Datensouveränität „Made in Europe“ Was ist das Projekt GAIA-X?

Aktualisiert am 12.06.2025 Von Paula Breukel 9 min Lesedauer

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Das Projekt Gaia-X soll die Grundlagen für eine leistungs- und wettbewerbsfähige, sichere und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur für Europa liefern. Hinter dem Konzept stehen Vertreter der deutschen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft.

Der Name Gaia leitet sich von einer der ersten aus dem Chaos entstandenen griechischen Gottheit Gaia ab, die in der Mythologie als personifizierte Erde für die Gebärerin, quasi „Mutter Natur“, steht. Sie ist das Sinnbild für Datensouveränität und digitale Zusammenarbeit.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Der Name Gaia leitet sich von einer der ersten aus dem Chaos entstandenen griechischen Gottheit Gaia ab, die in der Mythologie als personifizierte Erde für die Gebärerin, quasi „Mutter Natur“, steht. Sie ist das Sinnbild für Datensouveränität und digitale Zusammenarbeit.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Gaia-X ist eine europäische Initiative, die eine leistungsfähige, sichere und vertrauenswürdige Daten- und Cloud-Infrastruktur für Europa schaffen soll. Gestartet im Jahr 2019 auf Anstoß Deutschlands und Frankreichs, verfolgt Gaia-X das Ziel, ein transparentes digitales Ökosystem zu etablieren, in dem Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten und Daten souverän verarbeitet sowie ausgetauscht werden können.

Anders als ein einzelner Cloud-Anbieter ist Gaia-X kein eigenständiger Cloud-Service, sondern ein Rahmenwerk, das bestehende Cloud-Dienste über gemeinsame Standards. Dieses föderierte Konzept soll europäischen Unternehmen und Organisationen eine Alternative bieten, um Daten in einer gemeinsamen Infrastruktur nach europäischen Regeln zu nutzen – ohne von ausländischen Hyperscalern abhängig zu sein.

Zielsetzung: Datensouveränität und europäische Cloud-Alternative

Bei der Gründung von Gaia-X standen Datensouveränität und die Reduzierung von Abhängigkeiten im Vordergrund. Das Projekt wurde maßgeblich von Deutschland und Frankreich initiiert – auf dem Digitalgipfel 2019 stellten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire Gaia-X erstmals der Öffentlichkeit vor. Die Vision: Europas Wirtschaft soll sich aus der einseitigen Abhängigkeit von internationalen Cloud-Anbietern lösen können. Insbesondere mittelständischen Unternehmen möchte man Cloud-Nutzung ermöglichen, ohne dauerhafte Bindung an einzelne proprietäre Plattformen (Vendor Lock-in).

Gaia-X versteht sich insofern als europäische Antwort auf die Dominanz etablierter US- und chinesischer Cloud-Konzerne. Anstatt jedoch einen neuen Monopolisten zu schaffen, setzt Gaia-X auf ein offenes Ökosystem als “Wiege” innovativer datengetriebener Geschäftsmodelle. Dieses soll Dateninnovationen fördern (z.B. im Bereich Industrie 4.0 und IoT) und zugleich die europäischen Werte in der Digitalisierung – etwa Datenschutz, Transparenz und Sicherheit – gewährleisten. Kurz gesagt: Gaia-X zielt darauf ab, Europas digitale Souveränität zu stärken, indem eine gemeinsame Cloud-Infrastruktur von Europa für Europa geschaffen wird.

Architekturprinzipien: Föderation, Interoperabilität und Open Source

Technisch setzt Gaia-X auf einen föderierten Ansatz. Zentralisierte und dezentralisierte Infrastrukturen werden zu einem Verbund vernetzt. Jeder Cloud-Anbieter, ob großer Konzern oder lokaler Provider, kann Teil dieses Verbunds, also ein Gaia-X-Knoten, werden. Voraussetzung dafür ist eine standardisierte Selbstbeschreibung des Anbieters und seiner Dienste (inklusive Informationen etwa zu Serviceangebot, Preismodell und Sicherheitszertifizierungen). Über einen zentralen Verzeichnisdienst (Service-Katalog) sollen Anwender geeignete Anbieter und Datenpools schnell finden und vergleichen können. Interoperabilität steht im Zentrum: Alle Gaia-X-Komponenten kommunizieren über offene Schnittstellen und gemeinsame Standards, sodass Daten und Dienste nahtlos domänen- und anbieterübergreifend zusammenspielen können.

