Nextcloud, Open-Xchange und Univention Dreigestirn will mehr OS-basierte Office-Arbeitsplätze in Behörden

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Gemeinsam wollen Nextcloud, Opne-Xchange und Univention, drei der wichtigsten Unternehmen der Open-Source-Industrie, eine umfassende Software-Suite entwickeln, die speziell dem öffentlichen Sektor unter dem Namen Sovereign Productivity Suite (SPS) angeboten werden soll.

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Mit der Sovereign Productivity Suite (SPS) wollen drei deutsche Open-Source-Größen digitale Souveränität in deutschen Amtsstuben fördern.
Mit der Sovereign Productivity Suite (SPS) wollen drei deutsche Open-Source-Größen digitale Souveränität in deutschen Amtsstuben fördern.
(Bild: gemeinfrei© Tim Gouw / Pixabay )

SPS soll Produkte kombinieren, die sich auf dem Markt bereits bei mehr als 100 Millionen Anwendern bewährt haben sollen. Die Suite wird ein Online-Benutzerportal für den einfachen Zugriff auf E-Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben sowie Online-Dateisynchronisation und -freigabe, Videokonferenzen und Chat, Funktionen zur Benutzerverwaltung und ein App Center umfassen.

Reduzierte Kosten und Komplexität

Mit Blick auf die Anwender im öffentlichen Sektor bestehe die Designphilosophie von SPS darin, so die Anbieter, eine intuitive und einfach zu bedienende Produktivitätssuite mit Best-of-Breed-Anwendungen zu liefern. Der Vorteil dieses Ansatzes sei, dass Kunden, die eine Open-Source-Lösung wünschen, nicht länger selbst die verschiedenen Pakete kombinieren müssten. Stattdessen könnten sie Kosten und Komplexität mit einer einzigen Lösung reduzieren, die speziell für ihre Bedürfnisse entwickelt wurde, unter einem Vertrag und mit einheitlichem Support.

Frank Karlitschek, CEO von Nextcloud, sieht einen großen Bedarf an einer verlässlichen Office-Produktivitätsplattform im öffentlichen Sektor in Deutschland. Denn der Aufwand, Komponenten von mehreren Anbietern einzukaufen, verlangsame die Verbreitung von sicherer und richtlinienkonformer On-Premises-Collaboration-Software. Er ist überzeugt, dass eine vollständige Lösung der marktführenden Anbieter den Übergang zu einer nachhaltigen, auf Open Source basierenden Technologie unterstützen werde, „die Europa hilft, seine digitale Souveränität zu schützen.“

Dem kann Peter Ganten, CEO von Univention, nur zustimmen: „Digitale Souveränität ist die Grundlage, um in der digitalen Welt die Kontrolle zu übernehmen und innovativ zu sein, und damit entscheidend für eine selbstbestimmte Zukunft. Ein Schlüsselelement dafür ist Open Source Software. Dass nun drei der wichtigsten Open-Source-Unternehmen zusammenarbeiten werden, um sicherzustellen, dass sich ihre Produkte gegenseitig perfekt ergänzen und aufeinander aufbauen, ist eine fantastische Nachricht. Damit stellen wir sicher, dass Open-Source, insbesondere im Bereich der Arbeitsplatzproduktivität für den öffentlichen Sektor, in Zukunft viel einfacher zu implementieren und standardisierter sein wird.“

Und Andreas Gauger, CEO von Open-Xchange, ergänzt: Indem sich drei deutschen Oben-Source-Unternehmen – zum ersten Mal – auf diese Weise zusammenschließen, könnte eine vollständige Software-Suite angeboten werden, die die besten Lösungen auf dem Markt vereine. Da diese speziell auf die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors zugeschnitten sei, „bieten wir eine echte Alternative zu den Hyperscalern – und zwar eine, die in Deutschland entwickelt wurde und auf Open Source basiert.“

Freie Wahl bei Cloud oder On-Premises

Die SPS-Lösung soll entweder direkt als On-Premises-Lösung oder über Partner als Teil eines standardmäßig in Europa gehosteten Cloud-Stacks schnell implementiert werden können. Dies soll größeren Kunden und Cloud-Partnern die Flexibilität geben, SPS in ihren eigenen Rechenzentren zu betreiben. Kleinere Kunden könnten von einer noch kürzeren Produkteinführungszeit profitieren, wenn sie sich für die Bereitstellung von SPS über einen Cloud-Partner entscheiden.

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