Multi-Cloud-Modelle steigern betriebliche Effizienz Cloud-Orchestrierung – ein Hebel zur Optimierung des Geschäftsmodells

Ein Gastbeitrag von Tobias Deml* 4 min Lesedauer

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Mit einer Multi-Cloud-Strategie stellen sich Unternehmen flexibel und sicher für die Zukunft auf. Entscheidend sind die richtigen Auswahlkriterien, damit sie genau den Multi-Cloud-Anbieter finden, dessen Lösung zu den eigenen Anforderungen passt. Ein Überblick verdeutlicht, was dabei zu beachten ist.

Multi-Cloud-Modelle versprechen großen Mehrwert für die IT-Prozesse – wenn sie von Anfang an gut geplant sind.(Bild:  LukaszDesign - stock.adobe.com)
Multi-Cloud-Modelle versprechen großen Mehrwert für die IT-Prozesse – wenn sie von Anfang an gut geplant sind.
(Bild: LukaszDesign - stock.adobe.com)

Die digitale Landschaft in Deutschland entwickelt sich kontinuierlich weiter, wie eine Studie von 451 Research belegt, die im Auftrag von Oracle durchgeführt wurde. Demnach setzen immer mehr Unternehmen in Deutschland auf Multi-Cloud-Betrieb, um ihre wachsenden Anforderungen an IT-Infrastruktur und Datenmanagement zu erfüllen. Das Prinzip dahinter: Um die Leistung zu optimieren, die Skalierbarkeit zu verbessern und Risiken zu minimieren, werden Cloud-Plattformen unterschiedlichster Anbieter verwendet.

Kosteneinsparungen und erhöhte Flexibilität

Die Studie belegt eindrucksvoll, dass sich die Mehrheit der Unternehmen von Multi-Cloud-Modellen großen Mehrwert für ihre IT-Prozesse verspricht. 98 Prozent der Befragten nutzen bereits Lösungen von mindestens zwei Cloud-Anbietern oder planen das in der Zukunft. Fast ein Drittel (31 Prozent) vertraut sogar auf vier oder mehr Cloud-Anbieter. Die beiden größten Treiber von Multi-Cloud-Strategien in Unternehmen sind der Studie zufolge die Bemühungen um Datensouveränität (41 Prozent) und Kostenoptimierung (40 Prozent).

Doch damit nicht genug: Als wahre Motoren für Multi-Cloud-Strategien erweisen sich außerdem der Wunsch nach Unternehmensflexibilität und Innovationen (30 Prozent), der geplante Einsatz von Best-of-Breed-Cloud-Services und -Anwendungen (25 Prozent) sowie Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von einzelnen Cloud-Anbietern (25 Prozent). Die Zahlen der Studie zeigen deutlich, dass der Multi-Cloud-Ansatz mit einer ganzen Bandbreite von Vorteilen zu überzeugen weiß.

Einer der größten Vorteile ist das Potenzial für Kosteneinsparungen. Durch die Verteilung von Workloads auf mehrere Cloud-Anbieter können Unternehmen die Ressourcenzuweisung optimieren und eine Überlastung ihrer Systeme vermeiden. Zugleich zahlen sie lediglich für tatsächlich benötigte Dienste. Deshalb profitieren Unternehmen von Einsparungen und einer höheren betrieblichen Effizienz.

Schlüsselfaktoren bei der Anbieterauswahl

Neben den genannten Erwartungen hinsichtlich Kosteneinsparung und Prozesseffizienz gibt es eine Reihe von Faktoren, die bei der Auswahl des geeigneten Cloud-Anbieters von entscheidender Bedeutung und daher unbedingt zu berücksichtigen sind.

Kompatibilität und Integration
Neben harten Leistungsmerkmalen eines Systems, beispielsweise in puncto Cloud-Speicher und der Performance virtueller Maschinen, spielen in Multi-Cloud-Umgebungen die Dienste und Tools der Anbieter eine tragende Rolle. Denn sie treffen in der Regel auf eine bestehende IT-Infrastruktur und eine Auswahl etablierter Technologien. Insofern sind Kompatibilität und Integration ausschlaggebend dafür, dass die Migration in die Cloud reibungslos erfolgt und die Steuerung des neuen Systems problemlos funktioniert. Wer das schon frühzeitig berücksichtigt, verhindert unerwünschte Komplikationen bei der Umsetzung eines Multi-Cloud-Ansatzes und im laufenden Betrieb.

Datenschutz und Compliance
Neben der Datensouveränität von Unternehmen kommt Gesetzen und Verordnungen aus der Sphäre der Politik bei neuen Projekten eine immer größere Bedeutung zu. Kurz gesagt: Wenn sich jemand im Hinblick auf Datenschutz und Compliance nicht an die Spielregeln hält, riskiert er im schlimmsten Fall harte Sanktionen. Vor diesem Hintergrund ist es unverzichtbar, dass der Multi-Cloud-Anbieter der Wahl die geltenden deutschen und europäischen Datenschutzbestimmungen einhält, allen voran die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union.

Service Level Agreements
Der Service eines Multi-Cloud-Anbieters endet nicht mit der Implementierung seiner Lösung. Das geht klar aus den Service Level Agreements (SLA) der Anbieter hervor. Unternehmen müssen daher insbesondere die Betriebszeitgarantien, Leistungskennzahlen und Disaster-Recovery-Bestimmungen eingehend überprüfen. Denn diese Faktoren wirken sich während des laufenden Betriebs direkt auf die Betriebskontinuität eines Unternehmens sowie auf die Kundenzufriedenheit und -bindung aus.

Skalierbarkeit und Flexibilität
Von der Vollauslastung bis zur Nachtruhe – in jeder Branche gibt es Bedarfsspitzen und Zeiten mit weniger Aktivitäten. Daher verdient die Fähigkeit eines Multi-Cloud-Anbieters, Ressourcen nach Bedarf zu skalieren, die Aufmerksamkeit von Unternehmen. Skalierbarkeit und Flexibilität sind zentrale Faktoren, wenn es um zukünftiges Wachstum und die Anpassung an neue Geschäftsanforderungen geht. Wer in dieser Hinsicht nichts dem Zufall überlässt, stellt sicher, dass die gewählte Multi-Cloud-Umgebung dynamisch und reaktionsschnell bleibt.

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Kostentransparenz des Anbieters
Jedes Unternehmen braucht einen transparenten Überblick über die Kosten für die Nutzung einer Multi-Cloud-Lösung. Welcher Betrag wird wann fällig? Gibt es versteckte Kosten? Auf diese und weitere Fragen müssen Unternehmen nachvollziehbare Antworten finden. Wer frühzeitig für Klarheit sorgt, schafft es ohne Probleme, seinen Budgetrahmen einzuhalten.

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Cloud ist nicht gleich Cloud und verschiedene Anbieter unterscheiden sich teils drastisch oder auch im Detail. Genau die feinen Unterschiede bestimmen jedoch, ob das Paket die Anforderungen der Anwender maßgeschneidert erfüllt oder ob Anpassungsbedarf besteht. Um bereits in der Planung einer Multi-Cloud-Umgebung alles richtig zu machen, sollten Entscheider die genannten Kriterien von Anfang an bedenken. Dann stellen sie die Weichen für den optimierten und skalierbaren Betrieb der IT und den Erfolg des eigenen Geschäftsmodells.


* Der Autor Tobias Deml ist Head of Cloud Engineering bei Oracle Germany.

Bildquelle: Oracle Germany

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