Gartner zu Trends in der Public Cloud Die Public Cloud ist künftig grün, regional und automatisiert

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Elke Witmer-Goßner

Die vier neuen Trends sind laut Vorhersage von Gartner-Analysten: die Allgegenwärtigkeit der Cloud, regionale Cloud-Ökosysteme, nachhaltige und CO2-regulierende Cloud-Infrastrukturen sowie die automatisierte und programmierbare Infrastruktur der Provider von Cloud-Infrastruktur- und -Plattform Diensten (CIPS).

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Neue Themen werden das Cloud Computing künftig bestimmen; der Ausblick auf 2022 ist auf jeden Fall positiv.
Neue Themen werden das Cloud Computing künftig bestimmen; der Ausblick auf 2022 ist auf jeden Fall positiv.
(Bild: gemeinfrei© David Mark / Pixabay )

Die Cloud hat während der Pandemie und anderen Krisen ihre Belastbarkeit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Geschwindigkeit unter Beweis gestellt, konstatiert Gartner-Analyst Henrique Cecci in einer aktuellen Marktforschungsstudie. Nun sei sie allgegenwärtig, als Hybrid- und Multi-Cloud, am Edge und v.a. durch die 5G-Funk-Levels R16 und R17. Das ermögliche erweiterte Geschäftsmodelle, etwa im Mobile Banking sowie in der Transformation des Gesundheitswesens.

Die Nutzung der Cloud werde sich rasch ausweiten. Gartner sagt daher Ausgaben der Endverbraucher für Public-Cloud-Dienste in 2021 in Höhe von 396 Mrd. US-Dollar vorher. Da die durchschnittliche Wachstumsrate bei 21,7 Prozent liege, dürfte dieser Umsatz 2022 482,2 Mrd. US-Dollar erreichen. Bis 2026 sollen die Investitionen in Public Cloud Services 45 Prozent aller Ausgaben für Unternehmens-IT übersteigen, ein steiler Anstieg im Vergleich zu den 17 Prozent im Jahr 2021. „Viele Organisationen beschleunigen ihre zeitlichen Pläne für Initiativen im digitalen Business und gehen rasch in die Cloud“, berichtet der Gartner-Analyst Brandon Medford.

Regionale Cloud-Ökosysteme

Die geographische Zersplitterung von Rechtsräumen, Protektionismus und industrielle Richtlinien treiben demnach die Schaffung neuer regionaler und branchenbasierter Cloud-Ökosysteme und Datendienste voran. Unternehmen im Finanzsektor und Behörden versuchen, Vendor Lock-in und mögliche Sollbruchstellen in ihren IT-Systemen zu verringern, wenn es um ihre Dienstleister geht, die sich außerhalb ihres eigenen Landes befinden. Einen Ausweg bieten u.a. inländische Initiativen wie etwa Gaia-X in europäischen Ländern.

Nachhaltige und CO2-bewusste Clouds

Fast jeder zweite Befragte in Gartners CEO-Umfrage 2021 ist der Ansicht, dass die Abmilderung des Klimawandels einen bedeutenden Einfluss auf seine Geschäftstätigkeit haben werde. Die Cloud-Provider reagieren auf diese steigende Nachfrage, indem sie sich selbst ambitioniertere Unternehmensziele verordnen, wie sie CO2-Neutralität erreichen können. Das wiederum erzeugt neue Herausforderungen für Marktführer im Infrastruktur- & Betriebsmarkt (I&O). „Neue Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit werden in den nächsten fünf Jahren verpflichtend gemacht werden“, sagt Cecci, „und die Wahl eines Cloud Service Providers kann von seinen ‚grünen‘ Initiativen abhängen.“

Automatisierte und programmierbare Infrastruktur von CIPS-Providern

Gartner erwartet, dass die Cloud-Kunden auf breiter Front vollautomatische und KI-gesteuerte Cloud-Services seitens der CIPS-Hyperscaler einführen werden. Dies werde rasch den Betriebsaufwand beseitigen, der üblicherweise mit I&O-Rollen in der Public Cloud verbunden ist. Das bedeutet, dass entsprechende Admin-Stellen wegfallen. „Die Infrastruktur wird programmierbar und ihr Betrieb folglich automatisiert“, erläutert Cecci. „Sei die moderne IT-Infrastruktur nun im Rechenzentrum installiert oder aus der Public Cloud als Dienst konsumiert, sie erfordert künftig weniger manuelle Eingriffe und routinemäßige Administration als ihre Legacy-Vorgänger.“

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