Modernisierung von Legacy-Systemen

Cloud-Integration für ein nahtloses Kundenerlebnis

| Autor / Redakteur: Ian Currie* / Florian Karlstetter

Wie Unternehmen von Altsystemen eingebremst werden und was sie dagegen tun können.
Wie Unternehmen von Altsystemen eingebremst werden und was sie dagegen tun können. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Digitale Dienstleistungen eröffnen Verbrauchern passgenaue Angebote und einfache Prozesse, die sie bequem vom Handy erledigen können. Anbieter müssen aber in der Lage sein, ihre Dienste konstant zur Verfügung zu stellen und reibungslose Abläufe zu gewährleisten, um ihre Kunden nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

Ian Currie, EMEA Director bei Dell Boomi erklärt, wie Unternehmen von Altsystemen eingebremst werden und was sie dagegen tun können.

Zu den Annehmlichkeiten der digitalisierten Zeit gehört für Verbraucher die einfache Art, Produkte oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Sie können nicht mehr nur ihre Emails von ihrem Mobiltelefon abrufen, sondern Einkäufe tätigen, Termine ausmachen, Filme ansehen und Bezahlvorgänge einleiten. Dabei können sie meist aus zahlreichen Anbietern auswählen, weshalb die Anbieter der digitalen Services darauf angewiesen sind, ihre Dienste konstant störungsfrei und reibungslos verfügbar zu halten.

Kunden erwarten schließlich nichts anderes als ständige App-Performance und reibungslose Abläufe, gepaart mit benutzerfreundlicher Oberfläche und intuitiver Bedienbarkeit. Sobald sie nicht das bekommen, was sie erwarten, besteht die Gefahr, dass sie auf die Konkurrenz setzen, die meist nur einen App-Download entfernt liegt. Zu oft allerdings kommen sich Unternehmen allerdings selbst in die Quere, wenn ihre eigene IT sie im Stich lässt.

Legacy-Systeme behindern Unternehmen

Ein digitales Angebot ist nur so gut wie die IT-Infrastruktur, die dahinterliegt. Das musste jüngst Großbritanniens größte Supermarktkette Tesco erfahren, als eine Störung im IT-System den Lieferservice massiv beeinträchtigte. Tausende von Kunden und 10 Prozent aller Online-Bestellungen waren davon betroffen. Auch hierzulande machen des Öfteren Meldungen über ausbleibende Services die Runde. So konnten beispielsweise zahlreiche Kunden von Aldi Talk kein Guthaben mehr über App oder Website aufladen konnten.

Die Folgen sind verärgerte Kunden, Reputationsschäden und zuweilen sinkende Nutzerzahlen. Aufgrund der Einfachheit, mit der Verbraucher Dienste heute in Anspruch nehmen oder wechseln können, ist ihre Toleranz für Störungen gesunken. Funktioniert die App von Anbieter X nicht, greift man eben auf das Angebot von Anbieter Y zurück. Es ist also entscheidend, dass Unternehmen eine reibungslose digitale Lieferkette ihrer Services bereitstellen, denn schon ein schwaches Glied kann sie reißen lassen.

Eine häufig auftretende Ursache von IT-Störungen ist das Aufeinandertreffen von bestehenden on-premises-Systemen und modernen Cloud-Systemen. Unternehmen scheitern oft daran, neue Anwendungen und Prozesse mit der bestehenden Infrastruktur und allen Datenbanken zu verknüpfen. Dazu gehört auch, bestehende Legacy-Systeme störungsfrei in Prozesse mit Cloud-Anwendungen einzubinden. Denn nur wenn sämtliche Zahnräder ineinandergreifen, kann eine erstklassige Customer Experience gewährleistet werden.

Gerade alteingesessene Unternehmen verfolgen bei der Wartung ihrer IT-Landschaft allerdings einen Ansatz nach dem Motto „was nicht kaputt ist, muss auch nicht repariert werden“. Dadurch laufen sie allerdings Gefahr, bald von jüngeren und agileren Unternehmen verdrängt zu werden, deren Dienste bereits in der „Digital First“-Zeit entwickelt werden. Diese sind von Natur aus so konstruiert, dass sie flexibel und kundenorientiert arbeiten und hauptsächlich cloud-native Anwendungen mit einbeziehen. Wer zusätzlich noch Legacy-Systeme mit einbinden muss, steht vor der Aufgabe, Daten aus allen Systemen vereinheitlicht abrufbereit zu haben.

Modernisierung mit Integrationsplattformen

Störungen in der IT-Landschaft resultieren zumeist aus Schwachstellen im Unternehmen, wenn Lücken im System zum Zusammenbruch fragmentierter Applikationen führen. Diese Lücken entstehen, wenn wichtige Anwendungen aus bestehenden Altsystemen nicht in der Lage sind, mit modernen Cloud-Prozessen zu kommunizieren. Eine Modernisierungsstrategie der IT-Infrastruktur muss also darauf abzielen, Prozessen nahtlose Abläufe zwischen Legacy-Systemen und Cloud-Applikationen zu erlauben.

Um diese Brücke zwischen bestehenden on-premises-Systemen und der schnell wachsenden Anzahl cloudbasierter Anwendungen und Dienste zu schlagen, setzen immer mehr Unternehmen auf Integrationsplattformen aus der Cloud. Integration Platform as a Service (iPaaS) synchronisiert Daten aus verschiedenen Systemen und stellt so den nativen Verknüpfungspunkt aus der Cloud dar, den on-premises-Tools nicht bieten können. Einfache Drag-and-drop-Schnittstellen zentralisieren Erstellung, Pflege und Aktualisierung von Integrationen. Zudem werden sämtliche Daten innerhalb wie außerhalb des Unternehmensnetzwerkes aggregiert, einschließlich denen aus mobilen Geräten und IoT-Umgebungen. Das IT-Personal wird zusätzlich entlastet, weil die benötigten Integrationskompetenzen nicht mehr allein in der Hand der Mitarbeiter liegen.

Die Vorteile dieser Plattformen sind vielfältig: Datensätze aus verschiedenen Abteilungen wie Marketing, Sales und Kundenservice werden zentral verwaltet und stehen unternehmensweit zur Verfügung. Zusätzlich sind iPaaS-Lösungen in der Lage, vielfältige Datensätze aus Geräten und Anwendungen sowohl von innerhalb als außerhalb der Unternehmens-Firewalls nahtlos zu sammeln. Mit Hilfe von iPaaS-Lösungen überbrücken Unternehmen daher die Schwierigkeiten, Datensätze aus Altsystemen in Cloud-Applikationen zu transferieren und können ihre Prozesse so reibungslos am Laufen halten.

Ian Currie, EMEA Director Dell Boomi.
Ian Currie, EMEA Director Dell Boomi. (Bild: Dell Boomi)

Fazit: Nahtlose Verknüpfung für bestmögliche Customer Experience

Digitale Services müssen heutzutage schnell, zuverlässig und skalierbar sein. Um diese Kriterien konstant zu erfüllen sind nahtlose Abläufe in der IT-Infrastruktur nötig. Kommt es zu Brüchen, stockt die Lieferkette und der Kunde ist frustriert. Mit iPaaS-Lösungen sind Unternehmen in der Lage, Datensätze aus verschiedenen Systemen zu bündeln und so Kommunikationsschwierigkeiten vorzubeugen. So können sie Altsysteme und Cloud-Anwendungen verknüpfen, um ihre Dienste konstant verfügbar zu halten und eine reibungslose Customer Experience bereitzustellen.

* Der Autor: Ian Currie ist EMEA Director bei Dell Boomi.

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