Stimmen und Meinungen vom DSAG-Jahreskongress

Bei SAP gibt es für die DSAG-Mitglieder noch viele Baustellen

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Alles auf HANA

Die SAP-Strategie sieht vor, dass alle Anwendungen auf HANA portiert werden. Dies ist kürzlich auch für Business All-in-one erfolgt, also die Branchenlösungen der SAP für den Mittelstand. Hartmut Thomsen, der Geschäftsführer der SAP Deutschland, räumte allerdings ein, dass sich mit HANA "ein positiver Return-on-investment (ROI) nur bei einem entsprechend geeigneten Geschäftsproblem" erzielen lasse. Merke: HANA ist kein Werkzeug für alle Fälle, sondern wirkt als Beschleuniger und Innovator nur, wenn es auch ein geeignetes Problem gibt.

"HANA ist attraktiv für bestehende SAP-Kunden, doch jeder Kunde wird sich fragen müssen, ob er HANA haben will", resümiert der PAC-Analyst Frank Niemann. "Kunden können SAP HANA als Datenbank beispielsweise nur für das SAP Business Warehouse nutzen, aber auch ihre gesamten SAP-Applikationen auf SAP HANA betreiben."

Bernd Leukert stellte die Rolle der Public Cloud- und der Managed Cloud-Angebote im Rahmen einer SAP-Strategie für die Umsetzung von Industrie 4.0 vor. In jeder Hinsicht "smart" imaginiert die SAP ihre vier Plattformen Core (also v.a. ERP), Mobile, Cloud und In-memory (HANA), um neue und verbesserte Geschäftsprozesse beziehungsweise -modelle zu ermöglichen.

Retail

Die kürzlich eingekaufte E-Commerce-Plattform Hybris findet darin ebenfalls ihren Platz. "Die Fähigkeit von Hybris, alle Kanäle zum Absatz zu nutzen, ist wichtig für Retail und Online-Handel", erläutert Niemann. Retail ist ein Markt, den die SAP stärker erschließen will. Dazu hat der Hersteller neben Hybris auch das Lösungsportfolio "Customer Engagement Intelligence" und das Customer Activity Repository (CAR) vorgestellt.

SAP-Shops

Für Aufsehen sorgte der Co-CEO Snabe mit seiner Bemerkung, dass er sich SAP-Ladengeschäfte wie die von Apple vorstellen könne. Frank Niemann von PAC analysiert messerscharf: "SAP will sich quasi als Marke auf der Highstreet positionieren und seine Sichtbarkeit erhöhen, um so andere Entscheidungsträger als technikorientierte IT-Leiter anzusprechen, etwa Sales- und Marketingleute, aber auch Konsumenten." Ob diese Shops als Mittel geeignet sind, SAP als Marke breiter aufzustellen, sieht der Analyst jedoch kritisch.

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