Asseco Solutions bietet mit APplus eine Enterprise Resource Planning (ERP)-Software für mittelständische Unternehmen, die auch als Service aus der Cloud bezogen werden kann. Wir sprachen mit Vorstand Ralf Bachthaler über das Business mit ERP-Software und wie er die aktuellen Herausforderungen meistern will.
Asseco Solutions bietet mit APplus eine Enterprise Resource Planning (ERP)-Software für mittelständische Unternehmen, die auch als Service aus der Cloud bezogen werden kann.
Die Asseco Solutions mit Sitz in Karlsruhe sind Teil der Asseco-Gruppe mit mehr als 33.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 3,7 Milliarden Euro. Die ERP-Lösung wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien vertrieben. Darüber hinaus gibt es unabhängige Schwesterfirmen in der Slowakei und Tschechien. Im Interview berichtet Vorstand Ralf Bachthaler von den jüngsten Herausforderungen und Chancen – etwa, dass Anwender mehr und mehr professionelle Hilfe schätzen – weil Fachkräfte ein immer selteneres Gut sind.
CloudComputing-Insider: Herr Bachthaler, eine Frage zum Warmwerden: Wie ist Ihr ERP-System APplus aufgebaut und was macht es besonders?
Ralf Bachthaler: Bei APplus handelt es sich um eine n-Tier-Applikation mit einer hochmodularen, auf allen Ebenen erweiterbaren und anpassbaren Struktur. Eine zentrale Besonderheit ist ihre sehr flexible Architektur. Diese unterstützt Anbindungen an viele externe Systeme und schlägt damit auch die Brücke zu mobilen Endgeräten und der Cloud.
Ralf Bachthaler, Vorstand der Asseco Solutions
(Bild: Asseco)
Der Service Provider Sigmavista bietet in Kooperation mit Ihnen APplus auch als Service an. Grundsätzliche Frage: Warum sollten sich Unternehmen aus Ihrer Sicht für eine ERP-Lösung aus der Cloud entscheiden?
Bachthaler: In der Praxis bestehen für unsere Kunden verschiedenste Möglichkeiten, APplus cloud-basiert zu betreiben. Eine davon ist die Umsetzung mit unserem Partner Sigmavista, mit dem wir seit vielen Jahren mit großem Erfolg für unsere Kunden zusammenarbeiten. Generell ist unser System jedoch vollkommen technologieoffen und flexibel anpassbar, sodass sich APplus in jeder Cloud-Umgebung hosten lässt, die sich der Kunde wünscht. Sollte dieser zum Beispiel bereits Azure im Einsatz haben, ist es problemlos möglich, APplus darauf zu betreiben. Die Nutzung des ERP-Systems als Cloud-Service bringt in der Praxis verschiedenste Vorteile mit sich. Durch die zentralen Verwaltungsmöglichkeiten etwa können Unternehmen ihre Kosten deutlich senken und müssen sich nicht länger inhouse um die entsprechenden Aufgaben kümmern. Auch Risiken lassen sich minimieren, da der Cloud-Anbieter mit umfassendem Experten-Know-how für Aspekte wie Security, Datensicherheit oder Backups sorgt. So kommen auch Unternehmen ohne umfangreiches Spezialwissen in den Genuss eines hochprofessionellen Schutzniveaus. Schließlich können Unternehmen mithilfe einer Cloud-Implementierung bei Bedarf viel flexibler und schneller skalieren, als dies bei einer On-Premises-Installation möglich wäre – ganz abgesehen von den Investitionen in teure Hardware, die dabei eingespart werden können.
Welchen Branchen legen Sie den Einsatz von APplus als Service besonders ans Herz?
Bachthaler: Im Prinzip sind die genannten Vorzüge einer Cloud-Implementierung für nahezu alle Branchen relevant und interessant. Besonders profitieren natürlich diejenigen Unternehmen, in denen eine möglichst hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit eine zentrale Rolle spielen. Ich denke dabei besonders an die Automobil- und Zulieferindustrie, aber auch an Serienfertiger, bei denen im Kontext der Auslieferung jede Minute zählt und allein ein Ausfall von wenigen Stunden immense Kosten nach sich ziehen kann. Zudem eignet sich eine Cloud-Implementierung auch in besonderem Maße für Unternehmen mit vielen örtlich verteilten Standorten. Denn während im klassischen Szenario für deren Anbindung nicht selten eine komplexe Netzwerkinfrastruktur erforderlich ist, genügt im Cloud-Modus ein einfacher Onlinezugang.
