zum geltenden Standard entwickelt – bis heute. Mit stetig wachsenden Datenbeständen in heute nahezu jedem Unternehmen und uneinheitlichen Datenstrukturen stößt die Structured Query Language jedoch zunehmend an ihre Leistungsgrenzen.

Zwar versuchen immer leistungsfähigere Hardwarekomponenten die abnehmende Abfragegeschwindigkeit zu kompensieren, doch das eigentliche strukturelle Problem in Zeiten der Massedatenverarbeitung lässt sich damit nicht lösen. Die Zukunft sieht Ditmar Tybussek, ERP-Entwicklungsleiter des Business Software Spezialisten Allgeier, in NoSQL (Not only SQL) und einer konsequent SOA-basierten Anwendungsarchitektur.

Wer kennt das nicht: Die Software mit all den wichtigen Unternehmensdaten wird gestartet: warten. Wir suchen eine Rechnung im System: warten - unerträgliche Sekunden lang. Die Lösung: schnellere Hardware muss her! Mehr Memory auf dem Arbeitsplatz, mehr Rechenleistung, schnelleres Netzwerk, schnellerer Switch und mehr Server, die die Last besser verteilen.

Die Client-/Server-Architektur wurde einst aus diesem Grunde entwickelt, um die Last des Servers auf die Clients zu verlagern. Der Server verwaltet dann nur noch die Datenbankzugriffe, enthält aber nicht mehr die Anwendungslogik oder die Präsentationsebene (Multitier). Diese Maßnahmen bringen dann auch zunächst eine spürbare Verbesserung, so dass kurzfristig die Gesamtgeschwindigkeit des Systems steigt, bis dann noch mehr Daten im System vorhanden sind. Dann beginnt das Spiel von vorne. Dies geht nun so lange, bis die neue Hardware dies nicht mehr schafft.

Virtualisierung und In-Memory

Nun wird virtualisiert, damit nicht mehr die Clients aufgerüstet werden müssen, sondern nur noch der/die Server. Wenn das nichts mehr hilft, dann werden die Daten gleich ins Memory geladen. Wieder ist etwas Zeit gewonnen, doch dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Geschwindigkeit der Datenbearbeitung ist dann nicht mehr zu erhalten. Dabei sprechen wir hier nur von einfacher kaufmännischer ERP-Software und nicht über Business Intelligence Anwendungen, die bereits aus Performance-Gründen in ein extra Datawarehouse-System ausgelagert wurden.

Warum sind Zugriffe im ERP-System nicht so schnell im Internet möglich?

Jedes Produkt und jede Technologie unterliegt einem Lebenszyklus. Viele ERP-Anbieter haben bereits vor einigen Jahren die Grenzen der klassischen SQL- und Client-/Server-Technologie zum Anlass genommen, die Architektur ihrer Anwendungssysteme von Grund auf zu erneuern und den Anforderungen des Marktes anzupassen.

Anwender fragen sich heute zurecht, warum etwa Milliarden Anwender gleichzeitig auf Milliarden von Internetseiten innerhalb von Sekundenbruchteilen zugreifen können, während man im ERP-System so langsame Zugriffszeiten hat, wo doch im Intranet nur ein paar Hundert Anwender aktiv sind? Warum ist das Internet 7/24/365 verfügbar, während die ERP-Software nachts gestoppt werden muss, um eine Sicherung zu machen? Die Antwort auf die Frage ist: schnell und unabhängig wird man nur durch NoSQL und eine im Kern SOA-basierte Anwendung.

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