Lizenz-Management

Wenn Miete und Cloud für Kopfzerbrechen sorgen

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Virtualisierung ist nicht gleich Virtualisierung

Neben dem Wandel von Kauf- zu Mietlizenzen verändert die zunehmende Virtualisierung das Aufgabenspektrum des Software Asset Management. Zu On-premise-Lizenzen kommen nun virtualisierte und Cloud-Lizenzen hinzu. Wie stark die Komplexität im Lizenz-Management ansteigt, hängt davon ab, was Unternehmen virtualisieren. Die Spannbreite reicht von Infrastructure-as-a-Service (IaaS), bei dem zusätzliche Rechnerkapazität angemietet wird, bis hin zum Software-as-a-Service (SaaS), bei dem Unternehmen das tatsächliche Software-Endprodukt erwerben.

Jede einzelne Komponente bringt ihre eigenen Lizenzbestimmungen mit sich. Zusätzliche Komplexität entsteht durch die Interaktion der Elemente, etwa wenn SaaS-Produkte auf IaaS-Strukturen installiert werden. Die meisten SaaS- und IaaS-Angebote stammen von unterschiedlichen Herstellern. Die Kompatibilität lässt sich nicht immer voraussetzen. Je mehr Produkte im Unternehmen im Einsatz sind, desto mehr Querverbindungen entstehen, deren Übereinstimmungen mit den Lizenzbedingungen wiederum überprüft werden müssen.

Cloud ist nicht gleich Cloud

Auch beim Begriff Cloud treten Unterschiede auf: Unternehmen können im eigenen Rechenzentrum Private-Cloud-Strukturen etablieren oder sie nutzen die Public Cloud von Herstellern wie Microsoft oder VMware. Aber je nachdem, ob eine dedizierte Cloud oder geteilte Cloud angemietet wurde, können sich wieder Unterschiede in der Lizenzierung auftun. Daneben existieren Zwischenlösungen, sogenannte Hybrid Clouds, bei denen ein Teil der Anwendungen im eigenen Rechenzentrum und andere wiederum auf der Plattform des Herstellers laufen.

Eng verknüpft mit der Cloud ist das Thema Datenschutz. Mittlerweile haben die meisten großen Hersteller auf die Kritik der Anwender reagiert und Rechenzentren in Deutschland beziehungsweise Europa errichtet. Nun enthalten viele Verträge zwischen Hersteller und Anwender genaue Angaben zum Speicherort der Daten und zum Hauptsitz des Herstellers. Je stärker also Unternehmen auf den Datenschutz Wert legen, desto intensiver sollten sie sich mit den Vertragsdetails beschäftigen.

Bessere Prozesse

Da ständig neue Lizenzmodelle entstehen, sollte Software Asset Management als langfristiger, kontinuierlicher Prozess konzipiert werden.
Da ständig neue Lizenzmodelle entstehen, sollte Software Asset Management als langfristiger, kontinuierlicher Prozess konzipiert werden.
(Bild: Comparex)

Anstatt die Komplexität im Lizenz-Management zu reduzieren, verschärfen die aktuellen Trends die Lage somit zusätzlich. Denn die bekannte Vielfalt bei den Kauflizenzen lässt sich ebenso auf die Miet- und Virtualisierungsangebote übertragen. Dabei sollten Unternehmen bedenken, dass sich die Komplexität nicht einfach nur verdreifacht. Durch die Kombination unterschiedlicher Lizenztypen wird diese potenziert – genauso wie der Aufwand, alles im Blick zu behalten.

Der Inhalt von Audits und Compliance-Projekten verändert sich durch die neuen Lizenztrends dagegen nicht. Im Zentrum steht weiterhin die Lizenzbilanz, also der Abgleich der bezahlten Lizenzen mit den tatsächlich verwendeten. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, das vorhandene Lizenzwissen zu erweitern sowie regelmäßig zu aktualisieren und die bestehenden Abläufe an die neuen Lizenztypen anzupassen. Der Wandel der Modelle ist noch lange nicht abgeschlossen und bringt täglich neue Arten von Lizenzbestimmungen hervor. Lizenz-Management lässt sich daher nicht mehr als einzelnes Projekt betrachten, sondern muss als langfristiger, kontinuierlicher Prozess konzipiert werden.

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