Mit Route 66 auf der „Straße der Unabhängigkeit“

Unit4 Agresso macht Elefanten zu Mücken

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Wie unterscheidet sich Ihr Produkt nun von den „Elefanten“?

Mors: Traditionelle ERP-Anbieter bieten in der Regel Major Releases an. Man muss also zum Beispiel von einer Version 3 auf die Version 4 wechseln, um wirklich in den Genuss der neuen Funktionalitäten zu kommen. Das Problem dabei ist: Man muss es für die gesamte Firma machen. Der Wechsel auf die neue Version betrifft dann also nicht nur die Finanzbuchhaltung, sondern auch die Personalwirtschaft, die Warenwirtschaft usw.

Hier sparen Unternehmen also auch, indem sie schon weniger Lizenzen brauchen?

Mors: Kostengünstiger, was die Lizenzen angeht. Aber auch kostengünstiger hinsichtlich der Beratung. Bei einem Major Release kann man davon ausgehen, dass einige Abteilungen einen Großteil der damit verbundenen neuen Funktionalitäten gar nicht nutzen. Also waren diese eigentlich umsonst. Allerdings: Wir bieten das modulare Konzept mit der neuen Version „Route 66“ und aufwärts an. Das bedeutet, Kunden müssen „Route 66“ bei sich implementieren. Aber somit führen wir unsere Kunden im übertragenen Sinne auch auf eine „Straße der Unabhängigkeit“. Wir wollen, dass die Unternehmen unabhängiger werden. Und – offen gesagt – unabhängiger auch von uns.

Wie sieht diese Unabhängigkeit genau aus?

Mors: Hinter „Route 66“ steckt ein modulares Konzept. Die Finanzbuchhaltung kann zum Beispiel mit der aktuellen Version weiterarbeiten, während die Personalwirtschaft – da sich vielleicht gerade im Human-Resources-Bereich einiges verändert hat – auf die neueste Version umstellen. Jeder Kunde kann individuell für sich selbst entscheiden, welche Version er in welchem Anwendungsbereich nutzen möchte: „Bleibe ich? Oder gehe ich weiter?“ Das ist gigantisch. Abteilungen können unabhängig entscheiden: Während die einen bei einer alten Version bleiben, nehmen progressivere Abteilungen jede Aktualisierung mit.

Es kann aber für einen Hersteller gar nicht so wünschenswert sein, dass seine Kunden von ihm unabhängig werden?

Mors: Das ist, wie gesagt, durchaus gewollt. Wenn man die Kosten- oder auch oder auch Ergebnisstruktur eines Software-Unternehmens betrachtet, erkennt man: Die gesündesten Software-Unternehmen sind die, die viele Lizenzen verkaufen mit einem recht überschaubaren Consulting- bzw. Support-Aufwand. Das sind die profitabelsten. Und dort wollen wir hin. Wir wollen also künftig mehr Kunden mit Neulizenzen gewinnen.

ERP mittels Cloud – für Michael Mors ist hierfür die Zeit noch nicht reif. Warum, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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