Stellenabbau und Reinvestitionen

T-Systems präzisiert Transformationspläne zum Digitaldienstleister

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Mit der Doppelstrategie aus Sparen und wieder Investieren soll T-Systems als Digitaldienstleister erfolgreich werden.
Mit der Doppelstrategie aus Sparen und wieder Investieren soll T-Systems als Digitaldienstleister erfolgreich werden. (Bild: Deutsche Telekom AG)

„Unsere Strategie steht: Wir richten uns nach elf Portfolio-Einheiten aus. Wir haben vier Veränderungsinitiativen eingeleitet und setzen jetzt die Pläne um“, erklärt Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh und will damit die Großkundensparte der Deutschen Telekom auf Wachstumskurs bringen.

Insbesondere Einsparungen bei den Kosten für Verwaltung und Managementebenen sollen dazu beitragen. Aber auch Investitionen in Wachstumsfelder bilden den Kern des Transformationsprogramms für die kommenden drei Jahre. Im Einzelnen geht es bei diesen Wachstumsfeldern um das Internet der Dinge (IoT), Cloud, SAP, Sicherheit, Digital Solutions, Maut sowie Services für die öffentliche Hand.

Über alle Gesellschaften und lokale Geschäftseinheiten hinweg will T-Systems rund 600 Millionen Euro einsparen. Bis zu 300 Millionen Euro will Al-Saleh aber in die Wachstumsfelder IoT, Cloud und Sicherheit reinvestieren, um trotz Umbau den Erfolg in den Wachstumsbereichen nicht zu gefährden. Die vor kurzem zum Kapitalmarkttag kommunizierten Finanzziele für T-Systems und die Deutsche Telekom AG insgesamt sollen durch diese Initiativen unterstützt werden und haben weiter Bestand.

Sanierungskurs mit weniger Personal

Telekom-Vorstand Adel Al-Saleh: „Wir werden dreistellige Millionenbeträge pro Jahr für die Wachstumsfelder ausgeben.“
Telekom-Vorstand Adel Al-Saleh: „Wir werden dreistellige Millionenbeträge pro Jahr für die Wachstumsfelder ausgeben.“ (Bild: Deutsche Telekom AG)

Der geplante Umbau zu einer agilen Organisation durch Wegfall von Bürokratie und den Ausbau zum Digitaldienstleister soll weltweit rund 10.000 Stellen betreffen: über drei Jahre werden rund 4.000 Stellen verlagert und 6.000 Arbeitsplätze gestrichen. Zurzeit beschäftigt T-Systems rund 37.000 Mitarbeiter weltweit, davon 17.800 in Deutschland. Zudem will die Telekom-Großkundensparte allgemein ihre Vertriebs- und Lieferorganisationen vereinfachen und integrieren sowie nicht-kundenbezogene Aktivitäten auf ein Minimum zurückfahren. Außerdem sollen die Führungsebenen von bisher acht auf künftig drei Ebenen sinken (in großen Lieferorganisationen werden es fünf sein). Weltweit soll es vier große Lieferzentren in Deutschland, in der Slowakei, in Ungarn und ein neues in Indien geben. Der Umbau startet im zweiten Halbjahr 2018.

In Deutschland werden in den nächsten drei Jahren jährlich rund 2.000 Stellen entfallen oder verlagert, also insgesamt 6.000 weniger Mitarbeiter beschäftigt sein. Im ersten Jahr geht es vor allem um weniger Verwaltungs- und Management-Positionen. Im zweiten Jahr liegt der Schwerpunkt darauf, die Lieferaktivitäten auf die vier großen Lieferzentren zu verteilen. Im dritten Jahr sollen dann Stellen durch höhere Automatisierung und Digitalisierung entfallen können. Im Verhältnis zu seiner Größe hat T-Systems in Deutschland eine überproportionale Anzahl von Bürostandorten, wie Al-Saleh erläutert: Mit 230 Bürostandorten in 100 Städten, davon 50 Standorte mit weniger als acht Mitarbeitern, sei man nicht effizient genug. Schließlich will der CEO T-Systems bis 2012 wirtschaftlich erfolgreich aufstellen: „Ich will einen Digitaldienstleister mit weltweit mehr als 30.000 attraktiven Arbeitsplätzen“, umreißt Al-Saleh sein Ziel. Dabei wolle man sozialverträglich vorgehen, „so wie es die Telekom und T-Systems auch in der Vergangenheit getan haben.“

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27.04.18 - „Wir gehen mit unseren Kunden in die digitale Zukunft“, sagte Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh während der diesjährigen Hannover Messe. Mit einer neuen Portfolio-Strategie aus den fünf Produktgruppen Digital Solutions, SAP, Public Cloud, Internet der Dinge (IoT) und Sicherheit soll der Konzern weiter wachsen. lesen

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