Innovation und Disruption

Wie man am besten auf die digitale Revolution reagiert

| Autor / Redakteur: Ashesh Badani * / Florian Karlstetter

Wie etablierte Unternehmen am Besten auf die digitale Revolution reagieren, erklärt Ashesh Badani, Vice President Clod Product Strategy bei Red Hat.
Wie etablierte Unternehmen am Besten auf die digitale Revolution reagieren, erklärt Ashesh Badani, Vice President Clod Product Strategy bei Red Hat. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Gerade traditionelle Markenunternehmen haben mit den Anforderungen des digitalen Zeitalters zu kämpfen. Sie sollten Technologie zu einer ihrer Kernkompetenzen machen und eine Kultur der Innovation und Disruption schaffen.

Zahlreichen Markenunternehmen gelingt es immer noch nicht, die Vorteile neuer Technologien wie Automatisierung oder Virtual und Augmented Reality voll auszunutzen. „Online First“ ist ein weltweit nachhaltiger Trend und die Konsumenten erwarten aufgrund neuer Technologien zunehmend proaktive und personalisierte Services. Deshalb wenden sie sich immer stärker Unternehmen wie Amazon, Facebook oder Netflix zu, die sich stark auf Technologie verlassen, und nicht zwingend noch selbst Produkte oder Inhalte herstellen. Sie stehen für einen der derzeit wichtigsten Trends: den Aufstieg Software-basierter Unternehmen. Diese bieten den Konsumenten mit Hilfe von Software völlig neuartige, bislang ungekannte Einkaufserlebnisse wie etwa die Möglichkeit, Kleidung online „anzuprobieren“, bevor man sie im Webshop bestellt.

Viele etablierte Unternehmen hinken hier hinterher. Niemand möchte sich in einem physischen Geschäft erst in einer Schlange anstellen müssen, bevor er sich ein bestimmtes Produkt anschauen kann. Genau das passiert im Prinzip aber vielen Usern in Online-Shops: sie müssen aufgrund langsamer Seiten warten, bevor sie sich das Objekt ihres Interesses ansehen können. Unvorstellbar auch, dass man in einem realen Geschäft ein Produkt nicht von allen Seiten betrachten kann; diese Erfahrung müssen die User aber häufig machen, wenn sie bei traditionellen Unternehmen online einkaufen wollen.

Die Erwartungen der Konsumenten verändern sich in einer Geschwindigkeit, die viele traditionelle Unternehmen nicht mitgehen können. Es fällt ihnen schwer, den Kunden das zu bieten, was sie sich im digitalen Zeitalter wünschen. Sollte ihnen das auch in Zukunft nicht gelingen, wird das für sie erhebliche bis bedrohliche Auswirkungen haben.

Software ist der Schlüssel zum Erfolg

Mit den immer anspruchsvolleren Konsumenten wird Software zunehmend der Schlüssel zum Erfolg. Einige etablierte Unternehmen wie der US-Einzelhändler Target oder die global tätige Bank BBVA nutzen die großen Rechenkapazitäten der Cloud bereits, um sich mit Hilfe von Technologie vom Wettbewerb zu differenzieren. Um diesen Trend zu unterstützen, bieten Unternehmen wie Red Hat die nötigen Tools und Anwendungsplattformen unter einer Open-Source-Lizenz, die Unternehmen dabei hilft, ihre digitalen Plattformen und Software-as-a-Service-Angebote zu entwickeln oder ihre bestehenden Anwendungen zu modernisieren. Das ermöglicht es ihnen, agiler zu werden und effektiver auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu reagieren. Ein Beispiel dafür liefert der Schweizer Online-Supermarkt LeShop.ch. Er hat mit Hilfe der Cloud-basierten Platform-as-a-Service-Lösung OpenShift von Red Hat einen agileren und adaptiveren Ansatz realisiert.

Einige signifikante Technologie-Trends können etablierten Unternehmen dabei helfen, dem Wettbewerb auch weiterhin voraus zu sein. Der erste davon ist Big Data. Er hat ganze Branchen transformiert, indem er Unternehmen dabei hilft, ihre Kunden besser zu verstehen und auf Basis umfassender Analysen proaktiv zu handeln; sie müssen nicht mehr länger auf Entwicklungen reagieren, sondern können sie vorhersehen. Eine zweite, eng mit Big Data verbundene Schlüsseltechnologie ist das Internet of Things (IoT). Die zunehmende Möglichkeit, Geräte mit dem Internet zu verbinden, eröffnet Unternehmen die Chance, intelligenter zu werden und die Effektivität und Effizienz ihrer Abläufe zu steigern.

