Cloud Security Trends 2019

Digital-Trends 2019 und die Folgen für die Cloud Security

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Florian Karlstetter

Cloud Computing ist mit nahezu allen anderen Digitaltechnologien verknüpft. Ein Grund mehr, sich auch dem Thema Cloud Security zu widmen.
Cloud Computing ist mit nahezu allen anderen Digitaltechnologien verknüpft. Ein Grund mehr, sich auch dem Thema Cloud Security zu widmen. (Bild: © leowolfert - stock.adobe.com)

Die meisten Technology Trends betreffen direkt oder indirekt Cloud Computing. Die aktuellen Prognosen für 2019 sollten deshalb immer auf ihre Auswirkungen auf die Cloud und die Cloud Security hin betrachtet werden. Genau das hat Insider Research getan, um Cloud-Nutzer bei ihrer Planung für 2019 zu unterstützen.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Hype um Cloud Computing sei vorbei, denn unter den Top-Trends der Digitaltechnologien wird Cloud Computing zwar meistens weiterhin genannt, doch die Cloud scheint ein Trend unter vielen zu sein. Der zweite Blick sollte aber tiefer gehen und erkennen, dass die Cloud mit nahezu allen anderen Digitaltechnologien eng verknüpft ist, also fast immer dazu gehört.

Cloud Computing ist ähnlich wie Security als ein Fundament der Digitalen Transformation zu sehen. Wenn man sich also fragt, wie sich Cloud Computing und insbesondere Cloud Security in 2019 entwickeln werden, sollte man nicht nur auf die „reinen“ Cloud-Trends selbst achten, sondern auf die Trends der Digitalisierung an sich.

Beispiel: Die Prognosen 2019 von Gartner

Exemplarisch zeigt sich dies an den „Gartner Top 10 Strategic Technology Trends für 2019“. Die Marktforscher von Gartner nennen unter anderem diese Trends in ihrer Prognose:

  • Autonome Dinge
  • Augmented Analytics
  • KI-basierte Entwicklung
  • Digitale Zwillinge
  • Empowered Edge
  • Smart Spaces
  • Digitale Ethik und Datenschutz
  • Quantencomputer
  • Blockchain
  • Augmented Reality (AR), Mixed Reality (MR) und Virtual Reality (VR)

Wie zuvor erwähnt, findet sich die Cloud selbst nicht unter den genannten Trends, aber nur deshalb, weil die Cloud kein Hype mehr ist, sondern als Fundament der Digitalisierung und der Digitaltechnologien verstanden werden muss.

Was für Cloud Security in 2019 zu erwarten ist

Der weitere Einzug der genannten Digitaltrends in 2019 bleibt nicht ohne Folgen für Cloud Computing und die Cloud Security. Wer also Cloud-Projekte in 2019 betreibt oder plant, sollte die eigenen Konzepte für Cloud Security prüfen, ob Bedarf für entsprechende Änderungen besteht. Folgende Auswirkungen auf die Cloud Security sind zu erwarten:

Autonome Dinge: Ob autonome Fahrzeuge oder autonome Roboter in der Fertigungsindustrie, wann immer ein „Ding“ autonom agieren soll, muss die Intelligenz entweder in dem Gerät stecken oder aus der Cloud bzw. dem Edge Computing stammen. Angreifer werden versuchen, die Kontrolle über autonome Dinge zu erlangen. Das gelingt durch die Manipulation der notwendigen Intelligenz, entweder auf dem Gerät, auf den Edge-Servern oder in der Cloud. Entsprechend müssen die Endpoint Security, die Edge Security und die Cloud Security gerüstet sein. Denkt man nun daran, dass auch Clouds autonom sind und sein werden, unterstreicht dies den notwendigen Schutz vor der Manipulation der „Steuereinheiten“.

Augmented Analytics: Dieser Trends bedeutet, dass Analytics stärker automatisiert werden wird. Die Data Scientists sind nicht in ausreichender Zahl verfügbar, so dass die Analytics-Aufgaben vermehrt durch Dienste aus der Cloud, aus dem Edge-Bereich oder auf den Geräten selbst (Embedded Analytics) übernommen werden. Auch hier gilt: Angreifer werden versuchen, die Analysen zu manipulieren oder auszuspionieren. Die Security und damit auch die Cloud Security müssen Analytics-Services verstärkt schützen.