Wie sieht der typische Kunde für Ihr ERP aus der Cloud aus? Alteingesessene Firmen haben in der Regel bereits seit Jahren ein entsprechendes ERP im Einsatz – richtet sich Ihr Angebot also vorwiegend an junge Firmen und Startups?
Bachthaler: Auch, aber nicht nur. Für junge Firmen und Startups ist der Cloud-Ansatz natürlich besonders attraktiv, da sie quasi sofort mit ihrem ERP-System starten können, ohne langwierige Implementierungszeiten in Kauf zu nehmen. Sind zudem die eigenen Prozesse noch nicht in Stein gemeißelt, weil sie vielleicht gerade überhaupt erst entwickelt werden, ist es natürlich umso leichter, sich an den Standard einer Cloud-ERP-Lösung anzupassen. Tatsächlich beobachten wir jedoch auch bei langjährigen Playern am Markt bereits seit einiger Zeit ein steigendes Bewusstsein dafür, dass das erforderliche Know-how zur Verwaltung und Pflege einer ERP-Software mehr und mehr Mangelware wird und sie dies unter Umständen nicht mehr selbst leisten können. Dazu trägt zum einen der Generationswechsel bei, durch den jüngere Mitarbeiter mit oftmals höherer Technologieoffenheit in Entscheidungspositionen nachrücken. Aber auch der Fachkräftemangel lässt hier natürlich grüßen. In der Tat haben solche Unternehmen meistens bereits ein ERP-System im Einsatz. Und in der Regel sind die entsprechenden Implementierungen nicht ohne Weiteres automatisch Cloud-fähig. Entsprechend muss hier ein gewisser technischer Aufwand betrieben werden, um die Vorteile der Cloud auch in diesen Kontexten nutzbar zu machen. Je nach Situation kann sich dies jedoch durchaus lohnen.
Wo steht das Rechenzentrum, in dem das Angebot gehostet wird, und wie ist es aufgestellt?
Bachthaler: Unser Standard-APplus-Cloud-Angebot wird in einem Rechenzentrum im österreichischen Traun gehostet, welches somit die Anforderungen des „Austrian-Cloud“-Standards erfüllt. Alle Daten befinden sich zentral in Österreich, nicht verteilt über mehrere Länder. Damit wird unsere Lösung den Vorgaben der DSVGO vollumfänglich gerecht. Neben verschiedensten Services rund um die Betriebssicherheit – Stichwort Cybersecurity – stehen unseren Kunden weitere Dienste wie zum Beispiel Back-up, Data Replication oder SQL-as-a-Service zur Verfügung, die auch von vielen unserer Nicht-Cloud-Kunden bereits hybrid eingesetzt werden. Ein sehr prominentes Beispiel dafür ist der Dienst „Disaster-Recovery-as-a-Service“. Er ist für viele Kunden der erste Schritt in die Cloud, um sich gegen die aktuelle Bedrohungslage abzusichern. Je nachdem, ob unsere Kunden nur mit APplus in die Cloud wechseln möchten oder weitere Teile ihrer Infrastruktur oder Softwaresysteme in die Cloud überführen, lassen sich die Leistungen im Rechenzentrum beliebig skalieren sowie weitere Services rund um individuelles Monitoring hinzufügen.
Stand: 08.12.2025
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Es findet ja keine Implementierung beim Kunden statt – dennoch wird es Herausforderungen bei der Nutzung von Cloud-ERP geben – für Sie, aber auch für den Kunden. Welche sind das?
