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Protected-Shops-Logo Abmahnrisiken bei Online-Shops im Flatrate-Modell auslagern

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Abmahner haben schon vielen redlichen Online-Händlern die Freude am regulären Geschäft verdorben. „Protected Shops“ aus München bringt die verstaubte Juristerei ins Flatrate-Zeitalter und hat das Zeug dazu, Webshop-Betreiber ruhiger schlafen zu lassen. Wir stellen das Konzept vor.

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Kann man Abmahnschutz als Flatrate abonnieren?
Kann man Abmahnschutz als Flatrate abonnieren?
(© krimar - Fotolia.com)

Rund 6.500 Webshops haben das „Protected Shops“-Logo auf ihrer Website. Sie versprechen sich davon rechtssichere Texte, die von Abmahnern nicht angegriffen werden. Markus Kluge, Geschäftsführer des in München angesiedelten Unternehmens, erklärt die Details zur „Rechtsschutz-Flatrate“ für den Online-Handel.

Die Pakete

Drei Schritte werden auf der Website beschrieben: Zunächst wird das passende Schutzpaket ausgewählt: Für 14,90 Euro pro Monat lässt sich ein Shop absichern; 24,80 kostet die „Rechtsschutz-Flatrate“ für drei Shops und für 34,70 Euro gibt es keine Begrenzung.

Der Fragebogen

Über einen Fragebogen, der dem Webshop-Betreiber gestellt wird, werden die nötigen Angaben für rechtssichere Texte ermittelt. Für den Warenverkauf wird ein Paket aus folgenden Dokumenten generiert AGB, Widerrufsbelehrung, Impressum, Datenschutzerklärung, Versandkostenerklärung und falls nötig die Batterieverordnung.

Die Individualisierung

Berücksichtigt wird dabei auch die Art der Präsenz im Netz, also ob es sich um einen unabhängigen Online-Shop handelt, oder um Auftritte bei Amazon, Ebay oder Yatego. Die Anzahl der Fragen ist je nach Plattform unterschiedlich, erläutert Kluge. Der Fragebogen für den Online-Shop ist dabei mit Abstand der umfangreichste, weil hier die Möglichkeiten der relevanten Konfigurationen am größten ist. Eine der Fragen lautet beispielsweise ob auch ins Ausland verschickt wird. Wird diese Frage mit „Ja“ beantwortet, werden Versand- und Bezahlmethoden für den Auslandsversand berücksichtigt und AGBs und Datenschutzerklärung entsprechend angepasst.

Die Texte

Im Anschluss können Online-Händler die rechtssicheren Texte herunterladen, wobei einige Shopsysteme Schnittstellen oder Module bereitstellen, um diesen Vorgang automatisiert ermöglichen. Entsprechende Plugins gibt es beispielsweise für Shopware, Oxid, XT:Commerce, Gambio und Presta.

Die Schutzwirkung

Dass eine spezialisierte IT-Rechts-Kanzlei bei der Ausgestaltung der Texte über das Fragebogensystem mitgewirkt hat, sehen potenzielle Abmahner bereits am „Protected Shops“-Logo. Abschreckend dürfte aber vor allem die damit verbundene Haftungsübernahmegarantie sein. Sollte sich ein Fehler in den rechtssicheren Texten eingeschlichen haben, „der zu einer Abmahnung führt, tragen wir die Kosten“, so Kluge. Allerdings müssen die Fragen im Fragenkatalog auch korrekt beantwortet sein.

Haftungsübernahmegarantie

Sollte dennoch eine Abmahnung ins Haus flattern, greift eine Haftungsübernahmegarantie. Der Online-Händler muss dann die Abmahnung und die damit zusammenhängenden Informationen, die für eine Prüfung erforderlich sind, sofort nach Erhalt zur Verfügung stellen. Spezialisierte Anwälten einer Kooperations-Kanzlei prüfen dann die Unterlagen. Zur Haftungsgarantie heißt es auf der Website des Unternehmens: „Wir stellen Sie von berechtigten Ansprüchen frei, die Dritte wegen Verletzung ihrer Rechte durch die vertragsgemäße Nutzung der Texte geltend machen. Dabei übernehmen wir für Sie die Kosten der notwendigen Rechtsverteidigung bis einschließlich erster Instanz.“

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