Was Human Clouds leisten können

Arbeitskraft aus der Wolke

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Florian Karlstetter

„People Clouds“ übertragen das Cloud-Computing-Paradigma auf menschliche Arbeitsleistung.
„People Clouds“ übertragen das Cloud-Computing-Paradigma auf menschliche Arbeitsleistung. (Bild: KSRI - Karlsruhe Service Research Institute)

Zu den knappen Ressourcen in der IT gehören auch die Fachkräfte. Sogenannte Human Clouds bieten bedarfsabhängigen Zugang zu Dienstleistern.

IT-Experten sind gefragt: 61 Prozent der kleinen und mittleren IT-Unternehmen wollen in 2013 Personal einstellen, so eine BITKOM-Umfrage. Bei dem herrschenden Fachkräftemangel und der Konkurrenz durch große Unternehmen als Arbeitgeber wird dies allerdings nicht einfach. So ergab das Trendence Graduate Barometer, dass für den IT-Nachwuchs insbesondere Unternehmen wie Google, Microsoft und Apple auf der Wunschliste stehen.

Besonders schwierig wird es, wenn zum Beispiel für ein Projekt eine Bedarfsspitze im Personalbereich entsteht, also Arbeitskräfte nur temporär benötigt werden. Hier könnte das Cloud-Konzept helfen: Für IT-Ressourcen wie Speicherplatz und Rechenleistung kann bekanntlich ein zeitlich begrenzter Bedarf durch Cloud Computing gedeckt werden. Cloud-Dienste bieten zudem einen schnellen Zugang zu den notwendigen IT-Leistungen. Für Arbeitskräfte gibt es ähnliche Entwicklungen, die Human Clouds als Crowdsourcing im Internet.

Human Clouds als Zugang zu Fachleuten

Die Human Clouds oder People Clouds erinnern an die klassischen Projektbörsen im Internet. Bei solchen Plattformen können sich Unternehmen als mögliche Auftraggeber und Dienstleister als mögliche freie Mitarbeiter anmelden. Entweder sucht dann ein Unternehmen gezielt nach passenden Dienstleistern und kontaktiert diese, oder aber das Unternehmen schreibt Projekte aus, für die dann die potenziellen freien Mitarbeiter Interesse bekunden. Für die Vermittlung fällt jeweils eine gewisse Gebühr an, oftmals ein bestimmter Anteil der Auftragssumme. Doch der Cloud-Gedanke geht noch weiter als herkömmliche IT-Projektbörsen.

E-Commerce-Projekt zerlegt in Teilaufgaben

Steht zum Beispiel der Aufbau eines Online-Shops an, können komplette Aufgaben wie die Produktbeschreibungen oder die Suchmaschinenoptimierung an eine Human Cloud wie clickworker vergeben werden. Dort werden die Aufgaben in verschiedene Teilaufgaben zerlegt und durch registrierte, für diese Art von Aufgaben vorgesehene Mitglieder dieser Human Cloud bearbeitet. Die Einzelergebnisse der Cloud-Mitarbeiter werden dann von der Plattform wieder zusammengefügt und dem Auftraggeber geliefert. Laut Anbieter gibt es inzwischen über 300.000 registrierte Dienstleister bei Clickworker.

Programmierauftrag an Community

Im Bereich der Softwareentwicklung gibt es ähnliche Konzepte, wie zum Beispiel topcoder.com zeigt. Dort können Unternehmen IT-Projekte an die auf dem Web-Portal vereinte Community vergeben, die laut Anbieter 480.000 Mitglieder hat. Die Beispielprojekte reichen von der Erstellung einer mobilen App bis hin zur Entwicklung einer Enterprise-Software.

Wie unterschiedlich die kleinen und größeren Teilaufgaben sein können, die bei Human Clouds vergeben und bearbeitet werden, zeigt auch zum Beispiel Amazon Mechanical Turk, das sich als Marktplatz für Arbeiten versteht, für die menschliche Intelligenz benötigt wird, die also nicht einfach automatisiert werden kann. So werden als Beispielaufgaben Fotobearbeitung, die Optimierung von Online-Übersetzungen oder die Bearbeitung von Podcasts genannt, also durchaus Aufgaben, die mittelständische Unternehmen bedarfsweise und in kurzer Zeit bearbeitet haben wollen.

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