Stimmen und Meinungen vom DSAG-Jahreskongress

Bei SAP gibt es für die DSAG-Mitglieder noch viele Baustellen

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Baustelle Nr. 1: Gesetzliche Änderungen

Andreas Oczko, DSAG-Vorstandsmitglied.
Andreas Oczko, DSAG-Vorstandsmitglied.
(Bild: DSAG)
Nach den Worten Andreas Oczkos gibt es in den Gesprächen, die die DSAG mit SAP führt, noch eine ganze Reihe "Baustellen". Die erste betrifft gesetzliche Änderungen. "Der Kunde erwartet vom Lieferanten seiner Standard-Software, dass er gesetzliche Änderungen wie e-Bilanz oder SEPA oder FACTA einpflegt", erklärt Oczko. "Da gibt es auf SAP-Seite ein unterschiedliches Verständnis hinsichtlich dessen, was dazu gehört und was nicht. Wir hingegen haben dazu eine ganz klare Meinung - auch die der Mitglieder, die wir da vertreten. Wir wollen den Kunden eine größere Investitionssicherheit geben."

Baustelle Nr. 2: Indirekte Nutzung

Als zweite, nach Oczkos "sehr wichtige" Baustelle steht das Thema "Indirekte Nutzung" an. Das sei weltweit ein brandheißes Thema. Oczko: "Indirekte Nutzung bedeutet: Ich habe mein SAP-System, dann habe ich vielleicht ein paar Eigenentwicklungen dranhängen, die SAP nutzen, ohne dass ich dafür Lizenzen zahle, etwa in der Auftragsverarbeitung. Das wäre unfair gegenüber SAP." Eine entsprechende gemeinsame Arbeitsgruppe soll klären, was unter "indirekter Nutzung" abgedeckt werden kann und wie man klar definieren kann, welche Arten von indirekter Nutzung sich auf welche Weise abrechnen lassen.

"Wir wollen Nachforderungen aus dem Vertrieb vermeiden und diese Grauzone schließen, etwa durch ein Preismodell für indirekte Nutzung", erläutert Oczko. "Wir bringen Kunden zusammen, die eine Liste von Praxisfällen zusammenstellen - und wie SAP jeweils damit umgegangen ist. Wir versuchen, daraus eine Regel abzuleiten."

Baustelle Nr. 3: Metriken

Eine dritte Baustelle, die offenbar vielen Mitgliedern am Herzen liegt, ist der Wildwuchs von Metriken, also Bemessungsvorgaben für Lizenzen. "SAP hat mehr als 300 Metriken für über 1250 Lizenzen", bringt Oczko das Problem auf den Punkt. "Da gibt es Metriken, die völlig sinnfrei sind. Mein Lieblingsbeispiel: Es gibt Lizenzen, die nach CPU-Cores berechnet werden. Früher hatte man Single-Cores, heute sind es Quad-Cores oder Hexa-Cores - aber nur weil sich die Hardware ändert, muss auch die Lizenz geändert werden. Das ist ja völlig sinnlos."

Machtwechsel und Umzug

Ob die Verlegung von bestimmten Aufgabenbereichen wie Co-Vorstand, Kommunikation und Entwicklung zur Verlegung des Firmensitzes aus Walldorf nach Palo Alto führen könnte, ist eine Frage, die so manchen Marktbeobachter und SAP-Beschäftigten umtreibt. Eine Verlegung des SAP-Hauptquartiers würde nach Angaben von informierten Personen in der Walldorfer Umgebung nämlich etwa 15-20.000 Stellen bei SAP, den Partnerfirmen und den Dienstleistern in der Region betreffen.

Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG
Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG
(Bild: DSAG)
"Ich sehe nicht wirklich die Verlagerung des Machtzentrums dahinter", sagt DSAG-Chef Marco Lenck. "Die DSAG hat sehr valide Ansprechpartner in Bernd Leukert und Gerhard Oswald." Leukert sei Deutscher und kenne die DSAG seit Jahren. Mit ihm arbeite die DSAG sehr erfolgreich zusammen. "Ich habe nicht die Befürchtung, dass die DSAG ihren Einfluss auf die SAP verliert", so Lenck. "Der Tendenz der SAP, globaler zu werden, muss sich die DSAG stellen. Das ist aber auch richtig so, denn wir sind ja mit unseren Unternehmen auch global tätig."

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