IT-Trends-Studie 2021 von Capgemini Steigende IT-Budgets für 2021

Autor: Heidemarie Schuster

Vermutlich hatte die Digitalisierung noch nie einen so hohen Stellenwert wie jetzt. Die meisten Unternehmen und Behörden treiben sie auf Grund der Corona-Pandemie voran – und das soll auch 2021 so bleiben, wie die IT-Trends-Studie 2021 von Capgemini zeigt.

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Kürzungen des IT-Budgets stehen vor allem in Branchen an, die derzeit Beschränkungen unterliegen oder vor grundlegenden Herausforderungen stehen.
Kürzungen des IT-Budgets stehen vor allem in Branchen an, die derzeit Beschränkungen unterliegen oder vor grundlegenden Herausforderungen stehen.
(Bild: bluedesign – adobe.stock.com)

Trotz der noch anhaltenden Corona-Pandemie und ungewisser Konjunkturaussichten steigen die IT-Budgets im kommenden Jahr weiter an, wenn auch weniger stark als im Vorjahr. Die Prognosen für 2022 sind ebenfalls positiv, jedoch für beide Jahre unsicherer als noch vor zwölf Monaten. Fast neun von zehn Organisationen konzentrieren sich aktuell darauf, die Digitalisierung auszubauen und priorisieren sie für 2021. Das zeigen Vorab-Ergebnisse der IT-Trends-Studie von Capgemini, an der im September und Oktober 144 IT- und Fachverantwortliche von Großunternehmen und Behörden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnahmen.

Budget-Planungen

Immerhin 48,4 Prozent der Befragten geben in der Umfrage an, dass ihr Unternehmen eine Erhöhung des IT-Budgets für 2021 plant; zwölf Monate zuvor beabsichtigten noch 63,1 Prozent, mehr Geld auszugeben. Bei rund 27 Prozent bleiben die IT-Budgets für 2021 auf dem Vorjahresniveau. Das sind gut 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Nur knapp 15 Prozent der Befragten werden die IT-Ausgaben reduzieren. Dieser Anteil ist unverändert, die Kürzungen fallen allerdings drastischer aus als zuvor. Betroffen sind vor allem Branchen, die derzeit Beschränkungen unterliegen oder vor grundlegenden Herausforderungen stehen. 9,4 Prozent der Studienteilnehmer enthielten sich der Angabe.

Die Entwicklung der IT-Budgets im Jahr 2021.
Die Entwicklung der IT-Budgets im Jahr 2021.
(Bild: Capgemini)

Damit wirkt sich die Corona-Pandemie nur bedingt negativ auf die IT-Ausgaben aus. Denn 87 Prozent der Unternehmen und Behörden nehmen sie zum Anlass, die Digitalisierung auszubauen. Nach dem abgeflauten Interesse im Vorjahr steht sie erneut auf Platz eins der Prioritätenliste für 2021, gefolgt von Effizienzsteigerung, Kostenreduzierung und der Entwicklung neuer IT-Produkte und -Services. Die Ausrichtung an den Bedürfnissen der Endkunden ist für viele Organisationen wichtiger geworden und steht jetzt auf Platz fünf.

Ein Viertel hat IT-Projekte gestoppt

Auf die unsichere wirtschaftliche Situation reagierten fast 55 Prozent der Befragten mit Budget-Umschichtungen. Rund 25 Prozent haben IT-Projekte gestoppt, 42 Prozent den Start von Vorhaben in die Zukunft verschoben. Fast drei Viertel der verschobenen Projekte sollen im kommenden Jahr anlaufen. Von den gestoppten Projekten wird voraussichtlich knapp die Hälfte im kommenden Jahr weitergeführt. 18 Prozent der Studienteilnehmer haben IT-Vorhaben vorgezogen. Davon soll allerdings fast ein Drittel nicht beendet werden.

Die Auswirkung von Corona auf IT-Projekte.
Die Auswirkung von Corona auf IT-Projekte.
(Bild: Capgemini)

„Unternehmen und Behörden mussten schnell auf die neue Situation reagieren, um den Betrieb trotz Lockdown aufrecht zu erhalten. Sie mussten Arbeit im Homeoffice sowie kontaktlosen Service und Online-Vertrieb ermöglichen oder ausbauen, also zügig weiter digitalisieren“, sagt Dr. Sven L. Roth, Head of Business & Technology Solutions bei Capgemini in Deutschland. „Im Zuge dessen stieg auch die Bedeutung der Informationsauswertung und -nutzung, der Verkürzung der Release-Zyklen und des Aufbaus von Partnernetzwerken, während Flexibilität und Effizienz weniger wichtig wurden.“

Ausgaben für System-Erhalt nach wie vor hoch

Im Durchschnitt investieren CIOs 27 Prozent ihres Budgets in Modernisierungen und rund 26 Prozent in neue Anwendungen und Systeme. Die Ausgaben für den Erhalt des Bestands sind mit knapp 47 Prozent weiterhin hoch. Großkonzerne haben in diesem Bereich die niedrigsten Kosten, mittelständische Unternehmen die höchsten. Der Mittelstand bezieht anteilig weniger Services aus Anbieter-Clouds, was möglicherweise zu höheren Fixkosten führt. Ein weiterer Faktor könnte der im Vergleich zu Konzernen geringere Umfang an Automatisierungen in den letzten 12 Monaten sein, so die Marktforscher. Im Ergebnis kann der Mittelstand derzeit prozentual weniger Geld in Modernisierungen und Neuentwicklungen stecken als Konzerne.

Die Ausgabenbereiche für IT-Budgets für das Jahr 2021.
Die Ausgabenbereiche für IT-Budgets für das Jahr 2021.
(Bild: Capgemini)

„Das Verhältnis von Ausgaben für Bestands-IT zu Investitionen in Neues hat sich über die vergangenen Jahre kaum verändert, obwohl die IT-Budgets fast permanent gestiegen sind. Innovationen wie Automatisierung können auch dazu beitragen, die Kosten für den Bestand zu senken. Das verschafft finanziellen Spielraum, um sehr schnell auf Marktveränderungen – wie die aktuellen Kontaktbeschränkungen durch COVID-19 – reagieren zu können oder proaktiv Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln", kommentiert Thomas Heimann, Enterprise Architect Director bei Capgemini und Co-Autor der IT-Trends-Studie. Die Umsetzung des Prinzips Kostensenkung durch Innovation gelingt derzeit aber nur einzelnen Organisationen oder Branchen.

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