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Cloud-Strategie bis 2023 Alibaba drängt an die Cloud-Spitze

Autor: Sarah Böttcher

Mit rund 25 Milliarden Euro und 5.000 neuen Mitarbeitern will Alibaba Cloud den Druck auf die amerikanischen Hyperscaler AWS, Microsoft und Google erhöhen. Bis 2023 möchte der chinesische Konzern der weltweit führende Cloud-Service-Anbieter sein.

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Alibaba Cloud gibt sich zuversichtlich: Bis 2023 möchte der Cloud-Konzern seine Marktmacht global ausbauen und festigen.
Alibaba Cloud gibt sich zuversichtlich: Bis 2023 möchte der Cloud-Konzern seine Marktmacht global ausbauen und festigen.
(Bild: © XtravaganT-stock.adobe.com)

Auf dem Alibaba Cloud Summit Anfang Juli bekräftigte Alibaba seine ehrgeizigen Zukunftspläne: Bis 2023 möchte der Konzern der weltweit führende Cloud-Service-Anbieter sein. Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt Alibaba rund 25 Milliarden Euro für den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur in die Hand. Darüber hinaus sollen 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

„Als größter Anbieter von Cloud-Diensten im asiatisch-pazifischen Raum werden wir in den nächsten drei Jahren unsere Investitionen weiter erhöhen, um unsere Infrastruktur, unsere Lösungen und unsere Rolle im breiteren Technologie-Ökosystem zu stärken, um nicht nur im asiatisch-pazifischen Raum der vertrauenswürdige Partner der ersten Wahl zu sein“, betonte Jeff Zhang, Präsident von Alibaba Cloud Intelligence, auf dem Summit.

Expansion, Portfolio und Partnerschaften

Um dieses Ziel zu erreichen, ist dem Unternehmen zufolge eine weitere Expansion im Kernmarkt Asien, aber auch in den europäischen Raum geplant. Denn bisher konzentrierte sich der Konzern deutlich auf Märkte in Asien. Um seine Expansionsbestrebungen weiter fortzusetzen, eröffnet Alibaba Cloud Anfang 2021 ein drittes Rechenzentrum in Indonesien. Zudem erweiterte der Cloud-Anbieter im April dieses Jahres sein Portfolio im Zuge der Coronakrise um zusätzliche Services zu Remote Work und Remote Learning. Weitere Services, wie eine neu angekündigte Datenbanklösung, sollen das Angebotsportfolio konstant ergänzen.

Darüber hinaus versicherte Zhang auf dem Summit, auch weiterhin mit globalen Partnern zusammenzuarbeiten. Im vergangenen Monat kündigte Alibaba Cloud eine Investition von rund 250 Millionen Euro an, um die „Innovationen der gemeinsamen Partner in diesem Geschäftsjahr zu beschleunigen.“ Das Geld soll in die Flaggschiff-Lösung „China Gateway“ fließen. Das „Gateway“ soll Cloud-Ressourcen für internationale Unternehmen zur Verfügung stellen und darüber einen schnellen Zugriff auf die Infrastruktur asiatischer Märkte wie China und Südostasien geben.

Harte Konkurrenz

In seinem Bericht über den weltweiten Public-Cloud-Markt ordnete das Marktforschungsunternehmen Gartner Alibaba Cloud 2018 noch auf den dritten Platz hinter Amazon und Microsoft – und vor Google – ein. Das Bemerkenswerte damals: Wenngleich Microsoft und Google in der Cloud von 2017 auf 2018 rund 60 Prozent Wachstum verzeichnen konnten, ging es bei Alibaba sogar um über 90 Prozent aufwärts.

Während Alibaba Cloud im asiatisch-pazifischen Raum als größter Cloud-Computing-Dienstleister gilt, beherrschen in den USA und Europa AWS, Microsoft und Google den Markt. Ob eine Investition von 25 Milliarden Euro reichen wird, den Platzhirsch AWS am weltweiten Cloud-Himmel einzuholen, ist fraglich. Zum Vergleich: Der Umsatz von AWS ist laut Statista allein im letzten Quartal 2019 um rund 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 8,8 Milliarden Euro gestiegen. Alibaba Cloud konnte zwar einen Erfolg verzeichnen, ist jedoch noch weit von den Umsatzzielen des Cloud-Platzhirsches entfernt: So durchbrach der Umsatz im Cloud-Geschäft bei Alibaba im vierten Quartal 2019 erstmals innerhalb eines Quartals die Zehn-Milliarden-Yuan-Hürde (rund 1,2 Milliarden Euro) und stieg um rund 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 1,54 Milliarden Euro an, liegt somit allerdings noch weit hinter dem von AWS.

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 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin