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Der Sherlock Holmes und Dr. Watson der Datenverarbeitung Edge Computing und Cloud Computing in Harmonie

| Autor / Redakteur: Jonathan Wilkins* / Florian Karlstetter

Die Stärke des weltberühmten Duos aus Sherlock Holmes und Dr. John Watson entstand aus der Kombination der jeweiligen grundlegenden Eigenschaften jeder dieser beiden Persönlichkeiten — Holmes war das Gehirn, und Watson sorgte dafür, dass der Detektiv auf dem Pfad der Tugend blieb. Genauso wie Edge Computing und Cloud Computing in Produktionsanlagen arbeiteten auch diese beiden literarischen Figuren zusammen, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

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Datenverarbeitung im industriellen Umfeld: Warum Edge Computing und Cloud Computing am besten in ergänzender Harmonie eingesetzt werden sollte.
Datenverarbeitung im industriellen Umfeld: Warum Edge Computing und Cloud Computing am besten in ergänzender Harmonie eingesetzt werden sollte.
(Bild: © ipopba - stock.adobe.com)

In diesem Artikel erklärt Jonathan Wilkins, Marketing Director bei EU Automation, dem Zulieferer für obsolete Industriebauteile, wann Daten dezentral am Rand des Netzwerks verarbeitet und wann sie in die Cloud gesendet werden sollten.

Wo werden die Daten verarbeitet, die Sie von Ihrer Anlagenausrüstung sammeln? Wenn Ihre Daten langfristig gespeichert oder über mehrere Netzwerke verteilt werden sollen, kann die Cloud ein guter Ort dafür sein. Doch mit der fortschreitenden Digitalisierung von Unternehmen steigt das Volumen der an die Cloud gesendeten Daten, was zu langsamerer Verarbeitung und Übertragung von Informationen führen kann. Edge Computing bietet eine Alternative für den Umgang mit Daten, für die die Cloud nicht erforderlich ist.

Die Vorteile

In einer Befragung von Herstellern durch EEF gaben 48 Prozent an, dass bei ihnen bereits einmal ein Vorfall in puncto Cybersicherheit vorgekommen ist. Die Hälfte der Befragten erlitten als Folge eines solchen Vorfalls finanzielle Verluste oder es kam zu Betriebsunterbrechungen. Wenn man Daten an die Cloud sendet, entstehen dadurch zwei Sicherheitsschwächen. Erstens können Daten während der Übertragung verloren gehen, und sie sind ein einfaches Ziel für Cyberkriminelle. Zweitens ist die Cloud ein zentralisierter Speicherort für Daten, der anfällig für Distributed-Denial-of-Service-Angriffe ist. Edge Computing minimiert den Datentransfer und benötigt die Cloud nicht, weshalb es eine besser gesicherte Methode der Datenverarbeitung darstellen kann.

Edge Computing kann außerdem eine schnellere Datenverarbeitung ermöglichen, denn während es beim Versenden von Daten an die Cloud zu einer Wartezeit kommt, können Edge-Geräte Daten in Echtzeit verarbeiten. Darüber hinaus wird die Belastung der Cloud durch die Verwendung von Edge-Geräten reduziert, was wiederum die Geschwindigkeit der Verarbeitung in der Cloud steigert. In einer Branche, die von Produktivität abhängt, ist die rasche Datenbearbeitung von zentraler Bedeutung.

Im Falle einer Komponente, die eine Störung entwickelt, bedeutet die raschere Datenbearbeitung durch Edge Computing, dass entsprechende Aktionen schneller umgesetzt werden können. Wenn beispielsweise ein Thermoelement, das die Temperatur einer Pumpe überwacht, eine ungewöhnlich hohe Temperatur feststellt, so kann diese Information beispielsweise dezentral am Rand des Netzwerks verarbeitet und die Pumpe sofort abgeschaltet werden. Ein zuverlässiger Zulieferer wird in der Lager sein, in weniger als 48 Stunden eine Ersatzpumpe zu liefern, sodass die einzigen anfallenden Kosten aufgrund der minimalen Stillstandszeit und durch den Kaufpreis der Pumpe entstehen.

Sie sollten feststellen, für welche Datenverarbeitungsaktivitäten ein eher großzügiger Zeitrahmen ausreicht und welche rasche, unmittelbare Maßnahmen erfordern. Wenn es nötig ist, dass Sie ohne Verzögerung reagieren, ist es am besten, die Cloud zu vermeiden und Daten dezentral am Rand des Netzwerks zu verarbeiten.

Wird die Cloud obsolet werden?

Sowohl Cloud Computing als auch Edge Computing haben jeweils ihren eigenen Platz in der Produktionsbranche. Auf Edge-Geräten werden Informationen irgendwann gelöscht. Sämtliche Daten, die Sie also langfristig aufbewahren müssen, sollten an die Cloud gesendet werden. Auch Informationen, auf die Sie aus der Ferne zugreifen müssen, müssen in der Cloud verfügbar sein.

Jonathan Wilkins, Marketing Leiter bei EU Automation.
Jonathan Wilkins, Marketing Leiter bei EU Automation.
(Bild: EU Automation)

Edge Computing ist ideal für die Verarbeitung großer Mengen von Routinedaten. So haben Sie zum Beispiel möglicherweise ein Smart-Gerät für die Sammlung von Informationen zu den Betriebsbedingungen Ihrer Motoren. Ein Großteil der gesammelten Informationen kann dezentral verarbeitet werden. Wenn das Gerät allerdings ungewöhnliche Aktivitäten entdeckt, kann es diese Daten automatisch zur Speicherung und Verarbeitung an die Cloud senden.

Ebenso wie Sherlock Holmes und Dr. Watson zusammen als Team arbeiteten, um das geheimnisvolle Verschwinden von Personen und Mordfälle zu lösen, sollten Hersteller eine Kombination aus Edge Computing und Cloud Computing verwenden, um ihre Daten optimal zu nutzen und ihre Produktivität zu maximieren.

Der Autor: Jonathan Wilkins ist Marketing Leiter bei EU Automation.

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