US-Nachrichtendienste zahlen 600 Millionen US-Dollar

AWS betreibt Cloud-Dienste für NSA

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

In Sachen Sicherheit müssen Unternehmen laut AWS selten soviel Aufwand treiben wie die United States Intelligence Community und deren angeschlossene Geheimdienste.
In Sachen Sicherheit müssen Unternehmen laut AWS selten soviel Aufwand treiben wie die United States Intelligence Community und deren angeschlossene Geheimdienste. (Bild: AWS/intelligence.gov)

Amazon Web Services (AWS) hat eine Cloud-Infrastruktur für die United States Intelligence Community (IC) eingerichtet. Unternehmen will der Dienstleister auf Wunsch ähnlich sichere Angebote unterbreiten.

2013 stellte sich noch die Frage, ob AWS eine Rolle im Überwachungsprogramm der National Security Agency (NSA) gespielt haben könnte. Nun klärt der Cloud-Experte den Sachverhalt auf etwas andere Art. Nach eigenen Angaben will der Anbieter neben der NSA gleich noch 16 weitere Nachrichtendienste der Vereinigten Staaten mit einer dedizierten Cloud-Infrastruktur ausstatten. Die für die United States Intelligence Community (IC) eingerichtete Lösung soll diesen Sommer in Betrieb gehen.

AWS spricht von einem über mehrere Jahre verteilten Auftragsvolumen von 600 Millionen US-Dollar. Zu technischen Details will der Anbieter mit Verweis auf die kritischen Sicherheitsanforderungen nichts verraten. Dem Online-Magazin Defense One zufolge wird die Infrastruktur hinter IC-Firewalls betrieben. Die eigentliche Hardware bleibe jedoch im Besitz von AWS und werde auch von dem Anbieter gewartet. Defense One spricht von einer Public Cloud auf privatem Grund.

Mit dem Schritt in die Cloud wolle die IC Dienste für Computing und Analytics künftig nach Bedarf buchen. Vordergründiges Ziel sei dabei jedoch nicht, Kosten zu sparen. Stattdessen plane man, mit der technischen Entwicklung Schritt halten und Informationen bei Bedarf rasch untereinander zu teilen. Künftige Erweiterungen der öffentlichen Cloud-Services werde AWS auch in der IC-Cloud implementieren.

Die von AWS bereitgestellte Infrastruktur soll den Sicherheitsanforderungen der IC genügen. Defense One schreibt von einer mandantenfähigen Cloud mit Zugangsberechtigungen und beinahe in Echtzeit verfügbaren Log-Auswertungen. Damit reagiere man auch auf die mit Edward Snowden gemachten Erfahrungen um interne Datenlecks.

Mit dem Zuschlag für die IC-Cloud hat sich AWS offenbar gegen IBM und einen weiteren, nicht genannten Anbieter durchsetzen können. Unternehmen können ähnliche Services wie die IC übrigens auch in Anspruch nehmen. AWS geht jedoch davon aus, dass geschäftliche Anwender meist mit dem Diensten von der Stange besser bedient seien.

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