ERP-Konsolidierung Step Ahead setzt auf Umbruch

Von Dr. Stefan Riedl

Von „schöpferischer Zerstörung“ ist in den Wirtschaftswissenschaften die Rede, wenn bessere Produkte die bestehenden verdrängen. Step Ahead will in diesem Kontext in einer sich konsolidierenden ERP-Branche beim Modernisieren helfen.

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Mit „Multi Relation Management“ (MRM) lassen sich auf Basis einer objektbasierten Speicherung Objekte miteinander verbinden und die Daten in einem Format speichern, welches auch IoT-Geräte verwenden.
Mit „Multi Relation Management“ (MRM) lassen sich auf Basis einer objektbasierten Speicherung Objekte miteinander verbinden und die Daten in einem Format speichern, welches auch IoT-Geräte verwenden.
(Bild: Steshnikova - stock.adobe.com)

Vor rund zwei Jahren hat Karl Gerber, CEO bei Step Ahead, postuliert, dass hierzulande von den 500 ERP-Lösungen in zehn Jahren noch etwa 50 auf dem Markt sein werden. Rund ein Fünftel der Zeit ist verstrichen, und Gerber bleibt bei seiner Konsolidierungs-These, wenngleich „sich der Zeitraum wegen Corona etwas nach hinten verschiebt“.

Karl Gerber, CEO, Step Ahead
Karl Gerber, CEO, Step Ahead
(Bild: Step Ahead)

In den vergangenen zwei Jahren habe es in vielen Bereichen Stillstand gegeben und auch die Nutzer von ERP-Systemen haben sich laut Gerber kaum mit ­Änderungen beschäftigt. „Aber der Markt wird sich konsolidieren, auch wenn es vielleicht noch ein paar Jahre länger dauern sollte. Denn wie sich die jüngsten Entwicklungen konkret auswirken, ist aktuell noch nicht absehbar“, ist der CEO überzeugt.

Umbruchzeiten und neue Arbeitswelten

In diesen Umbruchszeiten, die in teilweise nicht umsetzbar erscheinender Modernisierung begründet sind, will Step Ahead im Markt punkten. Das Unternehmen will es ermöglichen, in die Jahre gekommene ERP-Systeme zu überführen und fit zu machen, für die SaaS-Ära, mobile Arbeitswelten und das Internet of Things. Und das geht so: „Da wir keine relationale Datenbank verwenden, sind uns auch die festen Verbindungen egal und so können wir die Daten aus alten ERP-Systemen ganz einfach in unsere Datenwelt übernehmen. Mit unserem Business-Prozess-Designer, der Teil der Plattform ist und nicht wie bei anderen nur angeflanscht, kann der Kunde seine Prozesse nach seinen individuellen Wünschen gestalten. Bei Bedarf übernehmen das selbstverständlich gerne wir oder unsere Partner und der Kunde bekommt mit einer Quickstart-App die Anpassungen automatisch installiert“, führt der Manager aus.Die Implementation sei eine Frage von Tagen und nicht Monaten.

Low-Code-Technik und Multi-Relationship-Management

Das Unternehmen, das 2019 aus dem Zusammenschluss der Step Ahead AG (Germering), der Godesys AG (Mainz) und der Informing AG (Steinhausen/Schweiz) entstanden ist, setzt stark auf Selfservice – ein Thema, das im ERP-Umfeld an Bedeutung gewinnt. Die Low-Code-Technologie und Multi-Relationship-Management sind hier die Mittel der Wahl. „Mit unserer Low-Code- Plattform lassen sich sehr umfangreiche Anwendungen entwickeln, die auch durch Partner oder Kunden individuell angepasst werden können. „Falsch wäre zu glauben, dass unsere Anwendungen nur aus wenigen Zeilen Code bestehen.

Verkürzte Entwicklungszeiten

Vielmehr haben wir den Code getrennt, in Funktionen in unserer Plattform zur Unterstützung der Scriptsprache, also Low Code“, so Gerber.

Auch der Code der Anwendungen sei getrennt, und zwar einerseits in die tatsächliche Funktion und andererseits in die Oberfläche. „So muss bei Anpassungen niemand tausende Zeilen Code durchstöbern“, sagt der CEO und ergänzt: „Auf diese Weise verkürzen wir einerseits erheblich unsere Entwicklungszeiten für die Anwendungen und andererseits bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, schnell und einfach in das Verhalten der Anwendung einzugreifen.“

IoT-Geräteformat

Statt auf relationale Datenbanken setzt Step Ahead auf „Multi Relation Management“ (MRM), bei dem die Informationen in Form von Tabellen abgespeichert werden. Als Basis dient objektbasierte Speicherung. So lassen sich Objekte miteinander verbinden und die Daten in einem Format speichern, wie es auch IoT-Geräte verwenden. „Bisher haben wir die Funktionen von Carladata und iFax in unser System übernommen“, so der CEO. Weitere Gespräche mit potenziellen Partnern werden geführt.

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