Studie: „Business Process Modeling 2010“ des Fraunhofer-Instituts IAO (Teil 2)

Standards allein sind nicht das Allheilmittel

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Es zeigt sich auch, dass die Konformität zu BPMN für die Ausführbarkeit der Prozesse nur von untergeordneter Bedeutung ist, weil dafür keines der Tools den gesamten Sprachumfang nutzt. Vielmehr ist die Standardkonformität für die weitergehende Nutzung von Prozessmodellen wichtig: Dazu gehören etwa die unternehmensweite Verfügbarkeit der Prozessdokumentation oder die Nutzung von Prozessmodellen in organisationsübergreifenden Szenarien.

Drawehns Fazit aus der Untersuchung: Es wird auch weiterhin nötig sein, die technischen Aspekte gezielt in den Modellen abzubilden. Ein rein unter fachlichen Gesichtspunkten modellierte Prozess wird nicht auf Knopfdruck zu einem implementierten Workflow werden können.

Anforderungen an die Modellierungswerkzeuge

Des Weiteren hat sich die Studie auch mit den Anforderungen an die Modellierungswerkzeuge und die Anreicherung der Prozessmodelle mit technischen Informationen befasst. Die Tabelle 1 und 2 zeigen die Ergebnisse (siehe Bildergalerie).

Um die modellierten Prozesse auf einem Server bereitzustellen und zu nutzen, bieten die einzelnen Werkzeuge wiederum verschiedene Mechanismen an. Sechs der Tools hatten eine integrierte Ausführungsumgebung (siehe Tabelle 3).

BOP, Intalio/Works, inubit BPM-Suite sowie webMethods liefern für die Bereitstellung der Prozesse auf den zugehörigen Ausführungsumgebungen ein einfaches Verfahren „per Knopfdruck“ an, um die Prozesse auf den Server zu spielen, so das Ergebnis der Studie. Alle diese Tools haben zudem Funktionen zum Testen der Prozesse.

In ActiveVOS muss eine zusätzliche Beschreibung erstellt werden, unter anderem für die Endpunkte der Webservices. Bei den Lösungen ohne eigener Ausführungsumgebung müssen die durch eine Transformation erzeugten Prozesse innerhalb einer Ausführungsumgebung aufgespielt werden.

Fazit

Die Autoren der Fraunhofer-Studie haben bei den untersuchten Produkten erhebliche Unterschiede bezüglich der Vorgehensmodelle, der Standardkonformität und der Unterstützung für die fachliche Modellierung festgestellt. Da bei der Prozessmodellierung viele Aspekte eine Rolle spielen können, die von den Anforderungen des Einsatzszenarios abhängen, weisen sie ausdrücklich darauf hin, dass pauschale Empfehlungen für die Eignung einzelner Werkzeuge oder Methoden nicht möglich sind. Bezüglich der technischen Modellierung stellt die Studie fest, dass die Nutzung von Standards allein nicht ausreicht, um eine problemlose Systemintegration zu gewährleisten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2048965)