Daneben verbreitet sich die Containerisierung immer mehr. So wie Unternehmen ihre Infrastruktur virtualisierten, um sie flexibler zu machen, containerisieren sie heute immer häufiger ihre Software-Plattformen. Diese Technologie ist die Schlüsselvoraussetzung für die Realisierung von DevOps, die sich Führungskräfte auf aller Welt für ihre IT-Abteilungen wünschen. DevOps fördern die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Gruppen fundamental, so dass Anwendungen und Services schnell veröffentlicht werden können, um die Innovation voranzutreiben.

Das Konzept der Containerisierung wurde entwickelt, damit Software auch dann zuverlässig weiterläuft, wenn sie von einer Rechenumgebung in eine andere verlagert wird – und das ist eine Schlüsselanforderung von DevOps. Da keine virtuelle Maschine für jede einzelne Applikation nötig ist, lassen sich Container-basierte Anwendungen schneller entwickeln und bereitstellen. Unternehmen können außerdem viel mehr Anwendungen auf einen einzelnen physischen Server packen und damit ihre Ressourcen besser ausnutzen; gleichzeitig beschleunigen sie die Entwicklungsprozesse und ermöglichen es, Anwendungen in kürzerer Zeit mit neuen Funktionen upzudaten.

Technologie alleine reicht nicht aus

Ashesh Badani, VP Cloud Product Strategy bei Red Hat.
Ashesh Badani, VP Cloud Product Strategy bei Red Hat. (Bild: Red Hat)

Unabhängig von Branche und Geschäft muss es künftig zu den Kernkompetenzen jedes Unternehmens gehören, die Möglichkeiten der Technologie zu nutzen. Die Technologie allein wird aber nicht ausreichen; etablierte Unternehmen müssen ihre komplette Kultur verändern. Im digitalen Zeitalter ist es nötig, von den Amazons dieser Welt zu lernen und eine Kultur der Innovation und Disruption zu fördern – und deshalb einen DevOps-artigeren Ansatz bei ihrem Geschäft zu verfolgen. Sie müssen zwar nicht wie Amazon ihre Preise mehrmals an einem Tag verändern, aber sie sollten einen Innovationszyklus schaffen und interne Barrieren beseitigen.

Es ist notwendiger denn je, unterschiedliche Teams aus dem Unternehmen miteinander zu verbinden, so dass sie zusammenarbeiten und Ideen teilen können. Damit Unternehmen die kulturelle Transformation hin zu einem digitalen und „Software first“-Ansatz gelingt, ist es zunehmend die Aufgabe des CIO, die Unternehmensstrategie zu bestimmen. Die Harvey Nash CIO Survey stellte fest, dass 2016 beachtliche 34 Prozent der CIOs direkt an den CEO berichten; das ist die höchste Quote seit elf Jahren.

Eine Untersuchung des Marktforsches IDG fand heraus, dass die Zusammenarbeit des CIO mit anderen Abteilungen die Produktivität erhöht, zu besseren Entscheidungen führt und die Zufriedenheit der Endnutzer erhöht. Die klassische Rolle des CIO zu verbreitern ist ein notwendiger Schritt für Unternehmen, um Technologie ins Zentrum ihrer Strategie zu rücken und nicht zurückzufallen.

Die Digitale Transformation setzt sich fort, ihre Geschwindigkeit nimmt beständig zu, und die technologische Revolution könnte noch so manche Überraschung bereithalten. Vielleicht schafft sie ja so viele neue Jobs, wie sich das heute noch gar niemand vorstellen kann; oder befeuert die Produktivität weniger qualifizierter Arbeitskräfte auf eine ganz neue Weise. Was allerdings jetzt schon sicher ist: Etablierte Unternehmen, die sich nicht anpassen, werden nicht mehr lange überleben. Gewinnen werden diejenigen, die von oben nach unten durchweg digital denken.

* Der Autor Ashesh Badani ist VP Cloud Product Strategy bei Red Hat.

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