Ein weiteres Grundprinzip ist Transparenz und Vertrauen durch nachvollziehbare Regeln. Gaia-X definiert hierzu ein Trust-Framework mit Policy Rules. Hierbei handelt es sich um verbindliche Anforderungen an unter anderem Sicherheit, Datenschutz und Portabilität, an die sich alle teilnehmenden Services halten müssen. Diese Regeln wurden erstmals 2020 veröffentlicht und seitdem weiterentwickelt. Die technische Umsetzung stützt sich auf bestehende Technologien und EU-Regulierungen, wo möglich.

So flossen zum Beispiel Ergebnisse der International Data Spaces (IDS-Initiative für Datensouveränität) und des deutschen „Trusted Cloud“-Programms in die Architektur ein.

Fehlende Komponenten werden von den Mitgliedern gemeinschaftlich entwickelt und als Open-Source-Bausteine bereitgestellt. Tatsächlich fördert Gaia-X ausdrücklich den Open-Source-Gedanken: Die Referenz-Implementierungen, etwa die Gaia-X Federation Services (Dienste für föderiertes Identitäts- und Rechte-Management, Katalog und so weiter), wurden 2023 vollständig in eine Open-Source-Governance überführt. Damit steht der Quellcode frei zur Verfügung, und externe Entwickler können die Weiterentwicklung mitgestalten. Insgesamt soll diese Architektur ein föderiertes Cloud-Ökosystem ermöglichen, das dezentral, vertrauenswürdig und interoperabel ist, und damit eine Alternative zum geschlossenen Modell der großen Hyperscaler bietet.

Organisation und Akteure: Gaia-X AISBL und Domänenstruktur

Getragen wird das Projekt von einer gemeinnützigen Organisation nach belgischem Recht, der Gaia-X Association AISBL (Association Internationale Sans But Lucratif). Offiziell gegründet wurde der Verein Anfang 2021 von 22 Unternehmen und Organisationen aus mehreren Ländern. Als Initiatoren traten vor allem Deutschland und Frankreich auf, was sich auch in den Gründungsmitgliedern widerspiegelt: Zu ihnen zählen Konzerne wie BMW, Deutsche Telekom, SAP, Siemens, Bosch und Fraunhofer auf deutscher Seite sowie Atos, Orange, OVHcloud, EDF und Safran auf französischer Seite.

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Inzwischen ist die Mitgliederzahl stark gewachsen. Über 340 Organisationen (Stand Ende 2023) gehören Gaia-X an, darunter neben IT-Anbietern auch Anwenderunternehmen verschiedenster Branchen, Forschungsinstitutionen und Verbände. Alle Mitglieder bringen sich in Arbeitsgruppen ein, um die Architektur, Regeln und Zertifizierungsrichtlinien von Gaia-X auszugestalten. In den Leitungsorganen (wie dem Board of Directors) dürfen nur Organisationen mit Hauptsitz in Europa abstimmen, um die europäischen Werte zu wahren. Gleichzeitig steht Gaia-X aber auch Beobachtern und Partnern außerhalb Europas offen.

Strukturell gliedert sich Gaia-X in thematische und regionale Einheiten. Auf fachlicher Ebene gibt es Domänen-Arbeitsgruppen, die Anforderungen und Anwendungsfälle aus verschiedenen Branchen behandeln. Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Industrie 4.0, Energie oder Mobilität. Diese Domänen orientieren sich an sogenannten Datenräumen (Data Spaces) für den sektorübergreifenden Datenaustausch.

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Parallel dazu existieren auf nationaler Ebene die Gaia-X Hubs als Anlaufstellen in mittlerweile über einem Dutzend Ländern. Ein Gaia-X-Hub bündelt die Initiativen und Communities eines Landes, informiert lokale Interessenten und bringt nationale Bedürfnisse in die europäische Gaia-X-Gesamtorganisation ein. Deutschland und Frankreich richteten als Erste solche Hubs ein, inzwischen gibt es jedoch auch Gaia-X Hubs in vielen weiteren europäischen Staaten und sogar darüber hinaus. Dieses Geflecht aus Verein, Domänen und Hubs stellt sicher, dass Gaia-X einerseits zentral koordiniert wird, andererseits aber die Vielfalt der Branchen und Länder berücksichtigt, um ein wirklich föderiertes Projekt zu bleiben.