Bachthaler: Auch im Cloud-Kontext bieten wir unseren Kunden eine Implementierungsunterstützung, denn eine derart umfassende Software wie ein ERP-System kann in komplexen Branchen wie dem produzierenden Mittelstand nicht vollständig ohne Beratung, Services oder Schulungen zum Einsatz kommen. Zudem müssen auch bei einer Cloud-Implementierung Daten übernommen und verschiedenste Prozesse in der Instanz des Kunden konfiguriert und eingestellt werden. Entsprechend kann und darf der Kunde auch im Cloud-Kontext nicht alleingelassen werden. Seit einigen Jahren bieten wir jedoch mit der sogenannten „Fast-Track-Implementierung“ eine besonders effiziente Einführungsmethodik an, die sich auch für Cloud-Szenarien hervorragend eignet und APplus in nur wenigen Monaten nutzbar macht. Dadurch, dass APplus bereits seit mehr als zwanzig Jahren nativ Webtechnologie nutzt und rein browserbasiert funktioniert, ergeben sich für uns als Hersteller generell keine Unterschiede in der Implementierung und damit auch keine besonderen Herausforderungen, egal ob APplus in der Cloud oder on-Premises installiert wird. Es sind keine zusätzlichen Services erforderlich, die dafür sorgen, dass die Cloud-Implementierung funktioniert. Für den Anwender hingegen besteht die Hauptherausforderung oft darin, in gewissem Maße die eigenen Prozesse an die Standardlogiken des Cloud-ERP anzupassen. Denn Cloud-Software spielt ihre Vorteile ja genau dann bestmöglich aus, wenn keine Modifikationen an ihr vorgenommen werden. Der Erforderlichkeit von Individualisierungen kommen wir mit APplus übrigens dadurch entgegen, dass wir umfassende Customizing-Möglichkeiten bieten, mit deren Hilfe die Unternehmen die Lösung rein auf Konfigurationsebene umfassend auf ihre spezifischen Anforderungen hin zuschneiden können.
Muss noch viel Überzeugungsarbeit bei den Kunden geleistet werden, oder sind die Vorteile von ERP aus der Cloud mittlerweile allgemein bekannt?
Bachthaler: Eine klare Tendenz in die eine oder andere Richtung lässt sich aus unserer Sicht am Markt derzeit nicht ausmachen. Generell ist es jedoch so, dass wir als Asseco keine explizite Cloud-first-Strategie verfolgen, sondern dem Kunden die Wahl lassen. Wir setzen genau die Implementierungsweise um, die der Kunde bevorzugt, und stehen in jedem Fall voll und ganz hinter dieser Entscheidung. Denn dank unserer Webtechnologie sind wir nativ Cloud-fähig, sodass es für uns keine Rolle spielt, ob der Kunde APplus on-Premises oder in der Cloud implementieren möchte. Entsprechend besteht für uns auch keine Notwendigkeit, aktive Überzeugungsarbeit zu leisten. Vielmehr lautet unser Motto: „Cloud da, wo es sinnvoll ist!“ In vielen Fällen ist ein hybrider Ansatz die optimale Lösung. Nicht jedem Unternehmen ist es technisch möglich oder aus Compliance-Gründen überhaupt erlaubt, vollständig in die Cloud zu gehen. Gerade mittelständischen Unternehmen in eher ländlichen Regionen steht teilweise auch heute noch kein lückenlos stabiles, hochleistungsfähiges Internet zur Verfügung. Fällt dieses jedoch aus, geht im Cloud-Kontext erst einmal gar nichts mehr. Das können sich gerade Unternehmen in der Fertigung nicht leisten. Wir empfehlen daher, die Vorteile der Cloud bewusst in den Bereichen zu nutzen, in denen es Sinn ergibt, und, wo erforderlich, auch on-Premises zu bleiben.
Wie oft implementieren Sie on-prem, wie oft wird dagegen Ihre Cloud-Lösung genutzt? Gibt es da vielleicht Prozentzahlen?
Bachthaler: Wir beobachten derzeit durchaus einen Trend, dass Cloud-Implementierungen häufiger angefragt werden, als dies noch in der Vergangenheit der Fall war. Besonderes Interesse besteht dabei jedoch tatsächlich an den gerade erwähnten hybriden Implementierungen: Bereiche wie etwa das CRM lassen sich sehr gut im Standard nutzen und können daher die Vorteile der Cloud – wie Einfachheit, Flexibilität und Kostenersparnis – voll ausspielen. Auch Funktionalitäten im Kontext von künstlicher Intelligenz eignen sich gut, da sie meist ohnehin einen gewissen Cloud-Anteil erfordern. Die Kernfunktionen des ERP-Systems wie etwa Materialwirtschaft oder Produktionsplanung hingegen werden unserer Erfahrung nach weiterhin in den allermeisten Fällen als On-Premises-Implementierungen gewünscht.
Welche Trends machen Sie aus, die das ERP aus der Cloud Ihrer Meinung nach in den kommenden ein, zwei Jahren tangieren werden?
