Blockchain & Gebrauchtsoftware

Wie License on Blockchain den Handel mit Gebrauchtsoftware verbessert

| Autor / Redakteur: Michael Helms* / Florian Karlstetter

Rechtsicherheit und vollständig transparente Transaktionsvorgänge: wie Licence on Blockchain funktioniert.
Rechtsicherheit und vollständig transparente Transaktionsvorgänge: wie Licence on Blockchain funktioniert. (Bild: © vchalup - stock.adobe.com)

Mehr Sicherheit, höhere Transparenz und vereinfachte Dokumentationsnachweise: Diesen Anforderungen müssen sich Gebrauchtsoftwarehändler stellen, möchten sie ihren Kunden heute einen echten Mehrwehrt über die Kostenersparnis hinaus bieten. Mithilfe der Blockchain-Technologie wird dies nun möglich.

Bis zu 50 Prozent der Kosten können Unternehmen einsparen, die auf gebrauchte statt auf neue Software setzen. Ein starkes wirtschaftliches Argument, zumal zusätzlich die langwierige Umstellung und aufwendige Schulungen wegfallen, die beim häufig erzwungenen Umstieg auf eine neue Version erforderlich werden. Der Ankauf von Softwarelizenzen aus zweiter Hand bietet also sowohl aus unternehmerischer Sicht als auch aus Sicht von Mitarbeitern große Vorteile.

Gebrauchtsoftwarehandel setzt Vertrauen voraus

Doch auch wenn der Markt wächst, setzt die Mehrheit der Unternehmen noch nicht auf gebrauchte Software. Begründet wird die zögerliche Haltung häufig mit Bedenken hinsichtlich der gesetzlichen Vorgaben. Betrachtet man die geltenden Vorschriften, ist diese Einschätzung nachvollziehbar. Zwar ist bekannt, dass der Handel mit Gebrauchtsoftware nach aktueller Rechtsprechung einwandfrei legal ist. Doch hilft dies noch nicht, zwischen seriösen Anbietern und solchen, die mit illegal vervielfältigten Lizenzen handeln, zu unterscheiden. Die Herkunft der angebotenen Softwarelösungen zu überprüfen, gestaltet sich äußerst schwierig. Dies führt dazu, dass Unternehmen bei einer möglichen Überprüfung fürchten müssen, mit illegalen Lizenzen negativ aufzufallen.

Um im Falle einer solchen Überprüfung die nötigen Nachweise vorlegen zu können, ist eine umfangreiche Dokumentation Voraussetzung. Wird eine Softwarelizenz nicht nur einmal, sondern mehrmals weiterverkauft, wird die Aktualisierung der Dokumentation schnell zu einem immensen Aufwand. Mit Blick auf den Datenschutz kommen zusätzliche Bedenken hinzu.

Ein weiteres Problem: Auch eine lückenlose Dokumentation ist noch keine Garantie dafür, dass der Handel legal ist. Denn eine Manipulation kann im Falles Fall ebenso wenige ausgeschlossen werden wie die Mehrfachverwendung des Dokumentes. Ein Käufer muss seinen Händlern vertrauen – eine Voraussetzung, die zwischen zwei praktisch fremden Personen nur schwer herzustellen ist. Die Lösung bietet die Blockchain-Technologie und das Prinzip des trustless trust, also des Vertrauens in einer nicht vertrauenswürdigen Umgebung.

Die Blockchain verspricht Verbesserungen

Kompliziert ist der Handel mit gebrauchter Software vor allem aus einem Grund: Software sind digitale Güter und als solche beliebig oft kopierbar, ohne dass dies Auswirkungen auf die Ausgangsdatei hätte. Wie viele Kopien einer Datei tatsächlich existieren, ist also nie nachvollziehbar.

Dies machte auch die Existenz einer funktionierenden digitalen Währung lange Zeit unmöglich. Durch die Blockchain-Technologie ändert sich dies nun, was die Einführung des Bitcoins belegt. Beim Blockchain-Verfahren wird die Vergangenheit einer Datei oder eines Nutzungsrechtes aufgezeichnet. Dadurch wird eine unerlaubte Vervielfältigung von Dateien unterbunden. Das gleiche Prinzip kann auch für gebrauchte Softwarelizenzen angewendet werden.

