Kommentar von Axel Oppermann, Experton Group

Cloud Computing als essentieller Bestandteil der Unternehmensstrategie

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Aktion statt Reaktion

Oder anders ausgedrückt: Wenn du die Absicht hast, dich nicht zu erneuern, tu es trotzdem jeden Tag. Für CIOs, die sich aus welchen Gründen auch immer gegen Cloud Computing entscheiden, kann es ein „weiter so“ nicht geben. Auch wer beim klassischen Client-Server-Modell verharrt, eigene Service- und Support-Abteilungen betreibt und sogar ausbaut oder den Betrieb eigener Rechenzentren – respektive etablierte Sourcing-Modelle – forciert, muss in Bewegung bleiben.

Die Abläufe und IT-Organisation müssen optimiert werden. Sie müssen sich mit denen moderner IT-Fabriken messen lassen. Stundenlanges „Betanken“ von Clients, tagelanges Aufsetzen von Servern oder wochenlanges Bauen von Images wird nicht mehr tragbar sein. Diese Unternehmens-IT ist gezwungen, sich mit den Gepflogenheiten globaler IT-Konzerne zu messen. Insbesondere für mittelständische Unternehmen ein schweres Unterfangen. Gerade hier wird IT oftmals nicht als Produktionsfaktor verstanden.

Spätestens in zwei bis drei Jahren werden diese Unternehmen Probleme mit ihrer Budget-Planung bekommen. Bereits heute erhöhen die führenden Anbieter von Business-IT die Preise für Software oder Nutzungsrechte beinahe willkürlich. Anstiege von über 30 Prozent über Produktgenerationen hinweg sind keine Seltenheit. Nutzungsrechte werden immer stärker gekoppelt. Dies treibt die Kosten. Bei Planungen kann zunehmend nicht mehr auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden.

IT-Dienstleister standardisieren – ganz dem Ruf der IT-Fabrik und Cloud folgend – ihre Services. Sollte dies einer breiten Masse an Dienstleistern in den kommenden zwei bis vier Jahren gelingen, werden Services, die nicht der dann gültigen Norm entsprechen preislich diskriminiert – also stark verteuert.

Neben all den IT-bezogenen Größen gilt es, die Anforderungen der Fachabteilungen (Lines of Business, LOB) nicht zu unterschätzen. Diese haben sich in den letzten Jahren nachhaltig geändert. Die LOBs haben sich emanzipiert und können ihre Forderungen durchsetzen – respektive auch ohne Unternehmens-IT ihre Bedarfe decken. Insbesondere die Mobilisierung von Prozessschritten und die Fragmentierung der Arbeitswelt wird die klassische IT vor Herausforderungen stellen.

Was bleibt

Schon der amerikanische Schriftsteller Christopher Darlington Morley sagte: „Es gibt nur einen Erfolg – das Leben nach seinen eigenen Vorstellungen leben zu können.“ Leider ist dies in unserer globalisierten und arbeitsteiligen Welt kaum möglich. Insbesondere die Interessen und Strategien Dritter gilt es, in unserem darwinistischen Wirtschaftssystem zu antizipieren.

Bezogen auf die Unternehmens-IT bedeutet dies aktuell stärker als je zuvor, die Strategien von relevanten IT-Anbietern und Dienstleistern zu verstehen. Dann gilt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

CIOs, die nicht auf Cloud Computing setzen, müssen ihre IT-Organisation an die sich ändernden Rahmenparameter anpassen. Und dies lieber heute als morgen.

Hierzu gilt es, die eigene Roadmap und IT-Strategie an der Ausrichtung der führenden IT-Lieferanten zu spiegeln. Gibt es viele Gemeinsamkeiten oder Parallelen, die wie bei einem Parabolspiegel, exakt im Brennpunkt (der eigenen Strategie) gebündelt werden, scheint die Welt in Ordnung. Gibt es eine große Streuung, welche zu Wechselwirkungen führen, erhöht sich der Handlungsdruck.

Es wird empfohlen, sich in diesem Kontext auch mit präferierten IT-Dienstleistern auszutauschen. Darüber hinaus sollten Interessengemeinschaften auf Anwenderseite forciert werden.

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