Moderne grafische Benutzeroberflächen & Responsive Design

Unternehmensdaten auf jedem Endgerät

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Jedem seine Benutzeroberfläche: Durch Responsive Design stehen Unternehmensdaten auf jedem Endgerät zur Verfügung. Im Bild: das auf der CeBIT 2015 vorgestellte Smart Design mit Radialmenü von CAS Software.
Jedem seine Benutzeroberfläche: Durch Responsive Design stehen Unternehmensdaten auf jedem Endgerät zur Verfügung. Im Bild: das auf der CeBIT 2015 vorgestellte Smart Design mit Radialmenü von CAS Software. (Bild: CAS Software)

Unternehmensanwendungen wie CRM oder ERP werden künftig mit Bedienoberflächen versehen sein, die aussehen, als kämen sie von Amazon oder Facebook. Moderne Bedienelemente wie ein kreisförmiges Auswahlmenü wurden dieses Jahr schon vorgestellt, dank „Responsive Design“ kommen solche Anwendungen bald auch auf Smartwatches.

Eine GUI, englisch für „graphical user interface“, ist eine mit grafischen Elementen gestaltete Benutzungsoberfläche. Sie werden derzeit mit einer Maus, auf Fingerdruck (Touch) oder mit der Tastatur bedient, künftig auch mit Gesten und Gedanken. Seit dem Apple Mac II, dem Atari und Windows 3.x sind Desktop-GUIs auf dem Desktop-PC wohlbekannt. Für die Ergonomie von Menüs und anderen Bedienelementen einer GUI gibt es in Deutschland Vorschriften und international eine ISO-Norm.

Grafische Benutzeroberflächen, die die früheren zeichenbasierten Darstellungen der IBM-Terminals ablösten, hat es seit den achtziger Jahren gegeben, so etwa auf dem Apple Mac, auf dem Atari und anderen frühen PCs. Richtige Verbreitung fanden sie auf dem Desktop von Apple- und Windows-basierten Rechnern, aber auch auf Unix- und Linux-Betriebssystemen, etwa im KDE-Desktop.

Damit sie nicht mit uneinheitlicher Bedienweise Zusatzkosten für Schulung verursachten, gehorchten alle einer von IBM und Microsoft konzipierten Bedienweise. In internationalen (ISO) und nationalen Normen wurde die Ergonomie dieser Oberflächen fest- und vorgeschrieben. Diese geordneten Zeiten scheinen nun vorüber zu sein.

Unter dem Einfluss von sozialen Netzwerken wie Facebook sowie Online-Shops wie Amazon, aber besonders von mobiler IT-Nutzung haben sich GUIs mittlerweile stark verändert, um den Nutzererwartungen entgegenzukommen. Die Generation Y erwartet eine entsprechende moderne und intuitiv verständliche Bedienweise. Um den Anforderungen des Internets der Dinge gerecht zu werden, sind weitere Veränderungen zu erwarten, etwa durch die Integration und Darstellung von Sensordaten.

Responsive Design

Die heutigen Nutzer fordern von den Designern dieser GUIs den gleichen Bedienkomfort, der sie intuitiv und fehlerfrei die Oberfläche der Webseiten von Facebook oder Amazon bedienen lässt. Die Seiten einer Anwendung dürfen nicht mehr überladen sein, sondern ihre Bedienelemente quasi nach Bedarf und Kontext ändern. Je nach Rolle und Zugriffsrecht, die der Nutzer in einem Unternehmen innehat, bekommt er andersartige Seiten angezeigt. Die Darstellung findet der Nutzer heute gleichartig auf stationären wie auf mobilen Rechenknechten, sei es auf dem Desktop, dem Notebook, dem Tablet oder gar auf dem Smartphone. Der Oberbegriff dafür lautet "Responsive Design": Das Ausssehen passt sich dem Kontext, dem Nutzer und seinem Gerät an.

Ermöglicht wird diese Revolution im GUI-Design durch die neueste Generation der Seitenprogrammierung in HTML 5 (Hyper Text Markup Language) und CSS 3 (Cascaded Style Sheets). Hinzu kommt ein guter Anteil von Ausführungsroutinen, die für jede Geräteplattform spezifisch ist, etwa Web, Windows (mit Windows Phone), Android oder iOS.

SAP Fiori und die Vorteile von HTML5

Hersteller wie SAP haben mit Hilfe des neuen HTML5-Standards Business-Apps geschrieben, die auf den Familiennamen "SAP Fiori" (fiori: Blumen) hören. Die Nutzer bekommen auf Tablet, Smartphone oder Notebook nur diejenigen Informationen und Bedienelemente angeboten, die sie für ihre Aufgabe und Rolle benötigen. Sie finden schneller, was sie brauchen, und das soll sie produktiver machen.

SAP Fiori bietet sofortigen Zugriff auf Workflows wie Bestellungen, Reiseanträge, Spesen, Zeiterfassung und vieles mehr. Der größte Vorteil jedoch liegt darin, dass Kundenanfragen umgehend beantwortet werden können, weil die Vertriebsmitarbeiter jederzeit und überall die Produktverfügbarkeit prüfen sowie Aufträge, Sendungen und Rechnungen anlegen und nachverfolgen können.

„Unsere Benutzer sind von der einfachen Handhabung und der übersichtlichen Oberfläche begeistert“, meint Tom Greene, Chief Information and Business Services Officer beim US-amerikanischen Zahnpastahersteller Colgate: „Wir haben sehr eng mit SAP an der Vision und der Mission von SAP Fiori gearbeitet und meinen, dass sich das Ergebnis unserer Zusammenarbeit sehen lassen kann.“

Colgate habe, so Greene, SAP Fiori innerhalb weniger Wochen praktisch ohne Benutzerschulung in Betrieb nehmen können. Die neue, intuitive Oberfläche entspreche den Anforderungen gelegentlicher SAP-Benutzer, die auch private Geräte zur Arbeit mitbringen. „Anwendungen wie SAP Fiori sind wichtig für Colgate. Es ist äußerst leicht zu bedienen, und man findet sich schnell zurecht. Unsere Mitarbeiter schätzen die kurzen Reaktionszeiten von SAP Fiori und dass es auf einer mobilen Plattform verfügbar ist, sodass sie darauf zugreifen können, wann und wo immer sie möchten.“

SAP Fiori unterstützt viele verschiedene Benutzerrollen.
SAP Fiori unterstützt viele verschiedene Benutzerrollen. (Bild: SAP)

SAP Fiori steht derzeit auf Englisch und Deutsch zur Verfügung, weitere Sprachen sind geplant. Neben Ergänzungen für die vorhandenen Rollen untersucht SAP auch Apps für weitere Rollen wie Einkaufsleiter, Vertriebsanalyst, Controller, Kreditmanager, Vertriebsleiter und Produktionsplaner.

Entwickler können die jeweilige Fiori-Oberfläche einer App mit einem sogenannten "Theme Designer" anpassen, ohne alte SAP-Programmierkenntnisse wie etwa ABAP besitzen zu müssen. Über die SAP Mobile Platform, die auch die Berechtigungen, Logins und Verschlüsselung handhabt, können die Apps auf die eigentlichen Server-Anwendungen wie etwa Datenbanken zugreifen. Schon bald sollen die Apps auch offline arbeiten können, so etwa auf der neuen Plattform S4/HANA.

Welche Ansätze CAS Software, IFS Applications und Sage verfolgen, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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