Die Blockchain ist im Grunde ein Transaktionsverzeichnis, in dem Übertragungen von einem Konto auf ein anderes gespeichert werden. Einträge in diesem Verzeichnis können von Rechnern, sogenannten Konten, vorgenommen werden, die gemeinsam ein dezentrales Netzwerk bilden. An jedem dieser Knoten sitzt ein Miner, dessen Aufgabe es ist, die Konformität der Transaktionen zu überprüfen. Ist dies der Fall, wird diese Information in einem Block abgespeichert, der Teil einer Kette von Blöcken ist: der Blockchain.

Ein Abstimmungsmechanismus garantiert dabei, dass sich alle Knoten jederzeit auf einen verbindlichen Stand einigen. Weil alle Transaktionen vom gesamten Netzwerk validiert werden, fallen manipulierte Übertragungen sofort auf. Dadurch entsteht echte Fälschungssicherheit.

License on Blockchain revolutioniert den Markt für Gebrauchtsoftware

Die Soft & Cloud AG hat die großen Vorteile, die die Blockchain mit sich bringt, als erster Gebrauchtsoftwarehändler erkannt und auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet: Sie setzt die moderne Technologie für den Transfer von Lizenzen ein und nennt das Verfahren License on Blockchain (LOB). Denn außer Transaktionen können auf der Ethereum-Blockchain auch kleine Programme, die bedingte Anweisungen ausführen, geprüft werden.

Diese Programme nennen sich Smart Contracts und sind ein entscheidender Baustein für LOB. Der hier eingesetzte Smart Contract führt Softwarelizenzen, deren Seriennummern und die Zahl der Anwender, die rechtmäßig mit der Software arbeiten dürfen, auf. Der Kauf läuft im Einzelnen folgend ab: Für einen Käufer wird ein separates Konto auf der Blockchain angelegt, das die Lizenzen auflistet, die er aktuell besitzt. Werden nun weitere Lizenzen hinzugekauft, werden sie diesem Konto durch den Smart Contract zugeordnet.

Die Bedingung, deren Einhaltung der Smart Contract überprüft, ist, dass der Verkäufer tatsächlich so viele Lizenzen besitzt, wie er verkaufen möchte. Dass mehr Softwarelizenzen im Umlauf sind, als ursprünglich vom Hersteller veräußert wurden, ist somit ausgeschlossen. LOB ermöglicht also einen einfacheren, nachvollziehbareren und standardisierten Handel mit gebrauchter Software.

Dass der Vorgang auf der Blockchain abläuft, ist die Basis für die maximale Fälschungssicherheit, die LOB bietet. Der vollständige Lebenszyklus einer Softwarelizenz wird gespeichert – und zwar unveränderbar und transparent einsehbar. Weil die Informationen zu den einzelnen Transaktionen im dezentralen Blockchain-Netzwerk liegen, entsteht eine zusätzliche Sicherheit für die Käufer von Gebrauchtsoftware. Denn ein zentraler Server könnte durch einen Host manipuliert, von außen angegriffen oder einfach abgeschaltet werden.

Fazit

Michael Helms, Geschäftsführer Soft & Cloud AG.
Michael Helms, Geschäftsführer Soft & Cloud AG. (Bild: Sputnik GmbH / Maik Porsch)

Auch wenn mittlerweile immer mehr Entscheider wissen, dass durch den Einsatz von Gebrauchtsoftware große Kostenersparnisse erzielt werden können, kann von einer flächendeckenden Verbreitung noch nicht die Rede sein. Die aufwendige Erfüllung der umfangreichen Vorschriften hinsichtlich der Dokumentation schreckt viele potentielle Nutzer ab. Anderen fehlt sogar das grundsätzliche Wissen, wie genau ein rechtlich konformer Kauf ablaufen muss.

Mit License on Blockchain werden nun die größten Hemmschuhe für einen florierenden Handel mit Software aus zweiter Hand beseitigt. Sowohl Händler als auch Kunden profitieren von der größtmöglichen Rechtsicherheit durch die neuen und vollständig transparenten Transaktionsvorgänge. Es ist also keinesfalls übertrieben anzunehmen, dass LOB den Handel mit Gebrauchtsoftware revolutionieren wird.

Der Autor: Michael Helms, Geschäftsführer Soft & Cloud AG. Auf der Website des Anbieters gibt es auch ein informatives Video zum Thema Licence on Blockchain (LOB).

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