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Private-Cloud-Architektur für Kommunikation bevorzugt Cloud-Telefonie findet Freunde in deutschen Unternehmen

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Immer mehr Firmen in Deutschland stellen auf Cloud-Telefonie um. Das As-a-Service-Modell findet nicht zuletzt durch die Covid-19-Pandemie immer mehr Zuspruch. Dabei sind vor allem Agilität und die Integration mobiler Anwendungen wichtige Entscheidungskriterien.

IT-Endscheider sind offen für Cloud-Telefonie und schätzen vor allem Verträge, die einen schnellen Anbieterwechsel erlauben.
IT-Endscheider sind offen für Cloud-Telefonie und schätzen vor allem Verträge, die einen schnellen Anbieterwechsel erlauben.
(Bild: gemeinfrei© Tumisu / Pixabay )

Dies zeigt eine Umfrage zum Thema Cloud-Telefonie die Kommunikationsspezialist Mitel bei Spoking Polls beauftragt hat. Die mehr als tausend befragten IT-Entscheider europäischer Unternehmen zeigten dabei große Offenheit hinsichtlich der Umstellung auf ein As-a-Service-Modell. Diesen Trend zur Cloud hat auch die Corona-Krise zusätzlich verstärkt, indem sie die Geschäftswelt in kürzester Zeit auf den Kopf gestellt hat. In dieser Phase, in der sich Unternehmen weltweit am Beginn einer globalen Wirtschaftskrise wähnen, ist schnelle Anpassungsfähigkeit gefragt, um die Krise zu überstehen.

Dafür brauchen Unternehmen Lösungen, die es ihnen ermöglichen, auch unter ungewohnten Umständen agil zu sein und produktiv zu bleiben. Und die Cloud-Kommunikation scheint für viele zu einem Schlüsselfaktor für diesen Wandel geworden zu sein. Dies gilt vermehrt auch für deutsche Unternehmen. 46 Prozent befragter deutscher Firmen gaben an, dass sie sich schon heute auf eine cloud-basierte Lösung für ihr Contact Center – einem Schlüsselelement für gute Kundenbeziehungen – verlassen würden.

Die Unternehmen haben aber auch erkannt, dass sich ein Wechsel in die Cloud nur dann lohnt, wenn diese ihren geschäftlichen Herausforderungen und Bedürfnissen gerecht wird. So gilt mehr Agilität für 59 Prozent als wichtiges Entscheidungskriterium und erhält damit weitaus größere Bedeutung als rein funktionelle Aspekte. Vorteile durch neue Innovationen sind für 27 Prozent ebenso ein bestimmender Faktor bei der Entscheidung für die Cloud-Migration.

Die Cloud als Kostenfaktor

Bei den Kriterien, die für die Berechnung des Return on Investment (ROI) herangezogen werden, gehen die deutschen IT-Entscheider nicht mit dem europäischen Trend. Anders als beispielsweise in Frankreich oder Großbritannien sind die Kosten für die Migration von der On-Premise- zur cloud-basierten Architektur mit 56 Prozent weiterhin das wichtigste Kriterium.

Daneben sind hier auch die für das Change Management (42%) und für spezielle Ausstattung zur Integration von Anwendungen und Funktionalitäten sowie die Wartung der Cloud-Architektur (36%) anfallenden Kosten wichtige Themen für deutsche IT-Entscheider. Im europäischen Durchschnitt wird diesen sogar eine höhere Bedeutung beigemessen als den Kosten der Migration selbst. Lediglich 33 Prozent der Befragten gaben die Migrationskosten als Hauptkriterium an – in der Umfrage von 2018 waren es noch 84 Prozent.

Flexibilität und mobile Kommunikation

In Vertragsfragen hat das Bedürfnis nach Flexibilität Vorrang vor allen anderen Kriterien. 47 Prozent der befragten Deutschen wollen den Anbieter sofort wechseln können, wenn der gebotene Service nicht den Vertragsvereinbarungen entspricht. Die Entwicklung von Cloud- und SaaS-Anwendungen hat bei vielen Unternehmen zu einem höheren Bedarf an offenen Vertragsmodellen geführt.

Abseits der Kernfunktionen von Unified-Communications-Lösungen sehen 48 Prozent der deutschen IT-Entscheider die Integration mobiler Anwendungen als wichtiges Must-Have und damit als Motor für die Nachfrage nach UCaaS-Lösungen an. Eine Fortsetzung dieses Trends wird auch in den kommenden Monaten erwartet, denn im Zuge der Corona-Krise wurden und werden in vielen Unternehmen hybride Arbeitsplätze eingeführt.

Private Cloud bevorzugt

Deutsche Unternehmen präferieren Private-Cloud-Angebote, die ihnen das Hosting von Anwendungen auf dedizierten Servern und gegebenenfalls auch im eigenen Rechenzentrum erlauben. Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen (45%) gab in der Umfrage an, diesen Ansatz zu bevorzugen, gefolgt von hybriden Cloud-Architekturen (28%) und der Public Cloud (16%). Auch in vielen weiteren europäischen Ländern ist die Private Cloud erste Wahl. 31 Prozent der europäischen IT-Entscheider würden diese Architektur wählen.

Methode
Für die Studie hat Spoking Polls, ein auf B2B-Panels und Umfragelösungen für die IT-Branche spezialisiertes Marktforschungsunternehmen, im Auftrag von Mitel von November 2019 bis Januar 2020 1.108 IT-Entscheider unterschiedlicher Branchen und Unternehmensgrößen aus Deutschland, der Schweiz, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Schweden und den Benelux-Ländern zum Thema Cloud-Telefonie und ihre Entscheidungskriterien für den Wechsel in die Cloud befragt.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de