KI-basierte Entwicklung: Auch im Bereich der Entwicklung herrscht ein Fachkräftemangel, und auch hier sollen KI-Services helfen, so viel wie möglich zu automatisieren. Gelingt es Angreifern, die Automatisierung zu stören und zu manipulieren, sind Schwachstellen in der Software vorprogrammiert, im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb müssen auch Development Services aus der Cloud besser geschützt werden.

Digitale Zwillinge: Digital Twins sind nicht nur das digitale Abbild von Maschinen im Internet der Dinge (IoT), sondern auch bereits von Menschen, bei Simulationen im Gesundheitswesen. Entsprechend befinden sich vertrauliche Daten zu Maschinen und zu Menschen innerhalb von IoT-Clouds. Ohne Zweifel sind diese Daten für Angreifer verlockend, so dass IoT-Clouds ebenfalls einen besonderen Schutz benötigen.

Empowered Edge: Die steigende Bedeutung von Edge Computing, die Gartner sieht, scheint ein Trend zu sein, der Cloud Security “weniger wichtig” macht. Das wäre aber zu kurz gedacht. Genau wie die Cloud die On-Premises-IT nicht komplett ablöst, sondern zu Hybrid Cloud Computing führt, wird auch das Edge Computing nicht die Cloud komplett überflüssig machen. Stattdessen ist es wichtig, die genaue Aufgabenteilung zwischen Cloud und Edge vorzunehmen und die Cloud Security (und die Edge Security) darauf anzupassen.

Smart Spaces: Smart Spaces sind die Erweiterung der digitalen Workspaces auf den ganzen, digitalen Lebensraum. Offensichtlich spielt hier die Cloud eine entscheidende Rolle, damit Leben und Arbeiten im Smart Space funktionieren können. Zudem befinden sich in Smart Spaces zahlreiche zu schützende Daten, die ausgespäht und manipuliert werden könnten, auch um den Smart Space selbst zu manipulieren, zum Beispiel um eine Smart City Anwendung zu stören. Cloud Security ist deshalb Grundlage der Smart Spaces Security.

Digitale Ethik und Datenschutz: Cloud-Datenschutz spielt bekanntlich eine zentrale Rolle im digitalen Datenschutz. Da die Bedeutung von Ethik und Datenschutz für die Nutzer wichtiger wird, steigt auch die Wichtigkeit von Cloud-Datenschutz und Cloud-Sicherheit. Gerade die Zertifizierung wird hier eine große Rolle spielen.

Quantencomputer: Damit Quantencomputer in den nächsten Jahren in der Breite eine Rolle spielen können, sind Cloud-Services wichtig, die auch kleinen und mittleren Unternehmen einen Zugang zu Quantum Computing bieten. Wer sichere Quantencomputer möchte, braucht als Anwender auch sichere Cloud-Services.

Blockchain: Blockchain betrifft die Cloud spätestens dann, wenn Blockchain-Services, zum Beispiel Identity-Services auf Blockchain-Basis aus der Cloud heraus erbracht werden. Störungen der Cloud führen zu Störungen und Ausfällen von Blockchain-Diensten. Wenn zum Beispiel ein Unternehmen dies für seine Projekte nutzen möchte, können Probleme bei der Anmeldung der Nutzer auftreten, wenn die Identitäten nicht mehr überprüft werden können.

Augmented Reality (AR), Mixed Reality (MR) und Virtual Reality (VR): AR, MR und VR benötigen nicht nur entsprechende Datenbrillen, sondern insbesondere auch entsprechende Inhalte und Anwendungen. Diese stammen insbesondere aus der Cloud, auch wenn sie auf ein mobiles Endgerät oder die Datenbrille selbst heruntergeladen werden. Je nach Anwendung können durch Manipulation der Inhalte und Apps die AR-/MR- und VR-Einsätze gestört werden. Denkt man an die Nutzung solcher Technologien im Bereich der Konstruktion, lassen sich dadurch Industrieunternehmen schädigen, indem zum Beispiel bewusst Konstruktionen digital sabotiert werden.

Es zeigt sich: Cloud Security spielt bei allen genannten Digital-Trends eine wichtig, wenn nicht sogar führende Rolle.

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