Experten diskutieren StaaS-Modelle Das Beste aus beiden Welten: die Cloud für On-Prem-Datenspeicherung

Ein Gastbeitrag von Federica Monsone* 11 min Lesedauer

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Die IT-Welt steht nicht still. Transformation der Datenspeicherung stellt in diesem Zusammenhang nur ein Beispiel dar. Eine der größten Veränderungen der letzten Jahre war die Entwicklung von Dienstleistungen, bei denen Anbieter herkömmlicher, lokaler Speichersysteme ihre Produkte als Storage-as-a-Service (StaaS) in den Räumlichkeiten der Kunden bereitstellen und verwalten.

Storage-as-a-Service im Eigenbetrieb hat zahlreiche Vor- und Nachteile – eine Pauschalaussage über die Sinnhaftigkeit dieses Modells zu treffen, fällt auch IT-Experten schwer.(Bild:  Andrea Danti - stock.adobe.com)
Storage-as-a-Service im Eigenbetrieb hat zahlreiche Vor- und Nachteile – eine Pauschalaussage über die Sinnhaftigkeit dieses Modells zu treffen, fällt auch IT-Experten schwer.
(Bild: Andrea Danti - stock.adobe.com)

A3 Communications hat IT-Führungskräfte befragt, um die Vor- und Nachteile des StaaS-Ansatzes zu erörtern und Unternehmen bei der Beurteilung zu helfen, ob dies das richtige Speichermodell für sie darstellt. Fragen rund um die Zukunft von StaaS, und wie diese Architektur Herausforderungen bei der Speicherung von Unternehmensdaten lösen kann, standen ebenfalls zur Debatte.

Cloud Computing verändert IT-Betrieb

Wie bei vielen anderen Aspekten der Unternehmens-IT war die treibende Kraft hinter der Entwicklung dieser Dienste das öffentliche Cloud Computing und sein signifikanter Einfluss auf Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Art und Weise, wie die Cloud den IT-Betrieb von Unternehmen beeinflusst hat, reicht von technischen Verfahren wie der Containerisierung von Anwendungen bis hin zu IT-Strategien auf höchster Ebene.

Bevor die Cloud existierte, war das Konzept, Infrastrukturmanagement an Dritte zu überantworten, nur einer relativ begrenzten Anzahl von Unternehmen bekannt, die IT-Outsourcing-Verträge unterzeichneten. Heute sind Unternehmen jeder Größe und in allen vertikalen Sektoren daran gewöhnt, sich auf die von Drittanbietern verwaltete Infrastruktur zu verlassen.

Die Cloud hat auch dazu beigetragen, dass die meisten Unternehmen für die IT-Produkte, die sie in ihren eigenen Räumlichkeiten nutzen, anders aufkommen wollen. In den letzten Jahren hat sich diese Vorliebe für Investitionsausgaben (Capex) hin zum direkten Kauf von Hardwareprodukten und Betriebskosten (Opex) sowie verbrauchsabhängigen Zahlungsmodellen im Cloud-Stil verlagert.

Weniger Interesse an Managed StaaS

Diese Veränderungen haben die Anbieter traditioneller On-Premises-Produkte dazu veranlasst, On-Prem-StaaS-Angebote zu entwickeln, die mit Opex-ähnlichen Zahlungsmodellen verbunden sind. „StaaS ist eine immer beliebtere Wahl für Unternehmen und die Nachfrage wird wahrscheinlich noch steigen. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: StaaS bietet sowohl Komfort als auch Einfachheit“, so Anthony Cusimano, Director of Technical Marketing bei Object First, einem Anbieter von unveränderlichen Backup-Storage Appliances. Camberley Bates, Chief Technology Advisor beim IT-Forschungs- und Beratungsunternehmen The Futurum Group, betont, dass es mehr als nur eine Variante von On-Prem-StaaS gebe. Bates weist in diesem Zusammenhang auf zwei allgemeine Kategorien von On-Prem-StaaS-Diensten hin: Managed und Non-Managed StaaS.

Bei Managed StaaS kümmern sich die Anbieter um den gesamten Speicherbereich, indem sie Speichersysteme beim Kunden implementieren und in der Folge auch vollständig verwalten. Laut Bates sind Unternehmen jedoch eher an Non-Managed StaaS interessiert. Bei diesem Modell installieren und warten StaaS-Anbieter die Speichersysteme in den Räumlichkeiten der Kunden, aber die Unternehmen setzen die Systeme dann ein, indem sie übergeordnete Aktivitäten durchführen. Dazu gehören die Bereitstellung von Speicherkapazität für Anwendungen oder auch die Konfiguration von Datensicherungs- und Disaster-Recovery-Mechanismen.

„Nicht verwaltetes StaaS ist überraschenderweise auf dem Markt interessant geworden. Das liegt daran, dass Unternehmen es einmalig kaufen und nicht immer wieder eine Investitionsanfrage stellen müssen. Vielmehr handelt es sich um eine monatliche Rechnung, die sie im Laufe der Zeit ausgleichen können. Wir haben festgestellt, dass das vollständig verwaltete Angebot auf weniger Interesse stößt, da sich die Unternehmen dafür entscheiden, ihre eigenen Ressourcen für das Speichermanagement zu nutzen“, so Bates weiter.

Andere Diskussionsteilnehmer betonen auch die Bedeutung der vorhersehbaren Opex-Zahlungen für on-premises installierte StaaS-Dienste. Diese stehen im Gegensatz zu den alternativen, „pauschalen“ Investitionskosten, die alle paar Jahre bei der Implementierung oder Auffrischung von konventionell erworbenem Speicher OnPrem anfallen.

