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Avanade-Umfrage Technologierückstand bei Cloud Computing kostet Milliarden an Umsatz

| Autor: Heidemarie Schuster

In Zeiten der Digitalisierung ist die Cloud zu einem essenziellen Mittel geworden, um Daten flexibel und effizient zu speichern. Dennoch zeigt eine Avanade-Umfrage, dass das volle Potenzial längst nicht ausgeschöpft wird und damit eine Milliarde Dollar möglicher Extra-Umsätze ungenutzt ist.

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Eine Umfrage von Avanade zeigt, dass drei Viertel der befragten Unternehmen mit Technologie und Cloud überfordert sind.
Eine Umfrage von Avanade zeigt, dass drei Viertel der befragten Unternehmen mit Technologie und Cloud überfordert sind.
(Bild: pickup - stock.adobe.com)

Eine von Avanade beauftragte und von Vanson Bourne durchgeführte Studie stellt Unternehmen ein schlechtes Zeugnis aus, wenn es um globale Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsstärke und der Zeit bis zur Einführung neuer Lösungen oder Produkte geht: ein zunehmender „geldwerter Technologierückstand“ allgemein, fehlende Reife im Cloud-Umfeld und mangelnde Inhouse-Fähigkeiten.

Die Studie wurde unter 1.600 C-Level-Führungskräften aus Europa, Nordamerika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum durchgeführt und ergab, dass nur 12 Prozent der Befragten ihre Cloud-Fähigkeit als optimal bezeichnen, in Deutschland sind es sogar nur 5 Prozent. 45 Prozent (Deutschland: 51 %) sagen hingegen, dass sie sich noch in der „Anfangsphase“ oder einer „opportunistischen Phase“ befinden. Nur 27 Prozent (Deutschland: 15 Prozent) glauben, dass ihre Cloud-Strategie bis 2023 vollständig optimiert sein wird. Der geldwerte Technologierückstand, also die Kosten und Herausforderungen bei der Wartung und Integration veralteter Technologie, wird im gleichen Zeitraum voraussichtlich von 17 auf 19 Prozent steigen (Deutschland: von 15 auf 20  %).

Rund drei Viertel der Unternehmensleiter weltweit geben außerdem an, dass Budgetkürzungen und die damit verbundenen Sicherheitsbedenken gegenüber Legacy-Plattformen Beeinträchtigungen mit sich bringen. Dazu zählen insbesondere die Geschwindigkeit der Markteinführung (76 %, weltweit und Deutschland), die Innovationsstärke (weltweit 74 %, Deutschland 79 %) und ihre Fähigkeit, technisch versierte Fachkräfte zu halten (weltweit 74 %, Deutschland 82 %).

Hauptursachen für den Technologierückstand

Eine der Hauptursachen für diesen geldwerten Technologierückstand ist der Umfrage zufolge, dass nur ein Fünftel aller in den Unternehmen genutzter Anwendungen bisher für die Cloud umgestaltet wurde. Allerdings stimmen 88 Prozent (Deutschland: 83 %) der Befragten zu, dass innovative Anwendungen einen direkten Einfluss auf das Wachstum haben; 94 % (Deutschland: 95 %) sehen die Steigerung von Umsatz und Ertrag als Priorität für die nächsten zwölf Monate. Daher ist es nicht überraschend, dass die Studie einen Konsens über den Wert von cloudbasierten, maßgeschneiderten Anwendungen erkennen lässt: 89 Prozent (Deutschland: 87 %) der Führungskräfte erkannten an, dass auf den Menschen ausgerichtete Anwendungen für weiteres Wachstum oder zumindest die Verteidigung bestehender Marktpositionen unerlässlich sind.

„Damit Unternehmen erfolgreich sein können, müssen sie schnell handeln und so direkt Kundennutzen schaffen können. Nur so lassen sich Umsätze und Erträge steigern. Mobile Anwendungen sind nur ein Beispiel dafür, dass digitale Vorreiter auf den Nutzer ausgerichtete Apps einsetzen, um etablierte Märkte zu erobern. Solche Applikationen bilden einen leistungsstarken Kanal, um Unternehmen näher an ihre Kunden heranzuführen. Sie ermöglichen persönlicheren Service, aber das ist erst der Anfang. Erfolgreich sein werden diejenigen Unternehmen, die keine Angst vor Experimenten haben. Die Innovation in den Unternehmen wirklich vorantreiben. Die schneller und öfter als ihre Wettbewerber neue Ideen auf den Markt bringen,“ sagt Dr. Robert Laube, CTIO bei der Avanade Deutschland.

Fehlendes Fachpersonal

Als Hindernis auf diesem Weg stellt sich auch das Fehlen von qualifiziertem Personal heraus – und auch wenn dieses vorhanden ist, steckt es allzu oft in nicht nutzbringenden Legacy-Projekten fest. So nannten auch rund 42 Prozent (weltweit und Deutschland) der Befragten Probleme mit den Teams und den fehlenden Talenten im Unternehmen als größtes Hindernis für die Einführung moderner Engineering-Konzepte.

„Agile, DevOps und andere moderne Ansätze werden einen signifikanten Einfluss auf die Verbesserung der Reaktionszeiten und die sogenannte Speed-to-Market haben. Sie können eine Organisation produkt- und kundenorientierter machen. Der Mangel an qualifiziertem Personal könnte Unternehmen jedoch weiter lähmen, selbst wenn sie die Notwendigkeit erkennen, ‚Ready by Design‘ zu sein. Um den digitalen Reifegrad zu erhöhen, müssen Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Mitarbeiter und Cloud müssen an die Spitze ihrer Geschäftsstrategie rücken“, erklärt Laube.

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