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Für welche Unternehmen eignet sich das System?
Mors: Wir adressieren Kunden ab ca. 500 Mitarbeitern bis hin zu vielen tausend Mitarbeitern. Ab 500 Mitarbeitern macht es Sinn. Darunter hilft man sich besser mit kleinerer Standardsoftware aus. Was die Branchen betrifft, so ist unser System auch nicht so gut für stark produzierende Unternehmen passend. Hier gibt es erfahrungsgemäß auch kaum einschneidende Veränderungen im Betriebsablauf. Stärker sind wir im Dienstleistungssektor, wo beispielsweise viele Projekte abgerechnet werden müssen.
Wie stark musste Agresso Business World für „Route 66“ verändert bzw. angepasst werden?
Mors: Wir haben die einzelnen Module in ihrer architektonischen Struktur unabhängiger voneinander gemacht. Das war eine strategische Entscheidung, die wir in den vergangenen zwei Jahren umgesetzt haben. Charmanter Nebeneffekt dabei: Die einzelnen Entwicklungsmannschaften können jetzt auch unabhängiger voneinander arbeiten. Änderungen werden nur noch an einer Stelle – dem Metadata Layer – vorgenommen. Der Layer befüllt dann die anderen Module. Werden zum Beispiel Personalstammdaten geändert, so fließt diese Änderung automatisch in alle anderen Module ein. Dieser Eingriff in die architektonische Anlage bringt auch für die IT-Abteilung eine deutliche Entlastung.
Welche Rolle werden Cloud-Modelle in Zukunft spielen?
Mors: Das Cloud-Konzept ist auf jeden Fall ein sehr gutes. Und es ist definitiv ein Wachstumsmarkt. Unternehmen sparen sich umfangreiche IT-Ressourcen und können sofort mit einem lauffähigen System arbeiten. Und auch der Trend zu standardisierter Software begünstigt Cloud-Services. Unternehmen verzichten heute gerne auf teure, individuelle Entwicklungen, zugunsten der mehrheitlich genutzten Standard-Funktionen.
Sind Cloud-Services dann bald auch Standard im ERP-Markt?
Mors: Ich bin überzeugt, dass Cloud Computing vor allem durch noch weitgehend ungeklärte Fragen zu Datenschutz und Datensicherheit nicht den Erfolg haben wird, wie ihn viele erhoffen – insbesondere auch im ERP-Markt. Zu viele juristische Fragen sind noch zu beantworten und auch viele Anwender sind einfach überfordert einzuschätzen, was im Web mit ihren Daten passiert. Die Skepsis gegenüber Cloud Computing wird also noch länger vorhanden sein.
Wie geht Unit4 Agresso mit dieser Problematik um?
Mors: Wir bieten ein hybrides Modell an. Der Kunde kann selbst entscheiden, ob er das System komplett bei sich, innerhalb der eigenen Firewall installiert. Er kann es aber auch von uns hosten lassen. Der Kunde kann aber auch sowohl in eine Private wie auch in die Public Cloud gehen. Viele Anbieter bieten im Moment nur ein striktes Entweder-Oder: Cloud oder Nicht-Cloud. Unsere Kunden können jederzeit mischen bzw. einzelne Module in verschiedenen Modellen parallel betreiben. So kann beispielsweise das Modul für Human Resources komplett im Unternehmen verbleiben, während die Finanzbuchhaltung von außen gehostet wird. Und jede Entscheidung lässt sich auch wieder revidieren. Es gibt keine Einbahnstraßen.
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