Unternehmen als Cloud-Service-Anbieter für interne IT

Doch obwohl Opex-Zahlung der am häufigsten genannte Grund für die wachsende Attraktivität von On-Prem-StaaS darstellt, ist er nicht der einzige Faktor, den unsere Teilnehmer anführen. Laut Steven Umbehocker, CEO und Gründer von OSNexus, einem Anbieter skalierbarer, softwaredefinierter Speichersysteme, stellt sich On-Prem-StaaS nicht nur für IT-Organisationen, die den Service kaufen, wie ein Public-Cloud-Service dar. Er hilft diesen Organisationen auch, für ihre Enduser eher wie ein Public-Cloud-Service auszusehen.

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„Unternehmen arbeiten on-premises mehr und mehr wie Cloud-Service Anbieter. Diese On-Prem-Private-Clouds müssen in der Lage sein, ihren Kunden innerhalb der Organisation Storage-as-a-Service anzubieten und ihnen die Nutzung in Rechnung zu stellen. Auf diese Weise können Unternehmen ein hybrides Public bzw. Private-Cloud-Modell effektiv nutzen und implementieren, um die Vorteile beider Modelle zu maximieren.”, so Umbehocker.

Als weitere Vorzüge von StaaS nennen die Experten die Möglichkeit, Kapazität oder Leistung einfacher und schneller zu skalieren, als dies bei herkömmlichem On-Premises-Speichern der Fall ist. Infolgedessen ist es bei On-Prem-StaaS weitaus seltener erforderlich, eine Überkapazität bereitzustellen oder einen Wachstumsspielraum für den erwarteten, künftigen Anstieg der Nachfrage zu schaffen. Der Wegfall einer solchen Überbevorratung trägt insgesamt zur Kostensenkung bei. Ein weiterer Vorteil von On-Prem-StaaS im Vergleich zu konventionellem Speicher ist die Entlastung der IT-Teams in Unternehmen, die seit langem unter ständig steigenden Arbeitslasten und einem Mangel an IT-Fachwissen leiden.

Public-Cloud-Datenspeicherung schneidet schlechter ab

Ein Vergleich zwischen On-Prem-StaaS und herkömmlichem lokal betriebenem Speicher bringt jedoch nur die halbe Wahrheit ans Licht. Da die große Mehrheit der Unternehmen hybride Cloud-Computing-Strategien verfolgt, hat unser Expertengremium auch die Vorteile von On-Prem-StaaS im Vergleich zur Datenspeicherung in öffentlichen Clouds ermittelt.

Neben den deutlich niedrigeren Kosten liegt ein wesentlicher Vorteil von On-Prem-StaaS gegenüber StaaS auf öffentlichen Clouds darin, wo die Daten physisch gespeichert werden. Dies ist die Ansicht von Paul Speciale, Chief Marketing Officer bei Scality, einem Anbieter verteilter Datei- und Objektspeichersysteme: „Ein entscheidender Vorteil von On-Prem-StaaS liegt darin, dass Unternehmen die geografische Platzierung von Daten kontrollieren können, um bestimmte Vorschriften zur Datenhoheit einzuhalten. Zwar bieten die großen öffentlichen Cloud-StaaS-Dienste inzwischen eine wachsende Zahl von Rechenzentrumsstandorten in wichtigen Regionen an, doch sehen die Nutzer ihre eigenen Rechenzentren immer noch als die sicherste Lösung an, da die Datenplatzierung weniger abstrakt ist“, so Speciale.

Auch die potenziell bessere Sicherheit ist ein Vorteil von StaaS vor Ort. „Die Kunden können auch die Sicherheitsparameter mit StaaS vor Ort kontrollieren. Obwohl Public Cloud StaaS in den letzten Jahren erhebliche Sicherheitsverbesserungen erfahren hat, sehen viele Unternehmen bei geschäftskritischen Anwendungsdaten immer noch einen handfesten Vorteil darin, ihre eigenen Sicherheitsinfrastrukturen zu verwalten“, so Speciale weiter.

Ein weiterer Grund für die Einführung von On-Prem-StaaS liegt nach Ansicht unserer Experten in der Möglichkeit für Unternehmen, Anwendungen aus öffentlichen Clouds in ihre eigenen Rechenzentren zu verlagern. Einige Experten äußern, dies geschehe aufgrund der Unzufriedenheit mit stetig steigenden Rechnungen für öffentliche Clouds. Roy Illsley, Chefanalyst bei Omdia, unterstreicht dies: „On-Premises wird als Alternative zur Erhöhung der Ausgaben in der Cloud gesehen, wo immer dies möglich ist.“

Ein weiteres Argument für On-Prem-StaaS im Vergleich zu Public Cloud Storage liegt in der Vermeidung leistungsmindernden Latenz, die entsteht, wenn Server in den Rechenzentren der Kunden auf Daten zugreifen, die in Cloud-Rechenzentren auf der anderen Seite von Langstreckennetzwerken gespeichert sind. „Die Vermeidung dieser Latenz ist ein unschätzbarer Vorteil mit Blick auf Anwendungen, die Datenverarbeitung in Echtzeit oder aber High-Performance Computing erfordern“, so Luc d'Urso, CEO von Atempo, einem Anbieter von Software für Datenmanagement und Datenschutz.

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