Noch 2016 lehnte fast ein Fünftel der deutschen Unternehmen Cloud Computing ab, wie der jährlich erscheinende Cloud Monitor von Bitkom Research und KPMG zeigt. Das hat sich mittlerweile aber geändert und laut Bitkom nutzen bereits 9 von 10 Unternehmen Cloud Services.
Viele Unternehmen bewerten die Vor- und Nachteile ihrer Cloud-Nutzung neu und passen ihre Strategie an.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Mit der Migration ihrer Workloads in die Cloud wollen Unternehmen laut Bitkom vor allem Kosten sparen, ihren CO₂-Fußabdruck reduzieren und die IT-Sicherheit erhöhen. Auch die Transformationen zu modernen Bereitstellungsmodellen wie Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS) spielen eine große Rolle.
Drei gute Gründe für den Schritt zur Cloud Repatriation
Der Weg in die Public Cloud ist allerdings keine Einbahnstraße – im Gegenteil. In jüngster Zeit ist ein Trend zu beobachten, der als „Cloud Repatriation“ bezeichnet wird. Unternehmen holen ihre Workloads ganz oder teilweise aus Public-Cloud-Umgebungen zurück ins eigene Rechenzentrum oder in die dedizierte Infrastruktur eines Providers. Dieser Trend spiegelt das Bestreben von Organisationen wider, die Vor- und Nachteile der Cloud-Nutzung neu zu bewerten und anzupassen.
Unternehmen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für die Cloud Repatriation:
1. Kosten Es mag überraschen, dass ausgerechnet Kostenbetrachtungen zu Cloud Repatriation führen – schließlich galt die Public Cloud lange als unschlagbar günstig. Tatsächlich aber können die Kosten durch das nutzungsabhängige Abrechnungsmodell schnell aus dem Ruder laufen. Wächst der Bedarf, steigt auch der Rechnungsbetrag entsprechend. An einem bestimmten Punkt ist es deshalb wirtschaftlicher, die Workloads in einer eigenen Infrastruktur oder bei einem passenden Dienstleister zu betreiben, da hier die relativen Kosten pro Workload mit zunehmender Auslastung sinken.
2. Rechtliche Bedenken Bedenken hinsichtlich Datensicherheit, Datenschutz und Compliance, vor allem in regulierten Branchen, treiben Unternehmen dazu, ihre Daten und Anwendungen wieder in-house zu verwalten. Insbesondere gesetzliche Regularien wie etwa die seit 2018 geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) oder die ab diesem Jahr geltende NIS2-Richtlinie könnten eine Rückholung der Daten für einige Unternehmen erforderlich machen.
3. Datensouveränität Mit der Speicherung in einer Public Cloud verlieren Unternehmen zumindest teilweise die Kontrolle darüber, wo ihre Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Das ist nicht nur problematisch, wenn es um personenbezogene Informationen geht. Auch Forschungsergebnisse, Patente, Unternehmensstrategien, unveröffentlichte Bilanzzahlen und andere Geschäftsgeheimnisse sollten nicht in fremde Hände gelangen. Viele Unternehmen holen deshalb solche sensiblen Informationen aus der Public Cloud zurück in eine Infrastruktur, die sie rechtlich besser kontrollieren können.
Externe Expertise ist unbezahlbar
Cloud Repatriation kann also in bestimmten Fällen sinnvoll sein und Managed Service Provider (MSPs), insbesondere jene mit eigenen Rechenzentren, spielen beim Entscheidungsprozess eine wichtige Rolle. Sie bieten nicht nur technische Expertise, sondern auch infrastrukturelle Ressourcen, die für Unternehmen, die eine Cloud Repatriation vor allem als Hybrid- oder Multicloud-Modell in Betracht ziehen, von großem Wert sind.
Durch die Nutzung der Rechenzentren von MSPs können Unternehmen von einer kontrollierten und sicheren Umgebung profitieren, die eine private Cloud bietet. Diese Umgebungen sind optimal auf die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen eines Unternehmens zugeschnitten und bieten eine Kombination aus Flexibilität, Skalierbarkeit und Sicherheit. Unternehmen können so von den verschiedenen Vorteilen wie verbesserte Kostenkontrolle und Leistungsoptimierung profitieren. Zudem kann die Private Cloud helfen, strenge Compliance-Anforderungen zu erfüllen, und bietet eine erhöhte Kontrolle über IT-Ressourcen.
Planung als notwendiges Fundament
Wie jede Migration kann die technische Umsetzung der Cloud Repatriation komplex sein. Daher benötigt es eine gründliche Planung und Testung im Vorfeld sowie eine langfristige IT-Strategie. Im besten Fall steht ein externer Partner beim gesamten Vorgang mit der fachlichen Expertise zur Seite.
Unternehmen, die Cloud Repatriation in Betracht ziehen, sollten eine gründliche Analyse durchführen, um sicherzustellen, dass dieser Schritt ihre langfristigen Ziele unterstützt. Eine sorgfältige Planung und umfangreiche Tests sind entscheidend, um Unterbrechungen zu minimieren. Zudem ist es wichtig sicherzustellen, dass die neue Infrastruktur zukünftiges Wachstum und Veränderungen unterstützen kann, und dass alle Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllt werden. Schließlich bestimmt der Workload, welche Plattform aus technischer und rechtlicher Sicht die beste ist – und nicht umgekehrt.
Stand: 08.12.2025
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Entsprechend ist eine vollständige Repatriierung aller Services jedoch für die wenigsten Unternehmen sinnvoll. Stattdessen ist ein Hybrid- oder Multicloud-Modell meist zielführend, da je nach Bedarf Ressourcen aus verschiedenen Public- und Private-Cloud-Angeboten kombiniert werden können. Um eine solche komplexe Hybrid-Cloud-Umgebung sicher, performant und datenschutzkonform zu implementieren und 24/7 zu betreiben, benötigen Unternehmen einen verlässlichen Partner, der ihnen nicht nur eine maßgeschneiderte Cloud-Strategie entwickelt und umsetzt, sondern auch Private und Public Services bereitstellt und sie auch an 365 Tagen im Jahr betreut.
* Der Autor Dr. Nils Kaufmann ist CEO der VSHosting GmbH, Gründer der EuroCloud Native Initiative und Vorstand bei EuroCloud Deutschland_eco e.V. Er hat während seiner über 25-jährigen Karriere zahlreiche Unternehmen in und außerhalb der IT gegründet. 2020 war er im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums als Mitglied des Gaia-X Expert Teams Co-Autor des Technical Architecture Papers.