Suchen

Studie vom Ponemon Institut und nCipher Security Deutschland ist mit den USA Datenschutzweltmeister

| Autor: Heidemarie Schuster

Beim Thema Datenschutz macht den Deutschen so schnell keiner was vor. Angetrieben durch Richtlinien und Compliance ist Deutschland laut der Studie „nCipher 2020 Encryption Trends“ weltweit führend. Überraschenderweise gemeinsam mit den USA.

Firma zum Thema

(Bild: reeel - stock.adobe.com)

So genau mit dem Datenschutz wie Deutschland nehmen es wohl nur sehr wenige Länder. So ist es kein Wunder, dass hierzulande Unternehmen beim Einsatz von Verschlüsselungslösungen für den Datenschutz eine führende Rolle einnehmen.

Die Studie „nCipher 2020 Encryption Trends“, die vom Ponemon Institut in Zusammenarbeit mit nCipher Security durchgeführt wurde, beleuchtet die zunehmenden Herausforderungen für Unternehmen im Bemühen um die Sicherheit sensibler Daten aus Cloud, IoT und 5G. Die zum 15. Jahr in Folge durchgeführte Studie untersucht, wie und aus welchen Beweggründen Unternehmen weltweit Verschlüsselung einsetzen.

Motivationen zum Datenschutz

Mit der zunehmenden Nutzung von Cloud und IoT-Technologien haben der Umfrage zufolge zwei Drittel (66%) der deutschen Unternehmen übergreifende Verschlüsselungsstrategien eingeführt, weitere 28 Prozent verschlüsseln einzelne Anwendungen oder Datentypen. Damit nimmt Deutschland zusammen mit den USA weiterhin die international führende Position beim Thema Datenschutz ein.

Der wichtigste Beweggrund für diese Vorreiterrolle liegt für deutsche IT-Security-Verantwortliche mit 67 Prozent in der Einhaltung von Richtlinien wie zum Beispiel der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Für ihre internationalen Kollegen ist der Schutz persönlicher Kundendaten und geistigen Unternehmenseigentums die Hauptursache für den Einsatz von Verschlüsselungslösungen. Einen Imageschaden durch öffentliche Bekanntgabe von Datenverletzungen fürchten in Deutschland nur 2 Prozent der Befragten, im Vergleich zu 15 Prozent weltweit.

„Unternehmen stehen heutzutage unter massivem Druck, ihre geschäftskritischen Informationen und Anwendungen vor einer Vielzahl an Bedrohungen zu schützen. Gerade an einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort wie Deutschland ist das Bewusstsein für die vielfältigen Risiken von Datendiebstahl, Datenspionage und korrumpierten Informationen besonders hoch, die gesetzlichen Bestimmungen sind besonders umfangreich“, sagt Bernd Stamp, Solution Consultant & Tech Lead DACH bei nCipher Security, einem Unternehmen von Entrust Datacard. „Hierdurch erklärt sich die Vorrangstellung deutscher Unternehmen beim Thema Verschlüsselung. Zudem begünstigen die wirtschaftlichen Verhältnisse und ein generell hohes Sicherheitsbewusstsein den Aufbau hochsicherer IT-Infrastrukturen in Deutschland.“

Mehr Angst vor Behörden als vor Hackern

Wie ihre internationalen Kollegen, sehen auch die deutschen Security-Verantwortlichen das größte Risiko für die Datensicherheit in Fehlern von Mitarbeitern (49%). Interessant dabei ist, dass gerade in Deutschland die Angst vor Bedrohungen durch Datenabfragen vonseiten der Behörden und Lauschangriffen durch Regierungen besonders hoch ist (23% und 14%, im Vergleich zu 12% und 11% weltweit). Die Furcht vor Hackern ist jedoch geringer als im internationalen Vergleich (21% versus 29%).

So bewerten 67 Prozent der befragten deutschen Unternehmen die „Einhaltung externer Datenschutz- oder Datensicherheitsvorschriften“ als einen Top-Treiber für die Verschlüsselung von Daten. Im Vergleich zu anderen Regionen (weltweiter Durchschnitt 47%) orientieren sich deutsche Security-Verantwortliche damit eher an externen Vorschriften als an tatsächlichen oder potenziellen Gefahren. Zudem betrachtet fast jedes deutsche Unternehmen (99%) bei Verschlüsselungslösungen die Durchsetzung von Richtlinien als wichtigstes Feature, im Vergleich zu 67 Prozent weltweit.

Datenermittlung ist die größte Herausforderung

Angesichts der explosionsartigen Zunahme und Verbreitung von Daten aus digitalen Initiativen, Cloud-Nutzung, IoT-Geräten und zunehmender Mobilität, stellt die Datenermittlung für 83 Prozent der deutschen Unternehmen mittlerweile die größte Herausforderung bei der Planung und Ausführung ihrer Verschlüsselungskonzepte dar. Dies ist die weltweit höchste Rate, der globale Durchschnitt liegt bei 67 Prozent.

Ein weiteres Problem liegt in unklaren Zuständigkeiten bei der Schlüsselverwaltung (Deutschland: weltweit höchste Rate von 93%, globaler Durchschnitt: 66%) und an einem Mangel an qualifiziertem Personal (In Deutschland 63% gegenüber 57% weltweit).

Starke Verbreitung von Hardware-Sicherheitsmodulen

Hardware-Sicherheitsmodule (HSMs) als gehärtete, manipulationssichere Umgebungen zum Schutz sensibler Daten sind in Deutschland besonders weit verbreitet – und das bereits zum dritten Jahr in Folge. 68 Prozent der deutschen Befragten setzen HSMs ein, um mehr Vertrauen, Integrität und Kontrolle für geschäftskritische Daten und Anwendungen zu gewährleisten. 93 Prozent der Befragten geben an, dass die Bedeutung von HSMs als Teil ihrer Verschlüsselungsstrategie in den nächsten 12 Monaten weiter zunehmen wird. Genauso weit verbreitet sind HSMs aktuell nur in den USA und im Nahen Osten.

Konsequenterweise werden HSMs in Deutschland über alle Anwendungsarten hinweg häufiger eingesetzt als in anderen Regionen. So spielen sie eine wichtige Rolle bei der Verschlüsselung von Applikationen (69% und 46% weltweit), beim PKI-/Zertifikatsmanagement (68% und 30% weltweit), aber auch bei der Verschlüsselung von Public Clouds und Bring-your-own-Key-Konzepten (65% und 35% weltweit).

(ID:46871975)

Über den Autor