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Studie: „Business Process Modeling 2010“ des Fraunhofer-Instituts IAO (Teil 2) Standards allein sind nicht das Allheilmittel

| Autor / Redakteur: Susanne Franke / Florian Karlstetter

Das Fraunhofer-Institut hat anhand von acht Lösungen Ansätze für die Modellierung ausführbarer Geschäftsprozesse untersucht. Im Vordergrund der Analyse stehen in erster Linie die unterstützten Vorgehensmodelle und die Umsetzung der Notation BPMN (Business Process Modeling Notation).

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Modellierung von Geschäftsprozessen und Workflows auf Basis der Business Process Modeling Notation (BPMN).
Modellierung von Geschäftsprozessen und Workflows auf Basis der Business Process Modeling Notation (BPMN).
( Archiv: Vogel Business Media )

Eines der Hauptprobleme bei der Automatisierung des BPM besteht darin, eine systematische, dauerhafte Verbindung zwischen der fachlichen und technischen Ebene der Prozesse zu schaffen, welche das Prozessmanagement durchgängig in allen Phasen unterstützt. Diese Anforderung ist schwierig zu erfüllen, denn die fachliche Modellierung wird häufig von anderen Verantwortlichen und häufig mit anderen Werkzeugen durchgeführt als die technische.

Im Rahmen der Studie „Business Process Modeling 2010“ konnten die Autoren vom Fraunhofer-Institut bei der Betrachtung der einzelnen Werkzeuge zwei verschiedene Vorgehensmodelle für die Modellierung von ausführbaren Prozessen identifizieren. Beim ersten Verfahren nutzen die Lösungen für die fachliche Modellierung und für die Ausführung dasselbe Prozessmodell. Da es jedes Modell nur in einer Ausprägung gibt, treten bei der Bearbeitung keine Inkonsistenzen zwischen der fachlichen und der technischen Ebene auf. Dafür müssen bei der Modellierung alle beteiligten Benutzergruppen unterstützt werden. Das aber führt zu höheren Anforderungen an das Modellierungswerkzeug. Details zu den Ergebnissen der Tests der Werkzeuge mit dieser Vorgehensweise enthält der erste Teil des Beitrags.

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Transformation zwischen fachlicher und technischer Ebene

Der zweite Ansatz, um eine konsistente Verbindung zwischen fachlichen und technischen Modellen herzustellen besteht in einem Verfahren der Transformation von der einen zur anderen Ebene. Die Schwierigkeit, die dieses Verfahren mit sich bringt, sind die häufigen Änderungen an den fachlichen Modellen. Wenn für die Implementierung des Prozesses am technischen Modell Änderungen vorgenommen werden, so stimmen der fachliche und der technische Prozess nicht mehr überein.

Bei einer erneuten Transformation eines veränderten fachlichen Modells kann es nicht ohne Weiteres mit dem veränderten technischen Modell zusammengeführt werden. Die Folge: Entweder müssen die Änderungen an den technischen Modellen in die auf fachlicher Ebene übernommen werden, oder bei der erneuten Transformation müssen die Änderungen in den technischen Modellen erhalten bleiben.

Von den acht untersuchten Werkzeugen arbeiten drei – BPM-Suite von inubit, Process Modeler von itp commerce sowie Innovator von MID – nach dieser Vorgehensweise. Generell stellt Jens Drawehn vom Fraunhofer-Institut fest, dass diese Werkzeuge eine höhere Standardkonformität zur Notation BPMN haben als die anderen. „Alle drei Tools unterscheiden zwischen einer rein fachlichen Modellierung, bei der alle BPMN-Elemente genutzt werden können, und der Modellierung eines ausführbaren Modells.“, so der Fachmann. Um ein transformierbares Modell zu erhalten dürfen aber auch bei diesen Werkzeugen – genauso wie bei denen mit nur einem Prozessmodell – nicht alle BPMN-Elemente genutzt werden.

In allen drei Lösungen müssen die Modelle nach der Transformation in die Ausführungssprache noch vervollständigt werden. Itp commerce bietet bei der Modellierung eine automatische Validierung des Prozesses auf Ausführbarkeit in einer bestimmten Ausführungssprache an. Außerdem können mit einem Roundtrip-Ansatz die nachträglich modellierten technischen Details wieder in das fachliche Prozessmodell importiert werden.

inubit unterstützt die Versionierung sowie Verlinkung der verschiedenen Modelle und zeigt die Veränderungen auf beiden Ebenen an. Die Werkzeuge von inubit und auch die von MID sind noch in der Entwicklung und können noch nicht alle benötigten Elemente in die Ausführungssprache transformieren.

weiter mit: Standardkonformität für die weitergehende Nutzung von Prozessmodellen

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