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Klimaschutz und Kostensenkungen mit IT So stehen Unternehmen zum Umweltschutz

Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Elke Witmer-Goßner

Wenn sich Unternehmen für die Umwelt einsetzen, wollen Sie damit auch Kosten sparen, Kunden zufriedener machen und Prozesse effizienter gestalten. Die Führungsebene gibt sich dabei zugleich überdurchschnittlich überzeugt und überdurchschnittlich ahnungslos.

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Das Top-Management gab sich „grüner“ als die Befragten aus den Fachbereichen.
Das Top-Management gab sich „grüner“ als die Befragten aus den Fachbereichen.
(Bild: ©bluedesign - stock.adobe.com)

Die jetzt vorgestellte und vom Service Provider A1 Digital beauftragte Studie „Klimaschutz und Digitalisierung“ soll offenbar bestätigen, inwieweit die IT in der Unternehmenspraxis zum Umweltschutz beiträgt. Ein zusammenfassendes Whitepaper geht dabei allerdings von Annahmen aus, die der Dienstleister erst an anderer Stelle konkreter darlegt – mehr dazu am Ende des Artikels.

Als exemplarische Beispiele für Klimaschutzmaßnahmen abgefragt und am häufigsten von den in der DACH-Region befragten Unternehmen umgesetzt wurden Prozessautomatisierung (42,8 Prozent), Logistik- und Transportoptimierung mittels IT-Systemen (37,6 Prozent) sowie Stromverbrauchsoptimierung mittels Smart Grid und/oder Machine Learning (34,9 Prozent).

Wirtschaftliche Interessen folgen dicht

Mit ihren Maßnahmen zum Klimaschutz wollten die meisten der Befragten – wenig überraschend –Umweltziele erreichen (35,9 Prozent). Nichtsdestotrotz folgten wirtschaftliche Interessen dicht dahinter. 32,5 Prozent aller Befragten versprachen sich etwa Kosteneinsparungen; 24,5 Prozent hofften auf zufriedenere Kunden, 21,2 Prozent auf effizientere Prozesse.

Interessant dabei: Unter allen Befragten haben CEOs mit 43 Prozent überdurchschnittlich häufig auf Umweltschutzziele verwiesen. Auch bei der Gewichtung des Klimaschutzes habe sich das Top-Management „grüner“ gegeben als die restlichen Befragten aus den Fachbereichen. So hätten sieben von zehn Geschäftsführern und CxOs angegeben, dass ihr Unternehmen den Klimaschutz als Ziel verfolgt.

Unwissen bei Nachhaltigkeitskonzepten

Was diese Bekenntnisse wert sind, darf allerdings hinterfragt werden. So wussten mit 19,5 Prozent der C-Level-Vertreter überdurchschnittlich viele nicht, ob ihre Organisation überhaupt Nachhaltigkeitskonzepte verfolgt – das Mittel über alle Befragten lag hier bei 7,3 Prozent. 14,2 Prozent der CxOs gaben zu, dass keine entsprechenden Strategien vorhanden sind, bei 23,9 Prozent waren sie lediglich „fest geplant“.

Die von A1 Digital beauftragte Studie wurde zwischen 23. Oktober bis 3. November 2019 durchgeführt. Befragt wurden oberste Verantwortliche von Unternehmen in der DACH-Region, strategische Entscheider im C-Level- und IT-Bereich sowie in anderen Fachbereichen. Die Gesamtstichprobe umfasste 362 abgeschlossene und qualifizierte Online-Interviews. Das Whitepaper „Klimaschutz und Digitalisierung“ (PDF) von IDG Research Services ist online verfügbar.

Fallstudien gehen ins Detail

Wie die IT konkret zum Umweltschutz beitragen kann, zeigt A1 Digital unabhängig von der jetzigen Umfrage in verschiedenen Fallstudien auf. Per Maschine Learning habe man so etwa die Einsatzplanung in einem Call Center des österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs (ÖAMTC) optimiert. Somit seien einerseits zu Stoßzeiten genügend Call-Center-Mitarbeiter verfügbar; in ruhigeren Phasen müssten sich die Telefonisten jedoch nicht unnötig (und umweltbelastend) auf die Reise zu ihrem Arbeitsplatz machen.

Bis Ende 2020 will A1 Digital gemeinsam mit A1 und der Rail Cargo Austria zudem intelligente Güterzüge auf Schiene bringen, die über Positionserkennung, Bewegungssensorik und Stoßerkennung verfügen. Martin Zsifkovits, Head of Innovation Management at Rail Cargo Group, erläutert: „Mit unserem Projekt mit A1 Digital vernetzen wir unsere Güterwagenflotte (Ausstattung bis Ende 2019 mehr als 5.000 Wagen). Der Nutzen dabei ist nicht nur rein wirtschaftlich, sondern bringt klare Vorteile für Kunden und die Umwelt. Konkret ermöglicht SmartCargo eine optimale Disposition der Güterwagen. Zum Beispiel, wenn in drei Tagen ein Güterwagen in Hamburg benötigt wird, können wir so die punktgenaue Position verfügbarer Wagen ausmachen, die Fahrzeugbewegungen exakt analysieren sowie die Ankunftszeiten im Detail einschätzen. So treffen wir nicht nur die optimale Wagenauswahl sondern sparen darüber hinaus nachhaltig Ressourcen ein. SmartCargo ermöglicht uns weiters „Predictive Maintenance“, also eine verbesserte Flottensteuerung zur Instandhaltung, die uns vorausschauendes Wartungsmanagement des Wagenmaterials ermöglicht. Denn durch das genaue Tracking warten wir zukünftig nicht nach Zeitintervallen, sondern nach Nutzungsintervallen, d.h. nicht zu früh und nicht zu spät. Damit werden insgesamt weniger Ersatzteile benötigt, womit wir Kosten und die Umwelt schonen und darüber hinaus den Schienengüterverkehr noch effizienter machen.“

(ID:46281164)

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