Bachthaler: Eines der zentralen Themen, welche die ERP-Landschaft generell und auch die Cloud-Implementierungen im Speziellen sehr stark beeinflussen werden, ist künstliche Intelligenz (KI). Bereits heute ist diese in der Lage, verschiedenste Prozesse im Unternehmen zu unterstützen, um besonders hohe Komplexitätsgrade zu bewältigen oder Mitarbeiter von zeitraubender Routine zu entlasten. So lässt sich beispielsweise die teilweise auf mehreren hunderten Parametern basierende Lagerhaltung durch KI analysieren und optimieren. KI kann Vertriebsmitarbeiter bei der Recherche zu neuen Prospects unterstützen oder Routineprozesse wie Standardbestellungen auf Wunsch komplett selbstständig erledigen. Dieser steigende Anteil intelligenter Technik in ERP-Systemen führt darüber hinaus dazu, dass immer größere Funktionsbereiche in die Cloud ausgelagert werden. Denn dort lassen sich die Datenbasen verschiedenster Standorte, Unternehmensbereiche oder Produktionsmaschinen in optimaler Weise sammeln und der künstlichen Intelligenz zur Auswertung zur Verfügung stellen.
Wie will Asseco darauf reagieren?
Bachthaler: Durch unsere langjährigen Aktivitäten und Forschungen im Bereich KI befinden wir uns in der glücklichen Lage, auf diesem Feld selbst als technologischer Vorreiter agieren zu können, anstatt „nur“ auf den Trend zu reagieren. Konkret haben wir bereits 2019 die Mehrheitsbeteiligung an einem spezialisierten KI-Unternehmen übernommen, dessen Expertise heute die Grundlage für unsere APplus-KI liefert. Gerade der aktuelle mediale Hype um intelligente Chatbots zeigt, dass das Anwendungsspektrum von KI tagtäglich breiter wird und die intelligente Technologie daher auch immer mehr Möglichkeiten bietet, Funktionen im ERP-Bereich zu unterstützen. In diesem Kontext setzen wir auf unser spezialisiertes KI-Team aus derzeit zwölf Personen, das tagtäglich an Möglichkeiten arbeitet, neue KI-Möglichkeiten sinnvoll in die ERP-Welt zu integrieren.
Software entwickelt sich permanent weiter. Welche Neuerungen können Anwender noch 2023 erwarten?
Bachthaler: Ein zentraler Aspekt, an dem wir derzeit arbeiten, besteht darin, ERP-Prozesse für den Anwender deutlich zu vereinfachen. Gerade in der heutigen Zeit arbeiten Mitarbeiter von unterschiedlichsten Orten aus und müssen dennoch schnell und flexibel auf Daten und Prozesse zugreifen können – nicht zuletzt im Kontext der zunehmenden Menge an Funktionen, die über die Cloud genutzt werden. Dazu wird sich die Oberfläche unseres ERP-Systems künftig dahingehend anpassen, dass diese von beliebigen Endgeräten aus optimal genutzt werden kann. Auch komplexe Prozesse werden so innerhalb weniger Klicks am Smartphone zu erledigen sein – und das ohne separate App oder separate Prozesse im Hintergrund. Für den Anwender spielt es dann keine Rolle mehr, ob er oder sie im Büro am großen Bildschirm arbeitet oder von unterwegs aus einen Prozess am Smartphone startet. In dieser ganzheitlichen Mobility liegt aus unserer Sicht die Zukunft des ERP.
Die politischen Rahmenbedingungen scheinen für den Mittelstand in Deutschland gerade besonders schlecht zu sein, zu denken wäre etwa an die hohen Energiekosten. Wie nehmen Sie die Situation wahr und können Sie den Anwendern entsprechend entgegenkommen?
Bachthaler: Die derzeitigen Krisen stellen Mittelständler in der Tat vor große Herausforderungen. Auch wenn wir als ERP-Anbieter den Auswirkungen wie der anhaltenden Inflation oder Lieferkettenproblematiken nicht direkt entgegenwirken können, haben die Geschäftsprozesse, die mithilfe unserer Lösung bearbeitet werden, dennoch einen Einfluss auf die Effizienz eines Unternehmens im Tagesgeschäft und die Flexibilität, mit der es sich an neue Herausforderungen anpassen kann. Dementsprechend führen wir gerade in der aktuellen Zeit regelmäßige Strategie-Meetings mit unseren Kunden durch und entwickeln im gemeinsamen Dialog Möglichkeiten, wie beispielsweise intelligente Automatisierung dabei unterstützen kann, dass das jeweilige Unternehmen flexibler und schlagkräftiger wird – und damit weiterhin erfolgreich am Wirtschaftsstandort Deutschland agieren kann.
Herr Bachthaler, wie danken für das interessante Gespräch!