Fog Computing in a nutshell

What the fog? – Eine Orientierung zum Fog Computing

| Autor / Redakteur: Joachim Seidler* / Florian Karlstetter

Was hat es mit Fog Computing auf sich? Eine Einordnung von Joachim Seidler von Exolink.
Was hat es mit Fog Computing auf sich? Eine Einordnung von Joachim Seidler von Exolink. (Bild: (stux / pixabay) / CC0)

Nach dem Cloud Computing kommt mit dem Fog Computing ein neuer Trend in die IT. Aber Moment, war da nicht schon einmal etwas? Richtig, die Idee zum Fog Computing ist nicht neu, denn schon im Jahre 2014 hat CISCO mit diesem Thema Aufsehen erregt. An anderer Stelle bei IBM wurde das Thema als Edge Computing diskutiert.

Was hat es mit Fog Computing auf sich? Kurz erklärt geht es darum, dass Rechenleistung nicht zentral (wie z.B. bei Cloud Computing), sondern dezentral zur Verfügung steht. Bestimmte Aufgaben sollen quasi an Ort und Stelle erledigt werden und nicht den Weg über Netze in die Cloud nehmen. Populär wird das Thema, da langsam aber sicher die zur Verfügung stehenden globalen Bandbreiten im Internet zunehmend höher ausgelastet sind. Ein aktuelles Beispiel ist die Firma Telefonica, welche bei Ihrer Marke o2 Großbritannien die Bandbreite auf 0,5 Mbit/s drosselte, um der Netzvollauslastung durch EU-Roaming Herr zu werden (siehe ). Die Luft um die Wolken herum wird dünner und da heißt es am Boden bleiben.

„Ei-oh-Tee“

Die zunehmende Vernetzung von Allem und Jedem (Internet of Things, oder kurz IoT) befeuert das Fog Computing. Die Prognosen über die Vernetzung von IoT-Komponenten überschlagen sich fast täglich mit neuen Superlativen. Für 2020 werden Zahlen von 25 bis 50 Milliarden vernetzten Komponenten gehandelt. Welche Zahl richtig ist, werden wir in ein paar Jahren dann sehen, aber der Trend ist nicht zu leugnen. Jede dieser Komponenten hat den Drang sich mitzuteilen und nutzt dafür das Internet. Der Stau auf der Datenautobahn ist real vorhanden. Dabei sind es oft extrem rudimentär, rohe Informationen, welche von den vielen kleinen Systemen versendet werden. Eine zentralisierte Bearbeitung an Ort und Stelle macht oftmals Sinn. Und damit kommen wir wieder zum Fog Computing.

Ein Beispiel für Fog Computing

Zur Erläuterung verwende ich ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, in einem Wohnhaus besitzt jedes Fenster eine IoT-Komponente, welche den Status (offen oder geschlossen) des Fensters überwacht. Bei jedem Öffnen oder Schließen wird der neue Status über das Internet in die Cloud übermittelt. Bei einer fünfköpfigen Familie und unterschiedlichen Ansichten zum Frischluftbedarf, führt jedes Öffnen und Schließen zum Versenden einer Nachricht. Jede Nachricht enthält neben den Nutzdaten auch Metadaten und Daten zum Verbindungsaufbau. In der Summe kommen so über den Tag einige Megabyte Daten zusammen, oft ohne, dass direkter Nutzen aus der übermittelten Information gezogen wird (z.B. weil nur zum Wochenendausflug abgefragt wird, ob alle Fenster verschlossen sind). Alternativ könnte es im Haus eine Komponente geben, welche die Daten zwischenspeichert und aufbereitet. Bei Fragen wie „Sind alle Fenster geschlossen?“ kann gezielt diese Komponente angefragt werden und es müssen keine Daten kontinuierlich übertragen und zentral verarbeitet werden. Ich gebe zu, ein eher primitives Beispiel - denkt man an die unglaubliche Menge an Daten, welche zum Beispiel durch Fertigungsmaschinen in der Industrie geliefert werden wird klar, dass hier großes Potential besteht.

Fazit

Joachim Seidler, Exolink.
Joachim Seidler, Exolink. (Bild: Exolink)

Fog Computing ist keine Revolution, sondern eine sinnvolle Evolution. Nicht jede Information muss zwangsläufig ihren Weg in die Cloud finden. Es geht um smarte Konzepte zur Optimierung von Datenübertragungen. Allways Online gerät angesichts von immer stärker ausgelasteten Bandbreiten in Gefahr. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Mittel für den passenden Einsatzzweck zu finden und anzuwenden. Jedem „Ding“ einen Internet-Anschluss zu verpassen und es dann in die Welt zu entlassen wirkt als würden LKW-Ladungen voll Quietsche-Enten in unsere Flüsse gekippt, die sich dann in den Weltmeeren sammeln und die Schifffahrtsrouten verstopfen. Das bedeutet auf keinen Fall ein Ende der Cloud, wie es manchmal provokant reklamiert wird. Eine weitere Möglichkeit zeigt sich in der Vernetzung der IoT unter einander zu eigenen, autonomen Netzen. Aber das ist eine andere Geschichte...

Der Autor

*Joachim Seidler ist Geschäftsführer der Exolink GmbH und verantwortet in seiner Rolle als CEO Kundengewinnung und Strategieberatung im Bereich Public Cloud Computing.

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