Das Organigramm zeigt das Zusammenwirken zwischen der Bundesregierung, den Koordinierungsstellen, wissenschaftlicher Begleitung, Domänen- und Stakeholder-Management und dem Projekt GAIA-X Hub Deutschland auf.(Bild:  Gaia-X-Hub)
Das Organigramm zeigt das Zusammenwirken zwischen der Bundesregierung, den Koordinierungsstellen, wissenschaftlicher Begleitung, Domänen- und Stakeholder-Management und dem Projekt GAIA-X Hub Deutschland auf.
(Bild: Gaia-X-Hub)

Fortschritte und Herausforderungen seit Projektbeginn

Seit dem Projektstart hat Gaia-X wichtige Meilensteine erreicht, aber auch einige Hürden erlebt. Bereits wenige Monate nach der Vorstellung wurden erste Architekturentwürfe und Positionspapiere veröffentlicht (unter anderem im Juni 2020 die technische Architektur 1.0). Im September 2020 erhielt Gaia-X politische Rückendeckung, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Initiative in ihrer Rede zur Lage der Union als zentralen Baustein der europäischen Digitalstrategie hervorhob. Bis Ende 2020 formierte sich dann die Gaia-X Association mit einer Kernmitgliedschaft aus 22 Firmen, und auf dem Gaia-X Summit im November 2020 wurde die breite Unterstützerschaft demonstriert. In den Folgejahren wuchs das Netzwerk rapide: 2021 traten über 200 weitere Organisationen bei, und es wurden erste Pilotprojekte angestoßen.

So entstand etwa in Nordrhein-Westfalen ein dezentrales IoT-Datenökosystem nach Gaia-X-Prinzipien, in dem über vier Standorte Daten sicher ausgetauscht wurden. Zudem definierte Gaia-X seine Compliance- und Architektur-Standards immer konkreter. Es gibt auch ein Labelling-System, um konforme Services auszeichnen zu können, und der Entwicklung der oben genannten Federation Services als Open-Source-Werkzeugkasten.

Dennoch war der Weg nicht frei von Schwierigkeiten. Angesichts der Vielzahl an Beteiligten – von Start-ups über Tech-Giganten bis zu Ministerien – traten mitunter Interessenkonflikte und Abstimmungsprobleme auf. Kritiker warnten früh, Gaia-X könnte von großen Technologiekonzernen vereinnahmt werden und am eigentlichen Ziel vorbeischrammen. Tatsächlich sorgte im November 2021 der Austritt des französischen Cloud-Anbieters Scaleway (eines der Gründungsmitglieder) für Aufsehen. Scaleway bemängelte fehlende Fortschritte und befürchtete, dass Gaia-X zu sehr auf die Bedürfnisse der Cloud-Giganten Rücksicht nehme. Auch insgesamt liefen einige Prozesse langsamer als erhofft – interne Diskussionen über die genaue Ausrichtung führten zu Verzögerungen bei der Umsetzung.

Die Verantwortlichen von Gaia-X räumten diese Herausforderungen ein, betonten jedoch, dass ein so ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt Zeit für Abstimmung brauche. Parallel wurden personelle Weichen gestellt, um das Projekt voranzubringen (so wurde das Managementteam verstärkt und die Zusammenarbeit mit Standardisierungsorganisationen intensiviert). Trotz der Anlaufschwierigkeiten konnte Gaia-X aber seine grundlegende Vision bewahren und Schritt für Schritt mit Leben füllen.

Aktueller Stand der Initiative (2024/2025)

Heute, rund fünf Jahre nach der Idee, ist Gaia-X in einer Umsetzungsphase angekommen. Die Organisation zählt mehrere hundert Mitglieder quer über den Globus und hat konkrete Spezifikationen und Referenzimplementierungen vorgelegt, die den Rahmen für Gaia-X-konforme Cloud-Dienste bilden. Zentral ist das Gaia-X Trust Framework, das klare Regeln für Datensouveränität, Sicherheit, Interoperabilität und Portabilität definiert. Dienstanbieter können ihre Angebote entsprechend zertifizieren beziehungsweise labeln lassen, um Vertrauen bei Nutzern zu schaffen. Technisch sind die wichtigsten Grundbausteine verfügbar: Die Federation Services (Identitäts- und Rechteverwaltung, Katalog, Compliance-Dienste) stehen als Open-Source-Komponenten bereit und wurden teils bereits in Pilotprojekten erprobt. Mit Hilfe dieser Bausteine können nun föderierte Datenräume in verschiedenen Domänen eingerichtet werden.

Tatsächlich gibt es bereits erste Leuchtturm-Projekte, die Gaia-X in der Praxis nutzbar machen. Ein Beispiel ist Catena-X. Es handelt sich hierbei um ein Datenökosystem für die Automobilindustrie. In diesem von Herstellern wie BMW und Renault mitgegründeten Netzwerk tauschen Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette Daten nach Gaia-X-Prinzipien aus. Catena-X gilt als erster Gaia-X-konformer Datenraum im Bereich Industrie und ist 2022 in den Live-Betrieb gegangen. Hier können Automobilhersteller und Zulieferer souverän bestimmen, wer Zugriff auf ihre geteilten Daten hat und zu welchen Bedingungen, was Effizienz und Transparenz in der Lieferkette steigert. Ähnliche branchenorientierte Gaia-X-Projekte entstehen in weiteren Bereichen: Im Agrarsektor (gemeinsame Datenplattformen für Smart Farming) und im Energiebereich (Datenaustausch für Netzmanagement und Elektromobilität). Erste produktive Umgebungen basierend auf Gaia-X-Standards sind Realität und liefern Mehrwert in Form von verbesserter Datenkooperation.

