Boris Siegenthaler von Infomaniak im Gespräch Eine Stiftung gegen den US-Datenmissbrauch
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Boris Siegenthaler ist einen außergewöhnlichen Schritt gegangen: Das „Ur-Gestein“ der Schweizer IT-Szene hat die Mehrheit der Stimmrechte an Infomaniak unwiderruflich an eine gemeinnützige Stiftung übertragen – „gegen die Abhängigkeit von amerikanischen Technologieriesen“. Wir sprachen mit Siegenthaler ausführlich über die Hintergründe, seine Ziele und Hürden.
Im Mai hat Boris Siegenthaler, Gründer von Infomaniak – einem souveränen Cloud-Anbieter –, die Mehrheit der Stimmrechte seines Unternehmens an eine neue gemeinnützige Schweizer Stiftung übertragen. Ein in Europa seltener Schritt und nach unserem Kenntnisstand der erste im Bereich der souveränen europäischen Cloud – in einer Zeit, in der die Beschleunigung der KI, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Hyperscalern, die Extraterritorialität des US-Cloud-Acts, die Folgen des Schrems-II-Urteils und die jüngsten Übernahmen europäischer Cloud-Anbieter die europäische digitale Souveränität zu einer wichtigen politischen und strategischen Herausforderung machen.
Die Stiftung soll zwei klar getrennte Aufgaben erfüllen: Zum einen unabhängige gemeinnützige Projekte in den Bereichen digitale Souveränität und Bildung, ethische Digitalisierung, Umwelt und Biodiversität sowie Energiewende zu unterstützen, und zweitens als Mehrheitsaktionärin den Fortbestand der ethischen Mission von Infomaniak langfristig zu sichern. Wir haben Boris Siegenthaler darüber hinaus zu seinen Zielen befragt:
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