Auch international hat sich Gaia-X weiterentwickelt. Obwohl die Initiative europäisch geprägt ist, stoßen ihre Ideen global auf Interesse. So wurden im Jahr 2024 Gaia-X Hubs in Japan und Südkorea ins Leben gerufen. In Europa wurden weitere neue Hubs in Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet. Damit gibt es nun auch außerhalb der EU offizielle Gaia-X-Anlaufstellen, was die weltweite Zusammenarbeit in Sachen Cloud-Standards fördert.

Zudem sind alle großen Cloud-Player, einschließlich der US-Hyperscaler Amazon Web Services (AWS), Microsoft und Google Cloud sowie Chinas Alibaba Cloud, dem Gaia-X-Ökosystem als Mitglieder beigetreten. Diese Beteiligung mag überraschen, zeigt jedoch, dass die globalen Anbieter die Bedeutung europäischer Vertrauens- und Kompatibilitätsstandards anerkennen. Durch ihre Mitwirkung stellen sie sicher, dass ihre Dienste die Gaia-X-Vorgaben erfüllen können, und tragen gleichzeitig dazu bei, die Schnittstellen zwischen ihren Clouds und europäischen Lösungen zu standardisieren. Insgesamt befindet sich Gaia-X Ende 2024 in der Produktiv-Machung: Die Governance-Strukturen stehen, Kerntechnologien sind verfügbar, und erste Domänen zeigen praktische Erfolge. Die Herausforderung bleibt nun, diese Ansätze in die Breite zu tragen, weitere Unternehmen zur Teilnahme zu bewegen und die langfristige Nachhaltigkeit des Ökosystems zu sichern.

Einordnung im internationalen Kontext

Gaia-X ist ein zentraler Baustein in Europas Bestreben, im eigenständiger und unabhängiger zu werden. Angesichts dessen, dass derzeit rund 72  Prozent des europäischen Cloud-Markts von nur drei US-Anbietern dominiert werden, verfolgt Gaia-X einen anderen Weg: Anstatt den Hyperscalern monolithisch Konkurrenz zu machen, setzt Europa auf Kooperation, gemeinsame Werte und föderierte Strukturen. Gaia-X konkurriert nicht direkt mit bestehenden Cloud-Giganten im Sinne eines neuen Mega-Anbieters.

Vielmehr bildet es eine Art Vermittlungs- und Vertrauensschicht, die Cloud-Dienste verschiedener Herkunft unter einem europäischen Regelwerk zusammenführt. Dieses Modell unterscheidet sich deutlich von den USA, wo Cloud-Innovationen primär durch wenige Großkonzerne getrieben und bestimmt werden, oder von China, wo staatlich geförderte Tech-Giganten dominieren. Gaia-X hingegen spiegelt Europas Ansatz wider, öffentliches Interesse und Wettbewerb zu verbinden: Staatliche Stellen, Forschung und Wirtschaft arbeiten gemeinsam an Standards, die offene Märkte und Souveränität vereinen sollen.

Im globalen Vergleich steht Gaia-X damit exemplarisch für das Konzept der digitalen Souveränität. Es ergänzt regulatorische Maßnahmen wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) um eine technologische Komponente: Während DSGVO die Nutzung personenbezogener Daten rechtlich rahmt, schafft Gaia-X die infrastrukturellen Voraussetzungen, um Daten generell nach europäischen Vorstellungen zu kontrollieren und zu teilen.

Noch ist offen, ob Gaia-X langfristig tatsächlich eine Gewichtverlagerung im Cloud-Markt bewirken kann. Kritiker merken an, dass die Marktanteile der US-Provider kurzfristig kaum schrumpfen werden und erfolgreiche europäische Cloud-Produkte weiterhin rar sind. Dennoch hat Gaia-X bereits bewirkt, dass das Thema vertrauenswürdige Cloud-Infrastruktur weltweit Beachtung findet – nicht zuletzt, weil die großen Provider sich proaktiv beteiligen mussten.

Für IT-Entscheider bedeutet Gaia-X heute vor allem, die entstehenden Möglichkeiten im Blick zu behalten: In Zukunft könnten zertifizierte Gaia-X-Services eine attraktive Option sein, um Multi-Cloud-Strategien umzusetzen und zugleich Compliance mit europäischen Richtlinien sicherzustellen.

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